Darum gehts
- Michael Gwerder siegt am Ob- und Nidwaldner Kantonalen
- Nach Knieverletzungen und Operationen feierte er ersten Kranzfestsieg
- Gwerder bedankt sich danach bei der Schwing-Legende Philipp Laimbacher
Nach dem Kranzfestauftakt ist man sich im Lager der Innerschweizer einig. Kaum jemand hat den Sieg in Hergiswil NW so sehr verdient wie Michael Gwerder (25). Der Schwyzer bodigte im Schlussgang Christian Zemp und feierte am Ob- und Nidwaldner seinen ersten Kranzfestsieg.
Dieser Triumph ist eigentlich schon lange überfällig. Doch zahlreiche Rückschläge bremsten ihn aus. «Das macht diesen Sieg umso schöner. Ich kann das jetzt endlich hinter mir lassen», erklärt er. Als Jungschwinger gewann Gwerder 45 Feste und sicherte sich rund 80 Zweige.
Folgerichtig durfte sich Gwerder mit 18 Jahren seinen ersten Eidgenössischen Kranz aufsetzen lassen. Alles schien bereit für eine grandiose Karriere. Bis er sich im Juni 2021 auf dem Stoos schwer am Knie verletzte.
Liebe Worte für Laimbacher
Nach der Diagnose Kreuzbandriss waren verschiedene operative Eingriffe nötig. Der Heilungsprozess dauerte länger als erwartet. In dieser schwierigen Zeit holte sich Gwerder Rat bei Schwinglegende und Vorbild Philipp Laimbacher.
Von Blick auf den fünffachen Stoos-Sieger angesprochen, gerät der Eidgenosse ins Schwärmen. «Weil er sich mit Verletzungen ebenfalls auskennt, war er mir in dieser schwierigen Zeit eine grosse Hilfe. Dafür bin ich ihm unheimlich dankbar. Nach wie vor habe ich einen sehr guten Kontakt zu Philipp.»
Ein möglicher Wicki-Nachfolger
Nach einer zweijährigen Pause kehrte Gwerder auf den Schwingplatz zurück. Bis er sich beim Jubiläumsfest 2024 erneut verletzte. Im Duell mit ESAF-Schlussgänger Matthias Aeschbacher riss das Syndesmoseband in seinem linken Fuss. Nach der Operation ergab eine weitere MRI-Untersuchung, dass aufgrund einer Entzündung am rechten Knie eine weitere Meniskusoperation unumgänglich war.
Gwerder schaffte es gerade noch so ans ESAF in Mollis GL im letzten Herbst. Im Glarnerland verpasste er jedoch den Kranz. Nun ist der gelernte Maurer wieder topfit und zeigt, was mit einem einsatzfähigen Körper möglich ist.
Er gilt als jemand, der die von König Joel Wicki hinterlassene Lücke im Innerschweizer Team füllen kann. «Wichtig ist jetzt einfach, dass ich gesund bleibe», erklärt Gwerder zum Abschluss. Kaum jemand weiss das so gut wie er.