Darum gehts
- Fabian Staudenmann (26) gewinnt auf der Schwägalp auf eindrucksvolle Weise
- Die Nordostschweizer verlieren nicht nur das Fest sondern auch noch Werner Schlegel
- Wie schwer sich der Toggenburger verletzt hat, werden die nächsten Wochen zeigen
Nach dem letzten Besuch von Fabian Staudenmann (26) in der Nordostschweiz schlugen die Experten Alarm. «Irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Es scheint so, als wäre er blockiert», sagte beispielsweise Stefan Burkhalter. Eineinhalb Monate später kehrt Staudenmann ins «Feindesgebiet» zurück – und brilliert!
Der Berner gewinnt auf der Schwägalp. Seinen Siegeszug startet Staudenmann mit einem Knall. Im ersten Gang bodigt er ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel. Zwei der letzten drei Duelle hatte der Toggenburger noch für sich entschieden. Nun scheinen sich ausgerechnet vor dem Saisonhighlight die Kräfteverhältnisse zu verschieben.
Berner dominieren in der Fremde
Für Schlegel kommt es noch schlimmer. Nach dem vierten Gang und dem Gestellten gegen Lars Zaugg muss er den Wettkampf verletzungsbedingt abbrechen. Der Toggenburger hatte zuletzt zwei Kranzfeste verpasst. Was und ob überhaupt etwas kaputt ist, sollen Abklärungen in den nächsten Tagen zeigen.
Drei Wochen vor dem Kilchberger schrillen bei den Nordostschweizern aber endgültig die Alarmglocken. Bereits bei Samuel Giger ist nach dessen Schulterverletzung weiterhin offen, ob und in welcher Verfassung er am Kilchberger antreten kann.
Nun müssen die Gastgeber auch um Schlegel bangen. Doch nicht nur deshalb entwickelt sich ihr Heimfest zu einem Alptraum. Die Gäste aus dem Bernbiet verpassen ihnen eine empfindliche Ohrfeige. Nach fünf Gängen liegen gleich vier Mutzen an der Spitze der Rangliste. Und das, obwohl sich die am Nachmittag sogar gegenseitig Punkte wegnehmen müssen.
Das Problem hinter der Spitze
Staudenmann trifft an einem auswärtigen Bergfest gleich dreimal auf einen eigenen Teilverbandskollegen. Viel deutlicher lässt sich die Berner Überlegenheit an diesem Tag kaum dokumentieren.
Gleichzeitig offenbart der Wettkampf ein bekanntes Problem der Nordostschweizer. Hinter den vier Aushängeschildern Armon Orlik, Damian Ott, Giger und Schlegel fehlt derzeit die Breite, um mit dem stärksten Teilverband mitzuhalten.
Ein Nordostschweizer Fan bringt es vor dem letzten Gang auf den Punkt: «Heute kann nur noch ein Gewitter die Berner stoppen.» Tatsächlich donnert und blitzt es etwas später über der Schwägalp. Die Berner Festspiele gehen aber trotzdem weiter.
Die Zeit drängt
Wie schon auf der Rigi stehen sich im Schlussgang Staudenmann und Zaugg gegenüber. Der Metzger überzeugt einmal mehr und bodigt unter anderem den Kilchberger-Sieger Damian Ott. Im Schlussgang muss er sich jedoch zum zwölften Mal Staudenmann geschlagen geben.
Der Student triumphiert nach der Rigi und dem Brünig nun auch auf der Schwägalp. Es ist sein fünfter (!) Kranzfestsieg in Folge. Spätestens jetzt ist der Berner der Topfavorit auf den Sieg beim Kilchberger Schwingen. «Es gibt auch noch andere Favoriten», meint er lachend. Den Nordostschweizern bleiben drei Wochen, um ihre angeschlagenen Spitzenleute fit zu bekommen und eine Antwort auf diese Berner Übermacht zu finden.