Darum gehts
- Samuel Giger (28) will Siegermuni Ultimo nach Tod präparieren lassen
- Schweizer Tierschutz kritisiert Tradition lebender Preise und Trophäen-Präparation
- STS fordert Würde und Wohlergehen der Tiere während und nach Schwingfesten
Samuel Giger (28) sorgt nach seinem Triumph am Kilchberger nicht nur mit sportlichen Schlagzeilen für Gesprächsstoff. Der Schwinger äussert im Zusammenhang mit dem Siegermuni Ultimo den Wunsch, dessen Kopf ausstopfen zu lassen.
Giger betont, dass Ultimo zunächst ein schönes Leben haben und erst nach seinem Tod präpariert werden solle. Für Giger geht es damit nicht darum, dem Tier etwas wegzunehmen, sondern um eine Erinnerung an einen besonderen gemeinsamen Moment.
Die Aussage dürfte bei manchen Tierfreunden auf Unverständnis stossen. Wie kontrovers die Aussage diskutiert wird, zeigen auch die Kommentare unter dem Blick-Artikel. Unter vielen aufgebrachten Nachrichten kritisiert zum Beispiel Thomas Hert: «Tiere sind keine Sachen und somit keine Preise!» Peter Moser spricht von einer «verkehrten Richtung» in der Welt des Profischwingens.
Während die Präparation für die einen eine Erinnerung an einen besonderen sportlichen Erfolg und Teil der Schwingtradition ist, stellt sich für andere die Frage, ob ein Tier nach seinem Tod zum Erinnerungsobjekt eines Siegers werden sollte. Dabei wird die Aussage teilweise missverstanden: Giger will den Muni nicht zu Lebzeiten ausstopfen lassen, sondern ihn nach dessen Tod präparieren lassen.
Die Einschätzung des Schweizer Tierschutzes
Der Schweizer Tierschutz (STS) steht der Vergabe lebender Tiere als Preise grundsätzlich ablehnend gegenüber. «Tiere sind keine Trophäen, sondern Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen», schreibt der STS auf Anfrage. Gleichzeitig anerkenne man die Realität, dass in der Schweiz weiterhin Nutztiere als Lebendpreise vergeben werden. Solange an dieser Tradition festgehalten werde, müssten Würde und Wohlergehen der Tiere vor, während und nach dem Schwingfest jederzeit gewährleistet sein.
Auch die mögliche Präparation von Ultimos Kopf sieht der STS kritisch. «Einen Siegermuni nach seinem Tod als Trophäe zu präsentieren, verstärkt aus unserer Sicht die problematische Symbolik, ein Tier als Gewinn und Erinnerungsobjekt zu behandeln», schreibt die Organisation. Ein respektvoller Umgang mit einem Nutztier solle dessen Leben und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.