«Stockengut ist ein wichtiger Begegnungsort»
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Kilchberg-Gemeindepräsidentin:«Stockengut ist ein wichtiger Begegnungsort»

Millionen-Wirbel um Schwingmulde
Wird Kilchberger Festgelände doch überbaut?

In Kilchberg gibts kurz nach dem Schwingfest Wirbel um die Zukunft der sogenannten Schwingmulde. Eine Umzonung sollte die Tradition sichern, doch ein Lokalpolitiker stellt nun einige heikle Fragen.
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Der Baukran hinter der Tribüne als Mahnmal? Sieger Samuel Giger steht am Kilchberger Schwinget auf Boden, der vom Bauland zur Erholungszone werden soll.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

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  • Kilchberg will Schwingmulde zur Erholungszone machen, Entscheidung angefochten
  • Kritik: Umzonung mindert Grundstückswert von 5,8 Millionen auf nahezu null
  • Potenzieller Baulandverkauf könnte bis zu 100 Millionen einbringen
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Kilchberg ZH ist die teuerste Gemeinde der Schweiz – würde nur schon einer der beiden 14 Meter breiten Sägemehlringe am traditionsreichen Schwinget mit einer Wohnung überbaut, wären diese 150 Quadratmeter verrückte 3,7 Millionen Franken wert.

Eine reine Zahlenspielerei. Oder doch nicht? Kurz nachdem der nur alle sechs Jahre stattfindende Schwing-Klassiker auf dem Bauernhof Stockengut mit dem grossen Sieger Samuel Giger über die Bühne gegangen ist, gibts in der mondänen Zürichsee-Gemeinde mächtig Wirbel um die sogenannte Kilchberger Schwingmulde. Und das absurderweise ausgerechnet deshalb, weil man den Ort des Schwingfests langfristig vor der Gefahr, eines Tages mit teuren Immobilien überbaut zu werden, schützen wollte.

Die geplante Umzonung wird hinterfragt

Dazu muss man wissen: Das Gelände mit dem Hof und der Schwingmulde liegt zwar tatsächlich in der Bauzone. Aber es gehört der Gemeinde, die keinerlei Bauabsichten hat. Diese Absicht wurde nun an der Gemeindeversammlung im Juni untermauert: Die Versammlung beschloss die Umzonung. Die Schwingmulde soll neu zur Erholungszone werden – damit wäre die drohende Einfamilienhaus-Gefahr am Ort des Schwing-Mythos wohl für immer gebannt.

So weit, so gut. Doch jetzt wird dieser Umzonungsentscheid plötzlich angefochten. Der Fall liegt jetzt beim Bezirksrat. Es ist mit Christoph Rohner der Präsident der Kilchberger Rechnungsprüfungskommission, der verlangt, dass der Umzonungsentscheid rückgängig gemacht wird.

Es ist eine Lokalposse, die theoretisch weitreichende Folgen für den nationalen Schwingsport haben könnte. Was steckt dahinter? Im regionalen News-Portal bezirk.ch sagt Rohner: «Ich habe am Schluss der Versammlung eine formelle Beschwerde zuhanden des Protokolls eingelegt. Ich bin auch für die Freihaltung der Schwingmulde. Aber es gibt bessere Varianten, dies zu erreichen.»

Es geht um viel Geld für die Gemeinde Kilchberg

Für den Lokalpolitiker habe die Gemeindeversammlung zu wenig Informationen gehabt, um eine fundierte Entscheidung zu fällen. Damit meint er vor allem Infos zum lieben Geld. Die finanziellen Konsequenzen seien happig und bei der Abstimmung kein Thema gewesen. 

Die Zahlen sind tatsächlich beeindruckend. Das Grundstück ist offiziell 5,8 Millionen Franken wert. Wird es von der Bau- zur Erholungszone, wird es praktisch auf null abgeschrieben. Dieser Verlust muss gemäss Rohner in der Jahresrechnung der Gemeinde aufgeführt werden.

Allerdings ist das nur ein theoretischer Wert. Denn wir befinden uns in der teuersten Gemeinde der Schweiz. Bei bezirk.ch schätzt Rohner, dass bei einem tatsächlichen Verkauf als Bauland 50 bis gar 100 Millionen drinliegen würden. Rohner regt deshalb an, dass innerhalb oder ausserhalb der Gemeinde im Gegenzug eine andere Fläche zur Bauzone wird, um den Verlust für die kommunale Kasse zu kompensieren.

Gehts bei diesen verlockenden Millionenbeträgen also der Schwingmulde in Zukunft doch mit Baggern an den Kragen? Kaum. Stand jetzt besteht keine Gefahr, weil es am Zürichsee eine klare Mehrheit gibt, den Schwinget in der aktuellen Form beizubehalten. Und wenn der Bezirksrat nicht auf Rohners Beschwerde eintritt, bleibt sowieso alles wie im Juni an der Gemeindeversammlung geplant.

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