Staudenmann bezwingt Youngster problemlos
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Sein langersehnter Sieg:Staudenmann bezwingt Youngster problemlos

Überraschungsmann gebodigt
Staudenmann füllt Lücke in seinem Palmarès

Am Seeländischen Schwingfest heisst der grosse Favorit Fabian Staudenmann. Und dieser Rolle wird der Berner Eidgenosse gerecht.
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Der strahlende Sieger: Fabian Staudenmann.
Foto: Screenshot TeleBärn

Der Schlussgang

Einen Eidgenossen hat Jonas Wüthrich in Ipsach schon gebodigt, als er mit Fabian Staudenmann zusammengreift. Ein zweiter Coup gelingt ihm im Schlussgang nicht. Etwas mehr als drei Minuten kann er sich zur Wehr setzen, dann landet er auf dem Rücken. Als «Trostpreis» gibts für den 24-Jährigen fünften Karriere-Kranz, während Fabian Staudenmann den 21. Kranzfestsieg feiert.

Die Siegerstimme

Fabian Staudenmann: «Sieger des Seeländischen zu sein, ist sehr cool. Es war das Berner Gauverbandsfest, das mir noch gefehlt hat. Ich bin unglaublich froh, dass es geklappt hat. Meinen ersten Kranz hab ich vor neun Jahren am Seeländischen gewonnen – das ist eine besondere Beziehung zu diesem Fest. Wenn das Wetter schöner wäre, könnte man jetzt noch in den See springen. Aber heute lass ich das glaube ich.» (lacht)

Die Schlussrangliste

Foto: Screenshot ESV

Die Premiere

Fabian Staudenmann hat in seiner Karriere schon 20 Kranzfeste gewonnen. Darunter sind mit den Siegen am Mittelländischen (viermal), Oberaargauischen (zweimal), Emmentalischen (einmal), Oberländischen (dreimal) und Bern-Jurassischen (einmal) total elf Triumphe an den Berner Guaverbandsfesten. Auch das Berner Kantonale hat er schon zweimal (2023 und 2024) gewonnen. In seinem Palmarès fehlt aus seinem Heimatkanton nur noch eines: der Sieg am Seeländischen. Dort ist er bisher als Bestresultat je zweimal Zweiter (2022 und 2024) und Dritter (2021 und 2025) geworden. Nun schliesst er diese Lücke in seinem Palmarès – und feiert im siebten Anlauf den ersten Triumph am Seeländischen.

Der Titelverteidiger

Letztes Jahr hat Michael Ledermann das Seeländische Schwingfest gewonnen. Er fehlt im Teilnehmerfeld. Bisher ist er verletzungsbedingt noch nicht in die Saison gestartet.

Der dritte Sieger

Das Seeländische ist das dritte Gauverbandsfest der Berner in dieser Saison. Das Emmentalische hat Adrian Walther gewonnen, beim Mittelländischen triumphierte Matthias Aeschbacher. Weil beide in Ipsach fehlen, ist schon vor Beginn klar, dass es am dritten Berner Kranzfest den dritten Sieger geben wird.

Der Jubel des Tages

Nach vier Gängen führt ein Trio. Neben Topfavorit Fabian Staudenmann liegen punktgleich Simon Stucki und Jonas Wüthrich an der Spitze. Sie bekommen im 5. Gang einen Brocken vorgesetzt. Stucki greift mit Staudenmann zusammen und verliert. Wüthrich hingegen landet einen Coup. Der 24-Jährige legt innert kürzester Zeit den Eidgenossen Matthieu Burger aufs Kreuz. Seine Freude darüber ist riesig. Er jubelt und springt herum. Denn damit zieht er in den Schlussgang ein.

Der ungewohnte Anblick

Es ist ein ungewohnter Anblick – beim Seeländischen steigt Fabian Staudenmann erneut mit einem Helm in die Zwilchhosen. Diesen trägt er seit letzter Woche und dem 4. Gang am Seeländischen, weil er sich zuvor eine Wunde am Kinn zugezogen hat, die genäht werden musste. Auch dieses Mal dient er vor allem dazu, das Pflaster an Ort und Stelle zu halten. «Die Fäden sind noch drin, es ist eine Vorsichtsmassnahme, damits nicht gleich wieder aufreisst», sagt er gegenüber TeleBärn. Auf die Frage, ob ihn das beim Schwingen stört, meint er: «Gibt sicher Schöneres – oder, es ist gäbiger ohne.»

Der überraschende Halbzeit-Leader

Aus Seeländer Sicht ist der Blick auf die Rangliste nach dem Morgen ein erfreulicher. Gleich zwei Seeländer liegen an der Spitze. Auf Platz 1 ist überraschend Manuel Kehrli. Der 19-jährige Nicht-Kranzer gewinnt die ersten drei Gänge und bleibt nur einen Viertel unter dem Punktemaximum. Damit hat er einen Punkt mehr auf dem Konto als Topfavorit Fabian Staudenmann. Für die Seeländer Doppelführung sorgt Matthieu Burger, der als einziger weiterer Schwinger am Morgen dreimal siegreich ist. Er liegt einen Viertelpunkt hinter Kehrli. Am Ende können beide nicht mehr um den Festsieg mitreden. Burger holt immerhin den Kranz, Kehrli verpasst diesen als Neunter um einen Viertelpunkt.

Der Eidgenossen-Schreck

Am Emmentalischen ist Remo Rutsch starker Zweiter geworden – sein bestes Kranzfest-Resultat. Erreicht hat er dieses unter anderem auch, weil er Bernhard Kämpf einen Gestellten abgetrotzt hat. Kämpf ist nicht der einzige Eidgenosse, der den fünffachen Kranzgewinner in diesem Jahr hat stehen lassen müssen. Auch Matthias Aeschbacher und Lars Voggensperger ist es schon so gegangen. In Ipsach gesellt sich zu ihnen auch noch Christian Gerber. Gewinnen konnte Rutsch in diesem Jahr indes noch gegen keinen Eidgenossen.

Die kurzfristige Absage

Zwei Kränze (Dritter am Zuger Kantonalen und Fünfter am Emmentalischen) hat Ivan Thöni in dieser Saison schon gewonnen. Eigentlich hätte er auch am Seeländischen in die Zwilchhosen steigen wollen. Doch am Samstagmorgen ist sein Name in keiner Paarung zu finden. Thöni hat seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Der Grund: Er hat sich unter der Woche im Training die Nase gebrochen.

Das Comeback

Am ESAF in Mollis hat Christian Gerber seinen zweiten eidgenössischen Kranz gewonnen – trotz kaputtem Meniskus. Im Dezember hat sich der Emmentaler einer Operation unterzogen, die ihn zu einer monatelangen Schwing-Pause gezwungen hat. Nun gibt er sein Comeback. Und wird mit zwei Gestellten und vier Siegen starker Vierter.

Die Bedingungen

Das Anschwingen geht bei bewölktem Himmel und Temperaturen im mittleren einstelligen Bereich über die Bühne. Bedingungen, welche die Schwinger nur selten antreffen. In Ipsach ist auch Regen angesagt. Im Verlauf des Morgens kommt unangenehmer Wind auf, von Regen aber keine Spur. Stattdessen zeigt sich am Mittag die Sonne. Auch danach bleibts trocken, auch wenn sich im Verlauf des Festes die Wolken wieder verdichten.

So geht es weiter

Die Schwing-Fans müssen sich keine 24 Stunden gedulden, bis es im Sägemehl wieder zur Sache geht. Am Sonntag steigen mit dem Schwyzer, dem Zürcher und dem Basellandschaftlichen gleich drei Kantonalfeste.

Der Fest-Ticker zum Nachlesen

17:16 Uhr

Staudenmann triumphiert

Schlussgang – Fabian Staudenmann geht offensiver an die Sache ran. Erst mit Fussstich, dann mit Kurz lanciert er gegen Jonas Wüthrich die ersten beiden gefährlichen Angriffe. Beide werden vom Aussenseiter abgewehrt. Nach etwas mehr als drei Minuten gelingt das nicht mehr. Staudenmann wird seiner Favoritenrolle gerecht, legt Wüthrich auf den Rücken und holt sich den Festsieg.

17:00 Uhr

Entscheidung naht

6. Gang – Fabio Hiltbrunner beendet das Fest mit einem Plattwurf gegen Marco Aemmer. Von den Eidgenossen ist Patrick Schenk gegen Daniel Bühlmann siegreich, auch Christian Gerber (gegen Sämi Nufer) und Matthieu Burger (gegen Adrian Reichenbach) gewinnen. Zu einem Eidgenossen-Duell kommts zwischen Konrad Steffen und Lukas Tschumi – Letzterer setzt sich mit Plattwurf durch. Etienne Burger, der David Lüthi bodigt, wahrt mit dem Triumph die Chance, je nach Ausgang des letzten Duells den Festsieg zu erben.

Damit rückt die Entscheidung immer näher. Fabian Staudenmann und Jonas Wüthrich greifen im Schlussgang zusammen.

15:27 Uhr

Fazit 5. Gang

Matthieu Burger hätte seinem Bruder Etienne das Schlussgang-Ticket sichern können. Doch der Eidgenosse verliert überraschend gegen Jonas Wüthrich – der stattdessen in den Schlussgang einzieht. Dort trifft er auf den Topfavoriten Fabian Staudenmann, der sich den Sieg gegen Simon Stucki über mehrere Minuten erarbeitet.

15:19 Uhr

Schlussgang-Duell steht fest

5. Gang –Remo Rutsch wird seiner Favoritenrolle gegen Noel Neuenschwander gerecht. Er gewinnt nach gut einer Minute mit Plattwurf. Gleiches gilt für Daniel Bühlmann, der David Burger bezwingt. Einen Plattwurf gibts in diesem Duell allerdings nicht.

Philipp Roth bekommt von der Einteilung Paxton Grass vorgesetzt. Und der Eidgenosse beisst sich an seinem 45 Kilogramm leichteren Gegner die Zähne aus. Die beiden stellen.

Mit dem Duell Florian Aellen gegen Etienne Burger beginnt endgültig der Kampf um den Schlussgang. Die beiden liegen einen Viertelpunkt hinter dem Leader-Trio auf Rang 2 – von den punktgleichen anderen Schwingern haben Manuel Kehrli und Damian Gnägi bereits verloren und Gustav Steffen hat gestellt. Heisst: Der Sieger aus diesem Duell verschafft sich eine gute Ausgangslage – ist aber noch auf die Resultate des Leader-Trios angewiesen. Die beiden beginnen vorsichtig, keiner will den entscheidenden Fehler machen. In der zweiten Hälfte wird Burger immer offensiver. Kurz bevor die Schlussminute anbricht, greift Burger erneut an, hat seinen Gegner plötzlich in der Beinschere. Aellen wehrt sich, will die Niederlage verhindern. Aber das gelingt nicht. Burger gewinnt. Aber ob das für den Schlussgang reicht?

Jonas Wüthrich (oben) gelingt der Coup gegen Matthieu Burger.

Anschliessend schreitet sein Bruder zur Tat. Matthieu Burger greift mit Jonas Wüthrich zusammen. Und der vierfache Kantonalkranzer schafft die Überraschung. Innert kürzester Zeit bodigt er den Eidgenossen. Der Jubel ist ausgelassen – denn damit steht er im Schlussgang. Seinen Gegner könnte die letzte Spitzenpaarung ergeben. Fabian Staudenmann und Simon Stuck schreiten zur Tat. Lange wehrt sich Stucki erfolgreich, am Ende muss er sich dem Topfavoriten geschlagen geben. Damit heisst der Schlussgang Fabian Staudenmann gegen Jonas Wüthrich.

14:50 Uhr

Schneller Sieg für Eidgenosse Gasser

5. Gang – Nach Fabian Staudenmann im 3. Gang bekommt Damian Gnägi zum zweiten Mal einen Eidgenossen vorgesetzt. Er greift mit Dominik Gasser zusammen. Das Duell wird nicht alt, die Entscheidung fällt ziemlich genau nach einer Minute. Gasser bodigt seinen Gegner mit Plattwurf. Mit Adrian Klossner (gegen Marcel Kobel) und Konrad Steffen (gegen Florian Röthlisberger) gestalten zwei weitere Eidgenossen ihren 5. Gang siegreich.

Lukas Tschumi und Gustav Steffen zeigen einen engagierten Kampf – der ohne Sieger endet. Beide werden mit Note 9,00 belohnt. Nils Theiler gewinnt gegen Pascal Wüthrich und Reto Thöni fügt Manuel Kehrli die zweite Niederlage des Tages zu.

14:47 Uhr

Spitzenpaarungen 5. Gang

Die Einteilung lässt zwei aus dem Leader-Trio aufeinander los. Fabian Staudenmann greift mit Simon Stucki zusammen. Der Dritte auf Platz 1, Jonas Wüthrich, bekommts ebenfalls mit einem Eidgenossen zu tun. Er trifft auf Matthieu Burger.

Noel Neuenschwander – Remo Rutsch
Paxton Grass – Philipp Roth
Florian Aellen – Etienne Burger
Matthieu Burger – Jonas Wüthrich
Fabian Staudenmann – Simon Stucki

14:09 Uhr

Fazit 4. Gang

Fabian Staudenmann entscheidet das Kracher-Duell mit Matthieu Burger souverän für sich. Damit grüsst der Topfavorit neu von der Ranglistenspitze. Diese hat er allerdings nicht alleine inne – er muss sie gleich mit zwei Konkurrenten teilen. Auch Simon Stucki (Plattwurf gegen Stefan Gerber) und Jonas Wüthrich (Plattwurf gegen Nico Blum) kommen nach vier Gängen auf 38,75 Punkte. Dahinter lauert ein Quintett um Etienne Burger mit einem Viertelpunkt Rückstand. Für Spannung ist garantiert.

14:03 Uhr

Staudenmann gewinnt Kracher-Duell

4. Gang – Zwischen Marco Eggimann und Nicolas Zimmermann brechen gerade die letzten zwei Minuten an, als die Entscheidung fällt. Mit einem kräftigen Kurz holt sich Zimmermann die Maximalnote. 

Keinen Sieger gibts hingegen zwischen Leando Nägeli und dem Innerschweizer Gast Nils Theiler. Halbzeit-Leader Manuel Kehrli versteckt sich gegen Florian Aellen nicht. Im Gegenteil. Ganz frech geht er ins Duell, wagt den Angriff mit Übersprung – und wird eiskalt ausgekontert. Kehrli landet platt auf dem Rücken und kassiert damit die erste Niederlage.

Kehrli (unten) landet gegen Aellen auf dem Rücken.
Foto: Screenshot TeleBärn

Etienne Burger probierts gegen Luca Vögeli mit Übersprung – kommt aber nicht zum Erfolg. Kurz darauf greift er mit Kurz an, merkt aber, dass auch das nicht funktioniert und wechselt zu einem Hüfter. Und damit kommt der Erfolg. Platt legt er Vögeli aufs Kreuz. Damit orientiert er sich in der Rangliste weiter nach vorne.

Anschliessend folgt das Kracher-Duell dieses 4. Gangs. Matthieu Burger greift mit Fabian Staudenmann zusammen. Burger kann sich dank drei Siegen am Morgen auch einen Gestellten leisten, entsprechend geht er etwas zurückhaltender in den Kampf. Staudenmann hingegen sucht von Anfang an die Offensive und ist letztlich mit Fussstich erfolgreich. Für die Maximalnote reichts nicht ganz.

13:47 Uhr

Eidgenosse landet erneut auf dem Rücken

4. Gang – Den meisten Eidgenossen gelingt ein guter Start in den Nachmittag. Philipp Roth bodigt Pius Thöni, Patrick Schenk setzt sich gegen Sämi Nufer durch, Dominik Gasser legt Daniel Bühlmann platt aufs Kreuz und Christian Gerber bezwingt Tim Wüthrich.

Adrian Klossner hingegen läufts weiter nicht rund. Der Eidgenosse kassiert gegen Innerschweizer Kantonalkranzer Andri Krauer die dritte Niederlage. Mit dem Duell Fabio Hiltbrunner gegen Reto Thöni greifen ein Fünft- und ein Viertplatzierter zusammen. Die beiden trennen sich ohne Resultat – und binden sich so gegenseitig zurück. 

Damian Gnägi, der vor der Mittagspause von Fabian Staudenmann ins Sägemehl gebettet wurde, kehrt auf die Erfolgsstrasse zurück. Gegen Sven Klossner lässt er sich Sieg Nummer 3 notieren.

13:27 Uhr

Spitzenpaarungen 4. Gang

Die Einteilung sorgt für ein Kracher-Duell – sie lässt mit Fabian Staudenmann und Matthieu Burger die ersten Verfolger des Halbzeit-Führenden Manuel Kehrli aufeinander los. Dieser bekommt es derweil auch im 4. Gang nicht mit einem Eidgenossen zu tun.

Fabio Hiltbrunner – Reto Thöni
Damian Gnägi – Sven Klossner
Leandro Nägeli – Nils Theiler
Marco Eggimann – Nicolas Zimmermann
Florian Aellen – Manuel Kehrli
Etienne Burger – Luca Vögeli
Matthieu Burger – Fabian Staudenmann

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