Darum gehts
- Schwingklub Zürich nominiert Janos Bachmann fürs Kilchberger Schwingfest
- Gian Maria Odermatt wird trotz vier Saisonkränzen nicht selektioniert
- Eidgenosse Marco Good profitiert vom Geschenk des Schwingklubs an den Verband
Als Organisator besitzt der Schwingklub Zürich ein besonderes Privileg. Zwei der 60 Teilnehmer am Kilchberger darf er selbständig nominieren. Einen dieser Plätze verteilte der Vorstand an Janos Bachmann (21). Sportlich gibt es daran wenig auszusetzen. Bachmann gewann in dieser Saison zwei Bergkränze sowie den Kranz am Nordostschweizer Teilverbandsfest.
Doch genau deshalb sorgt die Wahl für Diskussionen. Bachmann wäre mit seinem Leistungsausweis ohnehin vom Nordostschweizer Verband selektioniert worden. Der Schwingklub Zürich hätte stattdessen Gian Maria Odermatt (21) direkt nominieren können. Dieser gewann vier Saisonkränze, verpasste das NOS-Aufgebot aber knapp. So hätten theoretisch drei Athleten des Schwingklubs Zürich teilnehmen können.
Eidgenosse Good profitiert
Ein taktischer Fehler – könnte man meinen. Doch die Gastgeber waren sich bewusst, was sie da taten. «Wir sind der Meinung, dass wir als Schwingklub Zürich so zwei wichtige Athleten mitgeben können und gleichzeitig dem NOS ermöglichen, seine priorisierten Schwinger zu selektionieren», erklärt Medienverantwortliche Claudia Schweizer gegenüber Blick.
Profitiert haben dürfte davon Eidgenosse Marco Good. Mit lediglich zwei Saisonkränzen gehörte er zu den Wackelkandidaten im NOS-Aufgebot. Hätte Bachmann einen regulären Platz beansprucht, wäre für einen der bisherigen 14 kein Platz mehr gewesen.
Vergangenheit gab den Ausschlag
Der Leidtragende des Zürcher Geschenks an den Verband ist dagegen Odermatt. Trotz vier Saisonkränzen muss das Talent den Kilchberger als Zuschauer verfolgen. Letzten Sonntag auf der Schwägalp fehlte ihm nur ein Sieg zum Bergkranz. Hätte er diesen geholt, wäre er wohl dabei.
Statt Odermatt selektioniert der Schwingklub Zürich den Eidgenossen Fabian Kindlimann (35). Dieser hat aufgrund einer Verletzung nur einen Saisonkranz vorzuweisen. Für ihn sprach, was er bereits geleistet hat. «Der Entscheid zu seinen Gunsten fiel aufgrund seiner starken Leistungen in der vergangenen Saison sowie seines ESAF-Kranzgewinns», erklären die Verantwortlichen des Schwingklubs.
Zudem habe Odermatt am Nordostschweizer Teilverbandsfest den Kranz verpasst. Und auch das Alter floss in die Überlegungen ein. Odermatt werde in Zukunft noch weitere Chancen erhalten, am Kilchberger teilzunehmen. Ein schwacher Trost für den jungen Zürcher.