Darum gehts
Vor dem Schlussgang standen Samuel Gigers (28) Teamkollegen aus der Nordostschweiz Spalier. Sie klatschten, feuerten ihn an und schickten ihren letzten verbliebenen Sieganwärter ins Sägemehl. Wenig später vollendete Giger ihre gemeinsame Mission mit dem Sieg beim Kilchberger Schwinget.
Für diesen Erfolg hatten die Nordostschweizer alles getan. Auch hinter den Kulissen. Blick hat einige Tricks der Delegation in Erfahrung bringen können.
Am Morgen wartete in der Garderobe eine persönliche Motivationsbotschaft auf die Schwinger. Raphael Zwyssig, Technischer Leiter Administration und ehemaliger Schwinger, hatte für jeden Athleten ein eigenes Plakat mit einem auf dessen Stärken und Charakter abgestimmten Zitat gestaltet.
«Als Teilverband war es uns wichtig, unsere Schwinger nicht nur organisatorisch und sportlich, sondern auch mental zu unterstützen», sagt Zwyssig. Sein guter Freund Michael Bless, vierfacher Eidgenosse, liess sich für das Saisonhighlight etwas ganz Verrücktes einfallen.
Songtext bleibt geheim
Bless wurde kurzerhand zum «Songproduzenten». Mithilfe künstlicher Intelligenz bastelte er einen eigenen Motivationssong für die Nordostschweizer. Bei den Schwingern kam seine musikalische Überraschung mehrheitlich gut an. «Meine Aufgabe war es, gute Stimmung in der Garderobe zu verbreiten und eine Motivationsrede zu halten», sagt Bless. Das Lied kam bei einer Mehrheit der Schwinger gut an.
Wer den Motivationssong nun selbst hören möchte, hat Pech. Das kleine Geheimnis der Nordostschweizer soll eines bleiben. Zwyssig sagt: «Dieser ist ausschliesslich für den internen Gebrauch bestimmt.»
Ob der KI-Song tatsächlich ein paar zusätzliche Prozent aus den Schwingern herauskitzelte, lässt sich nicht messen. Für Zwyssig ist ohnehin etwas anderes entscheidend: «Im Zentrum stand dabei immer der Teamgedanke.» Wie stark dieser war, zeigte sich spätestens vor dem Schlussgang, als Gigers Teamkollegen für ihn Spalier standen.