Rasanter Aufstieg des Berners
Darum lieben Traditionalisten Metzgermeister Zaugg

Lars Zaugg ist der Aufsteiger der Saison. Zwar kann er mittlerweile mit den Spitzenschwingern mithalten, doch etwas grundlegendes unterscheidet ihn noch immer von diesen.
Kommentieren
1/5
Lars Zaugg (r.) zeigte auf der Schwägalp erneut einen bärenstarken Auftritt.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Lars Zaugg ist Metzger und erfolgreicher Schwinger aus dem Emmental
  • Er arbeitet 100 Prozent als Produktionsleiter und trainiert erst nach Feierabend
  • Genau so würden sich die Traditionalisten den perfekten Schwinger vorstellen
RMS_Portrait_AUTOR_1051.JPG
Nicola AbtReporter Sport

Am Morgen steht Lars Zaugg (24) in der Metzgerei, am Abend im Schwingkeller. Was früher bei den Bösen selbstverständlich war, ist an der Spitze des Schwingsports seltener geworden. Viele reduzieren ihr Arbeitspensum, um mehr Zeit für Training und Erholung zu haben. Samuel Giger ist mittlerweile sogar Vollprofi. Zaugg geht einen anderen Weg.

Und das mit erstaunlichem Erfolg. Innerhalb weniger Wochen stand der Emmentaler auf der Rigi und der Schwägalp im Schlussgang. Am Sonntag stellte er ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel und bezwang Kilchberger-Sieger Damian Ott. In der starken Berner Hierarchie arbeitet sich Zaugg damit immer weiter nach vorne.

Training bei den SCL Tigers

Und «arbeitet» ist bei ihm durchaus wörtlich zu verstehen. Zaugg ist weiterhin zu 100 Prozent als Produktionsleiter bei der Metzgerei Lengacher angestellt. Erst nach Feierabend wird trainiert.

Damit erinnert er an frühere Generationen von Schwingern und wird zum Liebling der Traditionalisten. «Mir gefällt die Arbeit sehr. Wir haben ein super Team», sagt Zaugg. Eine Reduktion ist derzeit kein Thema. «Dafür muss man auch die nötigen Sponsoren haben, um den Ausfall auffangen zu können.»

Seine wenige freie Zeit nutzt Zaugg dafür umso konsequenter. Fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert er. An seiner Athletik feilt der Emmentaler im Campus der SCL Tigers beim gleichen Trainer wie Matthias Aeschbacher. «Mit meinem 100-Prozent-Pensum ist das Maximum erreicht. Mehr geht nicht.»

Metzgerhandwerk liegt in der Familie

Dass Zaugg im Sägemehl den nächsten Schritt gemacht hat, überrascht Fabian Staudenmann nicht. Der derzeit dominierende Berner stoppte seinen Teamkollegen sowohl auf der Rigi als auch auf der Schwägalp im Schlussgang. «Man sah es im Winter kommen», sagt Staudenmann. «Nun erhält er den Lohn für seine guten Trainings und die Fortschritte, die er gemacht hat. Das ist hochverdient.»

Einen kleinen Anteil an seinem Aufstieg schreibt Zaugg seinem Berufsalltag zu. «Die Kraft in den Armen kommt bestimmt auch von meiner Arbeit als Metzger.» Das Handwerk liegt ihm im Blut. Schon sein Grossvater und sein Onkel waren Metzger. Bis es Anfang September am Kilchberger erneut ernst gilt, widmet sich Zaugg wieder der Fleischverarbeitung – zu 100 Prozent. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen