Darum gehts
- Samuel Giger gibt am Samstag beim Kilchberger Schwinget sein Comeback
- Seine genaue Verfassung bleibt ein Geheimnis – Trainingseindrücke sind gut
- Der Titelverteidiger verrät nicht vielen, wie es ihm aktuell wirklich geht
Es ist das am besten gehütete Geheimnis des Schwingsports. Alle fragen sich: Wie stark ist Samuel Giger (28)? Der Thurgauer hat sich letzte Woche für den Kilchberger Schwinget angemeldet. Ein positives Zeichen, das aber noch immer viel Raum für Spekulationen lässt.
Schliesslich kursierten in den vergangenen Monaten seit seiner Schulterverletzung die unterschiedlichsten Gerüchte. Von Rückschlägen war die Rede, von beeindruckenden Leistungen im Training – zwischenzeitlich sogar von der Befürchtung, Gigers Saison könnte vorzeitig beendet sein.
Fest steht inzwischen, dass Giger fit genug ist für Kilchberg. Doch das beantwortet die entscheidende Frage noch nicht. Ist der Titelverteidiger auch schon wieder stark genug, um am prestigeträchtigsten Schwingfest des Jahres um den Sieg zu kämpfen?
Geglücktes Abschlusstraining
Hört man sich in der Nordostschweiz um, zucken viele mit den Schultern. Giger verrät ihnen genauso wenig wie den Medien. Selbst das medizinische Team des Teilverbands weiss nicht, was der Unspunnen-Champion genau hatte und wie es aktuell um ihn steht. Giger hält den Kreis seiner Vertrauenspersonen klein.
Zu seinem engsten Team gehören Athletiktrainer Goran Cvetkovic und Hypnotiseur Adrian Brüngger. Informationen dringen kaum nach aussen. Beim Abschlusstraining am Dienstagabend mit den stärksten Nordostschweizern soll Giger aber einen guten Eindruck hinterlassen haben. «Er ist parat», ist aus seinem Lager zu hören.
Viele Fragen vor dem ersten Gang
Dass niemand genau weiss, wie stark Giger wirklich ist, kann für ihn zum Vorteil werden. Seine Gegner können ihn nicht einschätzen. Gleichzeitig gilt das aber auch umgekehrt. Giger verzichtet bewusst auf die Schwinger-WK in Magglingen BE. Mit vielen seiner grössten Konkurrenten hat er deshalb seit dem letzten ESAF vor über einem Jahr nicht mehr zusammengegriffen.
Wie fühlt es sich an, einem Fabian Staudenmann in dessen aktueller Verfassung gegenüberzustehen? Wie stark ist ein Michael Moser, der seither nochmals einen gewaltigen Schritt gemacht hat? Antworten darauf hat auch Giger nicht.
Fragezeichen bezüglich der Nervosität
Das letzte Duell gegen seinen Auftaktgegner Matthias Aeschbacher ist ebenfalls eine Weile her. Letztmals griffen die beiden 2024 am Schwarzsee zusammen. Damals gewann der Thurgauer. Wenn er so stark ist, wie gewisse Nordostschweizer überzeugt sind, dürfte ihm der Berner keine riesigen Probleme bereiten.
Einmal in Fahrt, ist Giger dann alles zuzutrauen. Nebst den körperlichen Fragezeichen bleibt offen, wie er mit dieser Ungewissheit und der Nervosität umgeht. Schliesslich liegt sein letzter Ernstkampf über drei Monate zurück. Am Samstag hat die Geheimniskrämerei ein Ende. Dann werden alle sehen, wie stark Giger wirklich ist.