Gwerder legt im Schlussgang Zemp auf den Rücken
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Ob- und Nidwaldner Kantonales:Gwerder legt im Schlussgang Zemp auf den Rücken

Premiere in Hergiswil
Gwerder schwingt sich aus den Ferien zum Festsieg

Die Kranzfest-Saison ist mit dem Ob- und Nidwaldner Kantonalen lanciert. Zum Auftakt gibts einen Premierensieger.
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Michael Gwerder lässt sich als Festsieger feiern.
Foto: Sven Thomann

Der Schlussgang

Zum Abschluss gibts ein Premieren-Duell. Michael Gwerder und Christian Zemp greifen erstmals zusammen. Für beide geht es um nichts weniger als den ersten Kranzfest-Sieg ihrer Karriere. Entsprechend engagiert gehen sie ins Duell. Die Aktionen von Gwerder sind etwas gefährlicher. Nach gut fünf Minuten hat er seinen Gegner in einer misslichen Lage am Boden. Aber Zemp wehrt sich und befreit sich mirakulös über die Brücke. Kurz darauf gelingt das nicht mehr. Die Kraft fehlt, er muss sich auf den Rücken drücken lassen. Und Gwerder bejubelt den ersten Kranzfest-Sieg seiner Karriere. Und das, nachdem er in der Vergangenheit immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen hatte.

Die Siegerstimme

Michael Gwerder gegenüber Tele1: «Es ist eine riesengrosse Genugtuung, dass ich das geschafft habe – nach dieser Verletzungsgeschichte. Ich bin überglücklich. Auch grosser Respekt vor Christian Zemp. Er ist ebenfalls von einer Verletzung zurückgekommen – das ist nicht selbstverständlich. Ich habe mich gut gefühlt, war unter der Woche noch in den Ferien auf Gran Canaria. Da ich kein Bauer bin, bleibt der Muni wohl beim Züchter.»

Die Schlussrangliste

Der grosse Wurf

Neun Eidgenossen steigen in Hergiswil in die Zwilchhosen – es wäre nicht abwegig gewesen, wenn sich zwei von ihnen im Schlussgang begegnet wären. Aber es kommt anders. Denn Christian Zemp zieht einen ganz starken Tag ein. Und das bei seinem ersten Kranzfest seit letztem Juli. Damals verletzte er sich am ISAF im Duell mit Samuel Giger am Ellbogen – seine Saison war vorzeitig vorbei. Beim Comeback gewinnt Zemp von den ersten vier Gängen drei und stellt einmal. Gegen den Eidgenossen Sven Lang gehts danach für ihn um den Schlussgang. Zweimal standen sich die beiden bisher gegenüber: 2021 verlor Zemp, 2022 gabs einen Gestellten. Den grossen Wurf hat sich der 21-jährige Obwaldner für sein Heimfest aufgespart. Er legt Lang platt aufs Kreuz – und zieht als Führender in den Schlussgang ein. Das gelang ihm davor erst einmal – vor vier Jahren ebenfalls am Ob- und Nidwaldner Kantonalen. Und dann gibts ein Déjà-Vu. Er verliert gegen den Eidgenossen Michael Gwerder und verpasst erneut den Heimsieg.

Der Halbzeitführende

Michael Gwerder erwischt einen ganz starken Start in die neue Saison. Zum Auftakt legt er Eidgenosse Sven Lang platt auf den Rücken, holt anschliessend auch gegen Adrian Egli die Maximalnote. Erst im 3. Gang beim Sieg gegen Ivan Felder verpasst er diese erstmals. Dennoch schliesst er als einziger Schwinger den Morgen mit drei Siegen auf dem Notenblatt ab. Und grüsst so von der Ranglistenspitze – einen Punkt vor gleich elf punktgleichen Verfolgern, die in Lauerstellung sind. Am Nachmittag folgt erst Sieg Nummer 4, dann ein Gestellter. Das reicht, um in den Schlussgang einzuziehen – einen Viertelpunkt hinter seinem Gegner. Weil er Christian Zemp bodigt, reichts am Ende trotzdem für den Festsieg.

Der Titelverteidiger

Vor einem Jahr hat Marc Lustenberger beim Ob- und Nidwaldner Kantonalen den ersten Kranzfestsieg seiner Karriere gefeiert. Wenige Monate später hat er am ESAF den Kranz geholt, darf sich nun Eidgenosse nennen. In die Mission Titelverteidigung startet er mit einem Gestellten, reagiert darauf am Morgen mit zwei Siegen. Am Ende des Tages stehen auf seinem Notenblatt drei Siege und drei Gestellte. Das ist Schlussrang 6 und der Kranz.

Die unerwartete Niederlage

Lukas Bissig ist seit letztem August Eidgenosse und hat eine starke Saisonvorbereitung gezeigt. Der 22-Jährige hat drei Rangfeste bestritten und sämtliche 18 Gänge gewonnen. Unter anderem hat er die Eidgenossen Marcel Bieri, Silvan Appert und Michael Gwerder gebodigt. Beim Ob- und Nidwaldner Kantonalen tritt er als Topfavorit an. Und dann das. Beim Anschwingen greift er mit Lars Voggensperger zusammen und landet innert Sekunden auf dem Rücken. Ein Raunen geht durchs Publikum – damit hat kaum jemand gerechnet. Bissig lässt sich davon aber nicht beeindrucken, startet die Aufholjagd und wird am Ende Zweiter.

Topfavorit Bissig liegt innert Sekunden im Sägemehl
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Kurz wird ihm zum Verhängnis:Topfavorit Bissig liegt innert Sekunden im Sägemehl

Die Premiere

Beim Anschwingen kommt es zu einer Premiere. Erstmals trifft Marcel Bieri auf Adrian Odermatt. Das Duell beginnt mit Abtasten, ehe beide etwas mutiger werden und vereinzelt Angriffe lancieren. Was attraktiv zum Zuschauen ist, endet ohne Sieger. Weil beide Eidgenossen aktiv zu Werke gehen, werden sie jeweils mit Note 9,00 belohnt.

Die Zusatzaufgabe

Für den 6. Gang fehlt lange die Einteilung für Marcel Bieri. Er hat aber nicht etwa entschieden, das Fest vorzeitig zu beenden. Der Grund ist simpel: Es geht mit der Anzahl Schwinger nicht auf, dass jeder noch einen Gegner bekommt. Deswegen muss Laurin Imfeld eine Zusatzaufgabe lösen – er muss ein siebtes Mal ran. Der Einsatz ist nicht von langer Dauer, er landet relativ schnell auf dem Rücken. Eine Punktzahl gibts für ihn nicht – einzige Ausnahme: Hätte Imfeld gewonnen, wäre ihm ein Viertelpunkt gutgeschrieben worden.

Der Edel-Betreuer

Noe van Messel (24) würde nur zu gerne selber im Sägemehl zur Tat schreiten. Nach einer Kreuzband-OP im Dezember ist der Zuger allerdings die ganze Saison zum Zuschauen verdammt. Den Saisonauftakt lässt er sich dennoch nicht entgehen, er ist schon frühmorgens in Hergiswil anzutreffen. «Die Zuschauerrolle ist noch kein Problem», meint er gegenüber Tele 1. Es sei noch früh in der Saison und der Eingriff noch nicht lange her, so habe er nicht das Gefühl, schon mitschwingen zu können. Mit dem Verlauf seiner Reha ist er zufrieden. «Mein Knie macht sehr gut mit», sagt van Messel. «Aber es braucht einfach viel Zeit.» In Hergiswil unterstützt er seine Zuger Kollegen, denn auch er selber sei immer froh, wenn andere mit Erfahrung vor Ort seien.

Nummer 83

«ich will die 100 Kränze erreichen» – dieses Ziel spricht Sven Schurtenberger vor dem Saisonstart gegenüber Blick aus. Einen nächsten Schritt in diese Richtung macht er in Hergiswil. Er holt sich Eichenlaub Nummer 83. Um die 100 voll zu machen, muss der 34-Jährige wohl aber so oder so bis zum ESAF 2028 in Thun weiter schwingen.

Die Bedingungen

Blauer Himmel und Sonnenschein, dazu die malerische Kulisse am Vierwaldstättersee mit dem Pilatus im Hintergrund – perfekter könnten die Bedingungen für den Saisonauftakt nicht sein.

So gehts weiter

Es geht Schlag auf Schlag. Kommenden Sonntag steigen gleich drei Kranzfeste parallel: Das Thurgauer (unter anderem mit König Armon Orlik und Unspunnensieger Samuel Giger) und das Solothurner Kantonale sowie das Emmentalische.

17:33 Uhr

Schlussgang: Gwerder triumphiert

Michael Gwerder und Christian Zemp schreiten zur Tat. Aufs Gut des Kampfrichters ziehen beide sofort, auch danach halten sie sich nicht zurück. Beide wissen, dass sie die Entscheidung für den Festsieg brauchen. Beide setzen immer wieder Nadelstiche, richtig gefährlich wirds lange nicht. 

Nach gut fünf Minuten kommt Gwerder mit einem Kurz gut rein, nagelt Zemp am Boden fest. Da kommt er dem Resultat ganz nah. Aber Zemp wehrt sich über die Brücke – und das erfolgreich. Er kann sich befreien. Kurz darauf gelingt das nicht mehr. Wieder geht Zemp in die Brücke, dieses Mal geht ihm die Kraft aus. Er landet auf dem Rücken. Und Gwerder feiert den ersten Kranzfestsieg seiner Karriere.

17:18 Uhr

Schlussgang-Teilnehmer unter Druck

Für Michael Gwerder und Christian Zemp gehts um den ersten Kranzfest-Sieg ihrer Karriere. Klar ist: ein Gestellter reicht beiden nicht. Dafür verantwortlich ist Lukas Bissig. Gibts im Schlussgang keinen Sieger, darf er jubeln.

17:05 Uhr

6. Gang: Bissig siegt zum Abschluss

Mit einem Kurz kommt Sven Lang gut rein, dann lässt er Marco Hürlimann am Boden nicht mehr entwischen. Er beendet das Fest mit einem Sieg. Anschliessend steigt das Eidgenossen-Duell Marc Lustenberger gegen Adrian Odermatt. Die beiden gehen über die volle Distanz, keiner findet das richtige Mittel, um das Ganze zu seinen Gunsten zu entscheiden. Die beiden stellen zum Abschluss, werden jeweils mit Note 9,00 belohnt.

Schnell in den Feierabend will Lukas Bissig. Der als Topfavorit ins Fest gestartete Eidgenosse legt Adrian Egli innert Sekunden aufs Kreuz. Gleiches tut kurz darauf auch Fredi Bruhin mit Lars Imboden. Auch Sven Schurtenberger löst seine letzte Aufgabe mit einem Plattwurf. Er lässt sich gegen Bruno Suter die Maximalnote notieren.

16:52 Uhr

Spitzenpaarungen 6. Gang

Marc Lustenberger – Adrian Odermatt
Marco Hürlimann – Sven Lang
Lukas Bissig – Adrian Egli
Fredi Bruhin – Lars Imboden
Sven Schurtenberger – Bruno Suter

Schlussgang
Michael Gwerder – Christian Zemp

15:56 Uhr

Fazit 5. Gang

Erstmals verlässt Michael Gwerder heute das Sägemehl nicht als Sieger. Der Gestellte gegen Sven Schurtenberger reicht aber dennoch für die Schlussgang-Qualifikation – auch wenn er deswegen die Führung in der Rangliste abtreten muss. Diese übernimmt Christian Zemp. Ihm gelingt der grosse Wurf, er bodigt den Eidgenossen Sven Lang und zieht so in den letzten Kampf des Tages ein.

15:35 Uhr

5. Gang: Schlussgang-Duell steht fest

Kaum hat das Duell Lukas Bissig gegen Jonas Burch begonnen, ist es auch schon wieder vorbei. Burch zieht mit dem Gut an, Bissig kontert und legt übers Knie ab. Damit holt er sich die schnelle Maximalnote. Derweil gewinnt Lukas von Euw gegen Jonas Fuchs.

Mit Marc Lustenberger steht der nächste Eidgenosse im Einsatz. Er bekommt es mit Lukas Heinzer zu tun. Und beisst sich an ihm die Zähne aus. Egal, was er probiert, er bringt ihn einfach nicht auf den Rücken. Das Duell endet gestellt, beide bekommen Note 9,00. Das öffnet die Schlussgang-Tür für Christian Zemp. Bodigt er Sven Lang, bestreitet er den letzten Kampf des Tages. Wohl mit dem Wissen geht er entsprechend offensiv in den Kampf. Etwas mehr als die Hälfte ist vorbei, da gelingt ihm tatsächlich der entscheidende Wurf. Mit Kurz legt er den Eidgenossen platt ins Sägemehl – und steht damit im Schlussgang.

Nun schreitet der Führende zur Tat. Michael Gwerder zieht in den Schlussgang ein, wenn er nicht verliert. Aber auch Sven Schurtenberger hat noch die Chance, sich dafür zu qualifizieren – mit einem Sieg. Die beiden lassen lange eine gewisse Vorsicht walten, keiner will den womöglich entscheidenden Fehler machen. Die logische Konsequenz: ein Gestellter. Das reicht Gwerder dennoch für den Schlussgang – er nimmt diesen mit einem Viertelpunkt Rückstand auf Zemp in Angriff.

15:19 Uhr

5. Gang: Bieri und Odermatt mit Sieg

Marcel Bieri lässt nichts anbrennen. Innert kürzester Zeit hat er Kevin von Wyl platt auf dem Rücken. Für den Zuger ist es der dritte Sieg. Derweil gestaltet auch Samuel Schwyzer seinen 5. Gang siegreich. Er bezwingt Ueli Hürlimann ebenfalls platt.

Jonas Durrer und Marco Fankhauser beissen sich aneinander die Zähne aus. Beide finden kein Erfolgsrezept und müssen sich so mit einem Gestellten zufrieden geben. Damit sind sie im abschliessenden 6. Gang gefordert, wollen sie noch den Kranz gewinnen.

Adrian Odermatt startet mit einem explosiven Angriff ins Duell mit Martin Schönbächler. Zum Erfolg führt dieser nicht. Dafür muss der Eidgenosse doch noch ein bisschen was investieren. Erst nach rund der Hälfte der Gangdauer kommt Odermatt zum Resultat.

14:58 Uhr

Spitzenpaarungen 5. Gang

Auf den Führenden wartet im 5. Gang ein Brocken. Die Einteilung bittet Michael Gwerder zum Eidgenossen-Duell mit Sven Schurtenberger. Das sind die weiteren Spitzenpaarungen:

Matthias Elmiger – Lars Voggensperger
Marcel Bieri – Kevin von Wyl
Jonas Durrer – Marco Fankhauser
Adrian Odermatt – Maartin Schönbächler
Lukas Bissig – Jonas Burch
Lukas Heinzer – Marc Lustenberger
Jonas Fuchs – Lukas von Euw
Sven Lang – Christian Zemp

14:31 Uhr

Fazit 4. Gang

Michael Gwerder gibt sich weiter keine Blösse. Auch sein viertes Duell gewinnt er – zum dritten Mal mit der Maximalnote. Damit grüsst er weiter souverän von der Ranglistenspitze. Von den elf Verfolgern mit einem Punkt Rückstand sind noch drei übrig. Lukas Heinzer, Christian Zemp und Marc Lustenberger gewinnen ebenfalls mit Plattwurf und lauern im Kampf um den Einzug in den Schlussgang.

Einen Viertelpunkt dahinter liegt ein Trio um Eidgenosse Sven Schurtenberger.

14:27 Uhr

4. Gang: Gwerder erneut blitzschnell

Marc Lustenberger macht kurzen Prozess. Nach rund zehn Sekunden liegt Beat Suter auf dem Rücken. Und auf dem Notenblatt des Eidgenossen landet die 10,00.

Marcel Bieri beisst sich an Nando Durrer die Zähne aus. Er findet einfach das Rezept nicht, um einen gefährlichen Angriff kreieren zu können. Wie schon im 3. Gang probiert ers in den letzten Sekunden mit einem Schlungg – dieses Mal ohne Erfolg. Bieri muss sich mit einem Gestellten begnügen.

Mit Lars Voggensperger lanciert ein weiterer Eidgenosse den Nachmittag mit einem Gestellten. Er kann gegen Fredi Bruhin kaum eine gefährliche Aktion kreieren. Für Voggensperger ist es der dritte Gestellte in Serie. 

Zum Abschluss ist die Reihe noch am Führenden. Und Michael Gwerder setzt seinen Lauf eindrücklich fort. Mit dem ersten Zug legt er Samuel Schwyzer auf den Rücken.

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