Darum gehts
- Lukas Bissig gewinnt Schwyzer Kantonales Schwingfest in Brunnen SZ
- Favorit Adrian Walther scheitert an einem Verteidigungskünstler
- Michael Gwerder kann Heimvorteil nicht nutzen
Adrian Walther (24) ist beim Schwyzer Kantonalen Schwingfest in Brunnen SZ der Mann, den es zu schlagen gilt. Das unterstreicht der Berner Gast im ersten Gang gleich gegen den einheimischen Silvan Appert (23). Mit einem entschlossenen Plattwurf meldet Walther seine Ambitionen auf den Festsieg an.
Auch der zweite Gang gelingt ihm noch nach Wunsch, doch danach gerät der Zwei-Meter-Hüne völlig überraschend ins Schwanken. Zuerst stellt er gegen den defensiv enorm starken Carlo von Rickenbach (21), der sich mehrfach aus scheinbar aussichtsloser Lage noch auf den Bauch rettet. Und nach dem Mittag wird Walther auch noch vom Eidgenossen Lukas Bissig zurückgebunden.
Dank diesem gestellten Gang wird klar: Der Tagessieg führt nicht über den Berner, sondern über den 23-jährigen Bissig. Der Metzger aus Attinghausen UR schwingt sich souverän durch den Tag und steht schnell als Schlussgang-Teilnehmer fest.
Einteilung lässt Gwerder vom Heimsieg träumen
Völlig offen bleibt dagegen die Frage nach seinem Schlussgang-Gegner. Vor der Entscheidung liegen die beiden Schwyzer Eidgenossen Michael Gwerder und Silvan Appert sowie der Zuger Luca Müller (22) punktgleich auf Rang zwei. Die Einteilung entscheidet sich schliesslich für Gwerder – obwohl dieser das Direktduell gegen Müller verloren hat.
Gwerder kann seinen Heimvorteil im Schlussgang jedoch nicht in seinen zweiten Kranzfestsieg ummünzen. Der 25-Jährige, der nur einen Steinwurf vom Festgelände entfernt wohnt, verliert den entscheidenden Kampf gegen Bissig am Boden. Statt des Siegermunis «Triumph» gibt es für den Brunner deshalb «nur» ein Andenken aus dem Gabentempel.
Bissig bleibt nach seinem dritten Kranzfestsieg gewohnt ruhig. Auf die Frage, ob es ihm nicht ein wenig leidtue, dass er Gwerder den Heimsieg vor der Nase weggeschnappt hat, sagt er trocken: «Na ja, so ist der Sport halt. Jetzt war das Glück auf meiner Seite. Das ist irgendwann auch wieder anders.»