Darum gehts
- Kilchberg-Schwinget öffnet erstmals Festgelände für Öffentlichkeit, Arena bleibt exklusiv
- Festzelt und Verpflegungsstände frei zugänglich, Stimmung per Grossleinwand erlebbar
- 10'000 exklusive Arenatickets, Gelände ab 6.00 Uhr offen, Start 8.30 Uhr
Bisher galt für den traditionsreichen Kilchberg-Schwinget eine eiserne Regel: Zugang zum Fest gibts nur für einen äusserst auserwählten Kreis. Die rund 10’000 Tickets für die Arena auf dem Hof Stockengut oberhalb Kilchberg ZH gehen bekanntlich nicht in den öffentlichen Verkauf, sondern werden über die Teilverbände direkt an erlesene Schwing-Fans verkauft.
Doch dieses Jahr gilt diese eiserne Regel erstmals nur für die Arena selber – das Festgelände rundherum ist öffentlich zugänglich. Das ist eine Premiere.
Im Klartext: Beim nur alle sechs Jahre stattfindenden Schwing-Klassiker am Zürichsee steht das Gelände erstmals jedem und jeder offen, nicht mehr nur den rund 10’000 Ticket-Besitzerinnen und -besitzern.
Es ist eine Geste vor allem an die Einheimischen
Also genauso wie jeweils am Eidgenössischen, wo sich jeweils Zehntausende auf dem Gelände tummeln, auch wenn sie nicht in der Arena selber sitzen können. ESAF-mässiger Gigantismus gibts in Kilchberg aber weiterhin nicht. Am überschaubaren Gelände selber und an den engen Platzverhältnissen hat sich nichts geändert.
OK-Chef Ruedi Schweizer zu Blick: «Mit dieser Neuerung wollen wir vor allem der Bevölkerung von Kilchberg die Möglichkeit geben, so nah wie möglich dabei zu sein.»
Dazu muss man wissen: Der Hof befindet sich im Besitz der Gemeinde. Deshalb seien auch immer wieder Fragen aufgekommen, warum eigentlich die Einwohnerinnen und Einwohner beim grössten Anlass der Gemeinde nicht dabei sein können – die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner der gemeinde-internen Verlosung eines kleinen Ticketkontingents ausgenommen.
Weil die vier temporären Tribünen mittlerweile so erstellt sind, dass eine kompakte, abgeschlossene Arena entsteht, lässt sich der Zugang leichter regeln. Es ist ein offenes Geheimnis rund um den Zürichsee: Als der Stehplatzbereich noch grösser und die Tribünen kleiner waren, schmuggelten sich in der Vergangenheit auch gerne mal Schlaumeier ohne Ticket aufs Gelände und dann in die Zuschauermenge.
Das frei zugängliche Festzelt steht nah an der Arena
Nun ist alles sauberer getrennt. Das neue Zugangs-Regime wurde bisher nicht an die grosse Glocke gehängt und nur diskret publik gemacht. Aber für Schwing-Fans ohne Ticket wird Kilchberg plötzlich viel attraktiver. Denn auf dem Stockengut-Gelände wird man viel von der Stimmung in der Arena mitkriegen, auch wenn der direkte Blick auf die Sägemehlringe eben den Fans mit den exklusiven Billetten vorbehalten bleibt.
Das grosse Festzelt steht nur ein paar Dutzend Meter von den Tribünen entfernt. Dort wird die Action vom Schwingplatz auch auf Grossleinwand übertragen. «Neben dem Public Viewing sind auch alle Verpflegungsstände frei zugänglich», schildert OK-Chef Schweizer.
Wer sich ohne Ticket auf dem Hofgelände den ganzen Tag auf einem gemütlichen Platz einrichten will, muss aber natürlich früh aufstehen. Das Gelände öffnet morgens um 6 Uhr noch vor Sonnenaufgang, das Anschwingen findet um 8.30 Uhr statt.
Die Wetterprognosen für das grosse Saison-Highlight am übernächsten Samstag sind noch nicht in Stein gemeisselt. Aber gut möglich, dass sich bei einem Prachtstag auch viele Spontanbesuchende in Richtung «Uf Stocken» aufmachen – dank der neuen Zugangsregelung ist der Besuch auch ohne Ticket so attraktiv wie noch nie.