Darum gehts
Harte Trainings ist sich die Schwingerkönigin aus dem Jahr 2024 eigentlich gewohnt, doch was sie in Südkorea beim Dreh der «Shaolin Challenge» (freitags um 21 Uhr auf SRF 1) erlebt hat, habe alles übertroffen. «Ich bin an meine Grenzen gekommen – und habe diese irgendwann sogar überwunden», sagt Isabel Egli (29). Gemeinsam mit Ex-Miss-Schweiz Melanie Winiger (47), Snowboarder Pat Burgener (31), Schwingerkönig Nöldi Forrer (47), Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna (40) und Model Tamy Glauser (41) zieht sie für neun Tage in einen tausend Jahre alten Tempel: Die Tage sind voll mit Sporteinheiten, Meditation und Selbstreflexion.
Das Handy war während dieser neun Tage tabu. «Ich muss sagen: Ich habe es auch nicht vermisst», meint Egli rückblickend. Für die SRF-Sendung habe sie im vergangenen Sommer gar auf ein Schwingfest verzichtet – und das sei absolut die richtige Entscheidung gewesen. «Ich hatte nie das Gefühl, ich hätte nicht nach Südkorea reisen sollen.» Das Shaolin-Training scheint sie später im Sägemehl gar beflügelt zu haben. «Nur wenige Tage nach meiner Rückkehr habe ich direkt ein Schwingfest gewonnen.»
Für die Titelverteidigung reicht es Ende Saison trotzdem nicht. Im Gegensatz zu den Männern wird die Schwingerkönigin jährlich anhand einer Bestenliste gekürt. «Es war nicht einfach: Hast du einmal gewonnen, schwingen alle gegen dich. Sie wollen gewinnen oder stellen», erzählt Egli. Deshalb sei sie mit dem zweiten Platz durchaus zufrieden.
Sie trainiert neu auch Ringen
Aktuell befindet sich Egli in den Vorbereitungen zur neuen Saison: Rund viermal pro Woche trainiert sie, um ab Mitte Mai im Kampf um den Titel als Schwingerkönigin wieder vorne mit dabei sein zu können. Neu geht sie auch ins Ringen. «Der Sport ist ähnlich wie Schwingen – nur ohne Hosen, was es noch schwieriger macht», meint Isabel Egli. Auch wenn sie neue Techniken lerne, gehe es ihr beim Ringen vor allem um den Spass. «Ein Profi werde ich darin wohl nicht», meint sie mit einem Augenzwinkern.
Ihr Partner Adrian Schmutz (32) stand selbst lange im Sägemehl, holte in seiner Karriere zwei Kränze. «Anfangs war das schon sehr präsent in unserer Beziehung.» Mittlerweile sei sie froh, dass es nicht mehr immer ums Schwingen gehe. «Wir gehen viel wandern. Das geniesse ich sehr.»
Den Kopf kriege sie aber auch bei der Arbeit als Teamleiterin bei der Spitex frei. Trotzdem sei es nicht immer einfach, den Beruf, den Sport und das Privatleben unter einen Hut zu bringen. Die Erfahrungen durch die Gespräche und das Reflektieren bei der «Shaolin Challenge» kommen ihr da entgegen. «Ich musste lernen, Nein zu sagen», erklärt Egli. Dass sie mittlerweile mehr für die eigenen Bedürfnisse einstehe, habe anfangs für grosse Augen gesorgt, weil man sie von dieser Seite nicht kannte. «Aber wer weiss, vielleicht lernen sie dadurch ja auch, mehr für sich einzustehen – so wie ich es im Tempel gemacht habe.»