Darum gehts
Fabian Staudenmann (26) hat es wieder getan. Auf der Rigi demonstrierte der Kilchberger-Sieger einmal mehr seine beeindruckende Ausdauer. Im Duell mit Lars Voggensperger liefen bereits die letzten Sekunden, als der Berner den Eidgenossen doch noch auf den Rücken drehte.
Ein Gestellter im vierten Gang hätte den Weg in den Schlussgang erheblich erschwert. Doch auch danach wartete mit Michael Moser eine Mammutaufgabe. In einem hochklassigen Duell setzte sich Staudenmann erneut erst in der Schlussphase durch. Der Schlussgang-Einzug war perfekt.
Eine Tankstelle als Notlösung
Diese entscheidenden Würfe landete Staudenmann wie gewohnt mit einem Kaugummi im Mund. Das war bereits in der vergangenen Saison vielen Zuschauern aufgefallen. Zu Beginn dieser Saison verriet der Berner Blick schliesslich auch den Grund. «Ich kann fast nicht mehr ohne Kaugummi. Ich habe einmal im Training damit angefangen.»
Vergesse er einmal einen einzupacken, gebe es auf dem Weg zum Schwingplatz glücklicherweise genügend Tankstellen. Heute will Staudenmann davon allerdings nichts mehr wissen. Als ihn Blick nach seinem Sieg auf seinen Kaugummi im Mund anspricht, sagt er lachend: «Ich streite alles ab.»
Historische Chance am kommenden Sonntag
Dann hebt er den Mahnfinger. «Das ist eine schlechte Angewohnheit. Da bin ich kein Vorbild für den Nachwuchs. Macht es mir nicht nach.» Geschadet hat ihm der Kaugummi auf der Rigi jedenfalls nicht. Zwar hätte Staudenmann im Schlussgang gegen Lars Zaugg bereits ein Gestellter zum Festsieg gereicht.
Trotzdem suchte er die Entscheidung. Weil der Siegeswurf direkt am Platzrand gelang, herrschte zunächst Ungewissheit. «Als ich es von aussen gehört habe, realisierte ich, dass ich gewonnen habe. Im ersten Moment dachte ich, es geht weiter, obwohl ich das Gefühl hatte, es sei gut.»
Viel Zeit zum Geniessen bleibt Staudenmann nicht. Nach dem Sieg auf der Rigi richtet sich sein Blick bereits auf den nächsten Höhepunkt. Am kommenden Sonntag möchte er erstmals den Brünig gewinnen. Gelingt ihm das, wäre er nach Martin Grab erst der zweite Schwinger, der alle Bergfeste für sich entscheiden konnte.