Darum gehts
- Samuel Giger wird in Märstetten nach Kilchberg-Sieg gefeiert
- Der Siegermuni Ultimo kam wegen Stau verspätet an
- Rund 1000 Menschen feierten den Schwinger mit Standing Ovations
Märstetten im Kanton Thurgau hat gut 3000 Einwohner. Einer von ihnen ist Samuel Giger (28). Am Dienstagabend wird er in seiner Heimat gefeiert. «Sämi, Sämi, Sämi», rufen die Leute, als der Kilchberg-Sieger durch die Strassen läuft. Drei Tage nach seinem Triumph lassen ihn die Märstetter hochleben.
Mit frisch gereinigtem Mutz winkt Giger den Leuten zu. Den Gang in die Reinigung hat sich das Kleidungsstück am Wochenende verdient. Nach seinem Sieg feierte Giger am Samstag mit Familie und Freunden im Festzelt bis nach Mitternacht. Bier und Wein flossen, Musik lief. «Es war ein toller Abend. Es hat alles gepasst», sagt Giger.
Nur der König fehlt
Ob der Mutz nach diesem Abend gleich noch einmal in die Reinigung muss? Auch in Märstetten geht es feuchtfröhlich zu und her. Bevor die Party richtig beginnen kann, müssen sich die Märstetter allerdings gedulden.
Um 18.30 Uhr soll sich der Umzug bei der Landi in Bewegung setzen. Doch die Minuten verstreichen. Am Strassenrand warten die Leute, einige werden langsam unruhig. Domenic Schneider löst das Rätsel schliesslich auf: «Der Muni stand im Stau.»
Doch dann ist Ultimo, der 1300-Kilo-Koloss, endlich da. Gegen 19 Uhr kann es also losgehen. Die Leute klatschen am Strassenrand, Giger winkt ihnen zu. Mit dabei sind auch seine Schwingerkollegen Werner Schlegel und Damian Ott. Auch Schwinger-Boss Fridolin Beglinger lässt sich den Empfang nicht entgehen. Nur König Armon Orlik fehlt.
Ein Kampf bleibt besonders in Erinnerung
Rund 1000 Menschen sind gekommen. Als Giger hinter der Mehrzweckhalle auf die Bühne gerufen wird, stehen die Zuschauer auf und applaudieren. Standing Ovations für ihren Sämi. Giger blickt in die Menge und sagt: «Schön, seid ihr alle gekommen.»
Dann blickt der Thurgauer auch noch einmal auf seinen Kilchberg-Triumph zurück. Ein Kampf sticht für ihn heraus. «Der schönste Moment war sicher der Sieg im fünften Gang gegen Michael Moser. Da hat alles gestimmt.»
Spezielles Andenken an ersten Kilchberg-Sieg
Und dann wäre da noch Ultimo. Der Siegermuni wird zwar nicht bei Giger einziehen. Ganz verabschieden möchte sich der Kilchberg-Sieger von ihm aber offenbar nicht. Giger erzählt dazu eine spezielle Geschichte. «Ich habe den Kopf von Siegermuni Harald vom Kilchberg-Sieg 2021 zu Hause. Er wurde ausgestopft und ist eine tolle Erinnerung.» Nun könnte mit Ultimo dasselbe passieren. «Ich denke, ich werde den Züchter von Ultimo fragen, ob das wieder möglich ist.»
Dass Märstetten seinen berühmten Einwohner überhaupt mit einem Fest dieser Grösse empfangen kann, ist einer Blitzaktion zu verdanken. Rund eine Stunde nach dem Schlussgang am Samstag fanden die ersten Gespräche statt. Am Sonntag folgte eine Sitzung. Zwei Tage später stehen rund 1000 Menschen bereit.
Und Giger? Der darf noch einmal feiern. Gut möglich also, dass sein frisch gereinigter Mutz am Mittwoch bereits wieder in die Reinigung muss.