Darum gehts
- Fabio Hiltbrunner kehrt nach Schulter-OP und langer Pause ins Sägemehl zurück
- Ein erster Comeback-Versuch scheiterte – nun fühlte sich der Berner besser
- Am Sonntag wird sich am Emmentalischen zeigen, wie stark er bereits wieder ist
Am Abend nach seinem Comeback am Emmentalischen Schwingfest realisierte Fabio Hiltbrunner (20), dass sein grosser Traum geplatzt war. «Ich konnte den Arm kaum noch heben», erinnert er sich an den Auftritt vor knapp 10 Monaten. Es blieb sein einziger Start nach dem Sensationssieg am Jubiläumsfest 2024.
Eine Schulter-OP war unumgänglich. Das ESAF in Mollis fand ohne ihn statt. «Ich habe drei Jahre lang dafür trainiert und dann musste ich zuschauen. Das tat brutal weh.» Nun sind die körperlichen und seelischen Schmerzen verheilt und Hiltbrunner bereit für eine erneute Rückkehr.
Am Wochenende steigt er am Emmentalischen erstmals wieder an einem Kranzfest wettkampfmässig in die Zwilchhosen. «Ich fühle mich deutlich besser als vor meinem letzten Comebackversuch.» Blickt der Berner mit etwas Abstand darauf zurück, zeigt er sich selbstkritisch: «Ich würde es nicht mehr machen.»
Schwierige Zeit nach der OP
Hiltbrunner hatte gehofft, dass die Schmerzen am Montagmorgen nicht stärker sein würden als am Sonntagmorgen vor dem Schwingfest. Es kam anders. «Bereits nach dem ersten Gang spürte ich, dass es nicht geht.»
Der Emmentaler liess sich davon aber nicht aufhalten. Am Abend verpasste der Zaunbauer den Kranz um einen Viertelpunkt. Ein gebrauchter Tag, dem er im Nachhinein immerhin etwas Positives abgewinnen konnte. «Für den Kopf war es gut. Dadurch wusste ich, dass es wirklich nicht geht.»
Nach dem Eingriff durfte Hiltbrunner seinen rechten Arm sechs Wochen lang nicht bewegen. «Ich brauchte Hilfe beim Anziehen der Socken.» Während seine Kollegen um Kränze und Siege kämpften, lag er zu Hause. «Ich ging bis zum ESAF an kein Schwingfest mehr. Es schmerzte mich zu sehr, dass ich nicht selbst im Sägemehl stehen konnte.»
Geglückter erster Auftritt
Beim Saisonhighlight unterstützte er das Berner Team als Betreuer. «Während dem Einmarsch war ich nahe dran, zu weinen.» Wird es am Sonntag in Oberdiessbach ähnlich emotional? Einen ersten Schritt zurück zu alter Form hat Hiltbrunner am letzten Wochenende bereits gemacht.
Beim Oberbühl-Schwinget in Huttwil BE belegte er mit zwei Gestellten und vier Siegen den zweiten Platz. «Aufgrund meiner langen Pause fehlt mir noch etwas das Gefühl in den Schwüngen», erklärt er. Wie stark Hiltbrunner tatsächlich ist, wird sich am Sonntag zeigen.