Darum gehts
Er ist zurück – endlich. Fabio Hiltbrunner (20) feierte am Emmentalischen nach eineinhalb schwierigen Jahren sein Comeback. Seit seinem Sensationssieg am Jubiläumsfest 2024 hat der Berner nur ein Schwingfest bestritten. Nun also die Rückkehr und die Frage: Wie gut ist Hiltbrunner schon?
Eine erste Antwort darauf liefert die Rangliste. Hiltbrunner erreichte Rang drei und den damit verbundenen souveränen Kranzgewinn. Faktisch ein Erfolg. Und doch wirkt Hiltbrunner am Tag danach nicht restlos zufrieden. «Mir hat die Lockerheit gefehlt, ich war verkrampft und wusste nicht, wie schwingen», erklärt er.
Starke Worte nach knapper Entscheidung
Besonders in den ersten vier Gängen sei er etwas gehemmt gewesen. Gleich im Anschwingen musste sich Hiltbrunner Bernhard Kämpf geschlagen geben. Der 109-fache Kranzgewinner erwischte ihn mit seinem Paradeschwung, dem Fussstich. «Da hat die Routine gesiegt. Bernhard ist ein genialer Schwinger», sagt Hiltbrunner.
Da die Szene am Platzrand passierte, war zunächst unklar, ob Hiltbrunner tatsächlich mit beiden Schultern im Sägemehl lag. Diskussionen darüber lässt er jedoch gar nicht erst aufkommen. «Es war ein Resultat. Der Kampfrichter hat richtig entschieden.»
Kurze Pause bis zum nächsten Einsatz
Als ihm kurz darauf der erste Sieg gelingt, atmet Hiltbrunner auf. «Man merkte mir die Nervosität an. Deshalb tat dieser Erfolg richtig gut.» Es folgten drei weitere Siege und ein Gestellter – eine starke Reaktion nach dem harzigen Start.
Am Abend durfte er sich wie Bruder Remo den Kranz aufsetzen lassen. «Das war ein cooler Moment, der mich extrem gefreut hat.» Im Festzelt stiessen die beiden darauf an und liessen den Tag bei einem Essen ausklingen. Lange dauerte die Pause aber nicht. Bereits am Montag stand Hiltbrunner wieder im Training.
Nach seinem Comeback weiss er genau, woran zu arbeiten ist: «Ich muss im Kopf besser werden. Und so viel wie nur möglich schwingen.» Die nächste Gelegenheit, dies wettkampfmässig zu machen, bietet sich ihm am Samstag in einer Woche beim Seeländischen.