Werner Schlegel (23) tritt als einer der Favoriten beim Brünig-Schwinget an. Im 4. Gang fällt er aus der Entscheidung. Denn der Ostschweizer kassiert eine unerwartete Niederlage.
Er greift mit Jonas Amrhyn (22) zusammen. Der Innerschweizer geht mutig ins Duell, versteckt sich nicht. Und kann nach rund einer Minute überraschend jubeln. Der Entscheid gefällt Schlegel aber gar nicht. Er kann nicht fassen, dass die Kampfrichter seinem Gegner das Resultat geben. Denn der Mann im Sägemehl sagt zunächst, dass es weitergeht, wird dann allerdings von seinen Kollegen am Tischchen überstimmt.
Denn während der Platzkampfrichter den Rücken von Schlegel nicht sieht, haben diejenigen am Tischchen klare Sicht. Und geben Amrhyn das Resultat. Das passt Schlegel gar nicht. Er ist richtig hässig, stapft wütend davon. Amrhyn will ihm die Hand geben und das Sägemehl vom Rücken putzen, das interessiert den Ostschweizer nicht. Er verweigert den Handschlag, will lieber eine Erklärung von den Kampfrichtern.
«Entscheid ist vertretbar»
Der Entscheid ist strittig, aber vertretbar. Die Nordostschweizer Delegation sieht das anders. «Das war kein Resultat!», sagt ein Betreuer zu Blick-Reporter Nicola Abt. «Die Bilder sagen jedoch etwas anderes», so Abt. «Schlegel lag auf dem Rücken – wenn auch knapp. Der Entscheid der Kampfrichter ist vertretbar.»
Schlegel bleibt nichts anderes übrig, als den Entscheid zu akzeptieren. Mit Verspätung gibt er seinem Bezwinger doch noch die Hand. Verärgert ist er aber immer noch. Denn mit der Niederlage wird er nicht mehr um den Festsieg mitreden.