«Katastrophe, völlig daneben!»
Berner Schwing-Grössen toben nach Rigi-Einteilung

Die Ereignisse auf der Rigi wirbeln viel Sägemehl auf. Nicht nur die Berner sind sauer. Auch ein ehemaliger Spitzenschwinger aus der Innerschweiz kann die Entscheidungen nicht nachvollziehen.
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Michael Moser (r.) und Fabian Staudenmann duellierten sich im fünften Gang auf der Rigi um den Schlussgang-Einzug.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Rigi-Schwingfest sorgt weiter für grosse Diskussionen
  • König Sempach kritisiert die Einteilung beim Bergklassiker
  • Ex-Funktionär Roland Knutti ist ebenfalls verärgert
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Nicola AbtReporter Sport

Die Kritik an der umstrittenen Einteilung auf der Rigi reisst nicht ab. Nachdem sich bereits zahlreiche Berner hinter vorgehaltener Hand über die Paarung Fabian Staudenmann gegen Michael Moser empört hatten, melden sich nun prominente Stimmen zu Wort.

Schwingerkönig Matthias Sempach hat den Bergklassiker auf der Rigi vor dem TV verfolgt. Der Einteilung stellte er lange ein gutes Zeugnis aus. Mit den Paarungen im fünften Gang war er aber überhaupt nicht einverstanden. «Die zwei besten Schwinger sollten im Schlussgang stehen. Wenn man das auf Biegen und Brechen zu verhindern versucht, dann ist das nicht richtig», sagt der Landwirt. 

Rigi-Sieger ist unzufrieden

Für den König hätten Staudenmann und Moser erst im Schlussgang aufeinandertreffen dürfen. Doch nicht nur die Berner sind mit der Einteilung unzufrieden. Auch aus den Reihen der Innerschweizer gibt es Kritik. Stellvertretend dafür sagt Rigi-Sieger Benji von Ah: «Ich finde es schade, wie entschieden worden ist. So hat man die Spannung aus dem Fest genommen.»

Der vierfache Eidgenosse hätte sich eine andere Einteilung gewünscht. Aus seiner Sicht hätte der stärkste Innerschweizer, Lukas Bissig, im fünften Gang auf einen der beiden Berner Topfavoriten treffen sollen. «Wenn er gegen einen von ihnen gewonnen hätte, wäre er verdient im Schlussgang gestanden.» Dieser Meinung ist auch David Roschi. «Das war blöd eingeteilt», sagt der Berner Schwingerkönig von 1972. 

Innerschweizer Schwing-Boss wehrt sich

Noch schärfer urteilt Roland Knutti. Der ehemalige Technische Leiter der Berner Oberländer sass selbst mehrere Jahre in der Einteilung. Er kann deshalb nicht verstehen, was am Sonntag auf der Rigi geschah. «Die Einteilung im fünften Gang war eine Katastrophe. Die zwei stärksten Schwinger auf dem Platz und aus demselben Teilverband gegeneinander antreten zu lassen? Das ist völlig daneben!»

Die Innerschweizer weisen die Vorwürfe zurück. Einteilungschef Stefan Muff betont, die Paarung zwischen Staudenmann und Moser sei aufgrund der Ausgangslage «schon früh klar» gewesen.

Mit dieser Variante hätten alle drei Teilverbände eine Chance auf den Schlussgang gehabt. Letztlich scheiterte der Plan der Innerschweizer. Trotz der umstrittenen Paarungen standen am Ende mit Festsieger Staudenmann und Lars Zaugg zwei Berner im Schlussgang.

Braucht es jetzt Änderungen?

Für Knutti reiht sich der Rigi-Fall in eine Reihe von weiteren Negativbeispielen ein. In dieser Saison nervte er sich wie so viele andere über die Spitzenpaarungen des ersten Ganges auf dem Stoos.

Dort liess Einteilungschef Muff die stärksten Gäste gegeneinander antreten. «So verlieren die Bergkranzfeste ihren Stellenwert», polterte Knutti damals. Nach dem Vorfall auf dem Stoos forderte der Berner Oberländer deshalb eine Einteilungsreform. 

Sein Vorschlag: An den sechs Bergfesten soll künftig der Technische Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbandes die Spitzenpaarungen des ersten Ganges einteilen. «Der hat einen neutralen Blick darauf», sagt Knutti.

Mehr Macht für den Schwinger-Boss

Auch die Zusammensetzung der Einteilungskomitees möchte er ändern. Heute verfügen die Einheimischen jeweils über die Mehrheit. Auf dem Stoos sowie auf der Rigi standen drei Innerschweizer am Tisch, dazu je ein Vertreter der Gäste. Wenn die Einheimischen es wollen, bringen sie jede ihrer Wunschpaarungen durch.

Deshalb gehört neben dem Schwinger-Boss je ein Vertreter der teilnehmenden Teilverbände in die Einteilung. Bei einer Pattsituation hätte der Schwinger-Boss den Stichentscheid. «So wäre es fair.» Schwingerkönig Roschi befürwortet diese Idee. «Das ist gar nicht so schlecht», meint der Berner. Nun hoffen beide, dass die Diskussion um die Rigi-Einteilung den Anstoss für eine Reform gibt.

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