Darum gehts
- Samuel Giger behält ausgestopfte Köpfe seiner Siegermunis als besonderes Andenken
- Magnus II, Wickis Muni, wurde 2024 wegen Inzuchtgefahr geschlachtet
- Königsmuni Mazot de Cremo wog über 1000 Kilogramm und wurde 2017 geschlachtet
Samuel Giger (28) hat ein besonderes Andenken an seinen Triumph am Kilchberger 2021 bei sich zu Hause. Zwar entschied er sich damals für das Preisgeld und gegen den Siegermuni Harald. Ganz trennen musste er sich von diesem aber nicht: Dessen ausgestopfter Kopf ist heute bei Giger zu Hause. Irgendwann dürfte dieser Gesellschaft bekommen. Auch den Kopf des rund 1300 Kilogramm schweren Ultimo möchte Giger nach dessen Tod gerne behalten. «Ich werde den Züchter fragen, ob das wieder möglich ist.» Doch nicht jeder Siegermuni bleibt seinem Gewinner auf diese Weise erhalten. Was wurde aus den Tieren der vergangenen Grossanlässe?
Magnus II (ESAF 2022)
Den Siegermuni von Joel Wicki gibt es nicht mehr. Das teilt Züchter Jürg Degen mit. «Wir mussten ihn schlachten, da sonst die Gefahr einer Inzucht bestand», erklärt der Besitzer des Hofs Schönenberg in Pratteln. Das sechsjährige Tier weiterzugeben, war keine Option. «Da es sich um einen älteren Muni handelte, hat er sich an mich und unseren Hof gewöhnt. Ihn in einen anderen Stall zu stellen, hätte Risiken mit sich gebracht.» Man befürchtete, dass er sich in seiner neuen Umgebung nicht gleich angenehm verhalten würde. Ihn gut eineinhalb Jahre nach dem ESAF zu schlachten, sei für Degen emotional gewesen. «Ich habe mit ihm immer die tollen Erinnerungen an dieses Schwingfest verbunden.» Wicki gab das Tier dem Züchter zurück und erhielt den Geldbetrag.
Kolin (ESAF 2019)
Am Eidgenössischen in Zug verhält sich der 1200-Kilo-Koloss noch tadellos. Auch seinen Auftritt an der Olma absolviert er problemlos. Doch danach verändert sich sein Verhalten. Der Siegermuni von Christian Stucki wird immer aggressiver. Als er auf Betreuer Nussbaumer losgeht, kann sich dieser gerade noch mit einem Sprung zur Seite retten. Das Risiko wird zu gross. Im März 2020 muss Kolin geschlachtet werden. Stucki gab das Tier wie die meisten Könige dem Züchter zurück und nahm das Bargeld.
Mazot de Cremo (ESAF 2016)
Schon am Eidgenössischen in Estavayer bringt der Siegermuni von Matthias Glarner rund 1000 Kilogramm auf die Waage. Danach wird Mazot de Cremo immer schwerer. Glarner verzichtet auf den Lebendpreis, der Stier kehrt zu seinem Züchter ins Freiburgische zurück und wird dort weiterhin zur Zucht eingesetzt. Doch irgendwann wird sein Gewicht zum Problem. Die Gefahr, beim Decken eine Kuh zu verletzen, ist letztlich zu gross. Im Sommer 2017 muss Mazot de Cremo geschlachtet werden.
Fors vo dr Lueg (ESAF 2013)
Matthias Sempach war der einzige König der Neuzeit, der den Siegermuni mit nach Hause nahm und auf den Bargeldbetrag verzichtete. Der Berner platzierte das Tier auf dem grosszügigen Hof seines Cousins. «Dort hat er hervorragend zu ihm geschaut. Für mich war es immer eine tolle Erinnerung an diesen Triumph, wenn ich ihn gesehen habe», erklärt er. 2020 musste das Tier im Alter von zehn Jahren geschlachtet werden.