Darum gehts
- Werner Schlegel verweigert am Brünig-Schwinget Jonas Amrhyn den Handschlag
- Der Handschlag gilt im Schwingsport als Grundpfeiler und Respektzeichen
- Schlegel überzeugt sportlich, doch mit seinem Verhalten hat er eine Grenze überschritten
Ein solches Verhalten hat auf dem Schwingplatz nichts zu suchen. Werner Schlegel (23) wird auf dem Brünig zum Buhmann – und das zu Recht. Der Toggenburger verweigert nach seiner umstrittenen Niederlage im vierten Gang gegen Jonas Amrhyn sekundenlang den Handschlag. Das geht gar nicht.
Natürlich war das Resultat knapp. Natürlich darf man sich darüber aufregen. Aber zuerst gibt man seinem Gegner die Hand. Als Zeichen des Respekts. Genau diese Werte beansprucht der Schwingsport immer wieder für sich. Auf dem Brünig hat Schlegel sie mit Füssen getreten.
Eine Grenze wurde überschritten
Dabei tut er dem Schwingsport mit seiner Art grundsätzlich gut. Während sich manche Athleten nach einem Sieg fast schon entschuldigen, zeigt der gelernte Zimmermann Emotionen. So soll es sein. Dass er nach seinem Sieg im fünften Gang provokativ in die Zuschauermenge jubelt, ist eine willkommene Abwechslung.
Doch es gibt Grenzen. Wer ein Resultat nicht akzeptiert und seinem Gegner den Handschlag verweigert, überschreitet diese. Der Handschlag ist kein Detail, sondern ein Grundpfeiler des Nationalsports.
Sportlich gehört Werner Schlegel derzeit zu den Stärksten. Mit seinem Verhalten auf dem Schwingplatz hat er am Sonntag jedoch bewiesen, dass er trotzdem immer noch dazulernen kann.