Franz-Toni erklärt die Spezialitäten des Rigi-Schwinget
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«Schon noch herausfordernd»:Franz-Toni erklärt die Spezialitäten des Rigi-Schwinget

40 Tonnen Sägemehl müssen auf die Königin der Berge
Die logistische Meisterleistung hinter dem Rigi-Schwinget

Das Schwingfest auf der Rigi ist eine grosse logistische Herausforderung. Alleine 40 Tonnen Sägemehl müssen von Arth-Goldau per Zug auf den Berg. Bei den Organisatoren greifen dabei alle Zahnräder ineinander.
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Beim Bergkranzfest auf der Rigi ist die Logistik eine besonders grosse Herausforderung.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Rigi-Schwingfest: Logistik beim Bergfest ist eine grosse Herausforderung
  • Sägemehl musste per Zahnradbahn auf 1577 Meter transportiert werden
  • Die 40 Tonnen Sägemehl wurden bereits am ISAF in Arth SZ verwendet
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Mittwoch, 7 Uhr morgens am Bahnhof in Arth-Goldau. In vier Tagen herrscht hier aufgrund des Rigi-Schwing- und Älplerfests Hochbetrieb. Noch ist es ruhig, doch die Vorbereitungen auf das Bergkranzfest gehen in die finale Phase.

Einen entscheidenden Hinweis darauf liefert ein 20 Tonnen schwerer Container. Sein Inhalt ist bereits ein alter Bekannter: Sägemehl vom Innerschweizer Schwing- und Älplerfest (ISAF) in Arth SZ. Vor zwei Wochen gratulierten sich dort noch zwei Luzerner zum gemeinsamen Festsieg, jetzt wird das Sägemehl wiederverwendet – oben auf der Königin der Berge.

An der Talstation der Rigi-Bahnen in Goldau SZ steht das Sägemehl vom ISAF bereit für den Transport auf die Rigi. Für Lokführerin Janine Buholzer ist es eine besondere Fahrt.
Foto: Pius Koller

Dazu muss der gelbe Container auf einen Tieflader der Rigi-Bahnen verladen werden. Nur mit der 151 Jahre alten Zahnradbahn können solch schwere Güter zum Schwingplatz auf 1577 Meter über Meer transportiert werden. Rund eine halbe Stunde dauert dazu die Fahrt nach Rigi Staffel.

Für Janine Buholzer ist es alles andere als ein gewöhnlicher Einsatz. Vor der Lokführerin steht der tonnenschwere Container – und damit auch das Problem: Sie kann die Strecke nicht sehen.

Der Bremser im Sägemehl

Auf dem Sägemehl im Container sitzt deshalb ein «Bremser». Raffael Eberhard gibt ihr über eine Signaltaste die entscheidenden Kommandos. «Langsam und Halt», mehr braucht es im Normalfall nicht. «Raffi ist mein Auge für die Strecke», sagt Buholzer. Auf die Kommandos müsse sie sich vollständig verlassen können. Bei einem Nothalt müsse sie den Zug auffangen.

Raffael Eberhard ist der verlängerte Arm für die Lokführerin. Er gibt Buholzer Kommandos, wenn sie verlangsamen oder anhalten muss.
Foto: Pius Koller

Dass dies perfekt klappt, zeigt sich nur wenige Minuten später. Als plötzlich ein junges Reh auf den Geleisen steht, verlangsamt der Zug mit der besonderen Fracht prompt.

Oben beginnt das Rückwärtsspiel

Auf Rigi Staffel angekommen, wartet neben den wenigen frühmorgentlichen Touristen auf dem Perron bereits ein Lastwagen, der zuvor über die enge Bergstrasse hochgefahren ist. Für das Umladen des Containers wird der Strom in den Fahrleitungen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Alles läuft reibungslos, die Zahnräder greifen perfekt ineinander.

Einer, der den Ablauf ganz genau beobachtet, ist Franz-Toni Kenel (34). Der Bauer ist selber Schwinger, sitzt im OK des Rigi-Schwingets und ist für die Schwingplätze verantwortlich. Für den Einsatz nimmt er gerne frei. «Sonst würde ich es nicht machen», sagt der Arther.

Kenel bereitet den Schwingplatz auf das Sägemehl vor. Dass der Lastwagen das Land nicht beschädigt, verlegt er Platten.
Foto: Pius Koller

Kaum ist die Fracht umgeladen, fährt der Lastwagen rund 500 Meter rückwärts auf der schmalen Kiesstrasse bis zum Schwingplatz. Dort wird das bereits feuchte und darum auch so schwere Sägemehl auf die drei Ringe verteilt.

Pro Ring braucht es rund 25 bis 30 Kubikmeter. Dann geht es zurück zum Bahnhof Rigi Staffel: Der leere Container fährt zurück nach Arth-Goldau, der zweite wird aufgeladen und wieder mit dem Zug hochgefahren.

Nach dem Abladen ist vor der Handarbeit

Kurz nach 11.30 Uhr ist der Spezialtransport beendet. Rund 80 Kubikmeter Sägemehl liegen auf dem Schwingplatz mit Panorama über die Innerschweizer Voralpen bereit. So schnell ging die ganze Übung noch nie vonstatten. In den letzten Jahren, wo man das Sägemehl jeweils nicht vom Innerschweizerischen weiterverwendete, hat man mit viel kleineren Ladungen gearbeitet.

Hier kommt die zweite Ladung Sägemehl auf Rigi Staffel an. Wieder ist der Container rund 20 Tonnen schwer.
Foto: Pius Koller

Dann sind jeweils mehrere kleinere Landwirtschaftsfahrzeuge zwischen einem Sägewerk in Steinerberg SZ und der Talstation der Zahnradbahn hin und her gependelt. «Da haben wir eigentlich den ganzen Tag nichts anderes zu tun gehabt, als Sägemehl zu fahren», erinnert sich Franz-Toni Kenel.

Feierabend ist nach dem Abladen der Holzspäne aber auch in diesem Jahr noch nicht. Jetzt sind nämlich jene Helfer gefragt, die aus den Sägemehlbergen mit Rechen und Schaufeln drei Plätze mit je rund 12 Metern Durchmesser herrichten. Was im Container nur ein Abfallprodukt der Holzindustrie ist, wird auf dem Platz so zur perfekten Unterlage für die 90 antretenden Schwinger am Sonntag.

Nach dem Transport ist vor der Handarbeit: Ist das Sägemehl mal auf 1577 Meter über Meer angekommen, muss es für das Fest am Sonntag noch schön hergerichtet werden.
Foto: Pius Koller

Die Zahnradbahn als Lebensader

Gleichzeitig läuft auch unten im Tal die Logistik weiter. Getränke, Tische, Zelte und weiteres Material müssen auf die Rigi. Zudem steht am Sonntag der Tag mit den meisten Frequenzen des Jahres bevor. Rund zwei Drittel der Zuschauer reisen über die Strecke Arth–Rigi Staffel an. Der Rest kommt von der Luzerner Seite via Weggis und Vitznau.

Der Zug ist dafür unverzichtbar. Lastwagentransporte wären wegen der engen Platzverhältnisse nicht nur schier unmöglich – es würde auch die Bergstrasse beschädigen. Die Zahnradbahn ist deshalb die Lebensader der Rigi – und in diesen Tagen auch jene des Schwingfests.

Schon vor über 400 Jahren wurde auf der Rigi geschwungen

Die Geschichte des Rigi-Schwingets reicht weit zurück. Urkunden aus dem Jahr 1601 belegen, dass die Sennengesellschaft Arth, welche das Fest noch heute zusammen mit dem Schwingerverband am Rigi organisiert, damals einen Anlass auf der Königin der Berge mit 8,9 Gulden unterstützte. Auf dem Programm standen damals Steinstossen, Laufen, Springen – und Schwingen.

Was damals unter den Füssen der Athleten lag und wie es auf die Rigi transportiert wurde, ist nicht überliefert. Sicher ist aber: Die Logistik hat sich seither stark verändert. Das weiss auch der langjährige Rigi-Lokführer Felix Beeler. Während rund 20 Jahren hat der Einheimische, welcher nun kurz vor der Pension steht, die Waren rund um das Schwingfest transportiert. Nur an einem Nachmittag konnte er das Fest als Zuschauer verfolgen. Sonst sorgte er als Logistik-Chauffeur immer im Hintergrund dafür, dass hinter den Kulissen alles in den Bahnen bleibt, während die Schwinger im Rampenlicht um die Kränze kämpfen.

«Als ich hier angefangen habe, waren die Transporte für das Schwingfest schon noch viel körperlicher», sagt Beeler zu Blick. «Alle Getränke haben wir von Hand umgeladen. Da wusste man am Abend, was man gemacht hat.»

Diesen Sonntag wird Beeler jetzt das letzte Mal für das Rigi-Schwinget im Einsatz stehen. Danach übernehmen Janine Buholzer und Raffael Eberhard seine Aufgabe. Die Übergabe läuft – passend zur Geschichte des Rigi-Schwingets – wortwörtlich auf Schienen.

Blick von Rigi Staffel auf Rigi Kulm im Jahre 1890. Drei Jahre später wurde der einheimische Alois Rickenbach aus Arth erster dokumentierter Sieger des Rigi Schwing- und Älplerfestes.
Keystone

Die Geschichte des Rigi-Schwingets reicht weit zurück. Urkunden aus dem Jahr 1601 belegen, dass die Sennengesellschaft Arth, welche das Fest noch heute zusammen mit dem Schwingerverband am Rigi organisiert, damals einen Anlass auf der Königin der Berge mit 8,9 Gulden unterstützte. Auf dem Programm standen damals Steinstossen, Laufen, Springen – und Schwingen.

Was damals unter den Füssen der Athleten lag und wie es auf die Rigi transportiert wurde, ist nicht überliefert. Sicher ist aber: Die Logistik hat sich seither stark verändert. Das weiss auch der langjährige Rigi-Lokführer Felix Beeler. Während rund 20 Jahren hat der Einheimische, welcher nun kurz vor der Pension steht, die Waren rund um das Schwingfest transportiert. Nur an einem Nachmittag konnte er das Fest als Zuschauer verfolgen. Sonst sorgte er als Logistik-Chauffeur immer im Hintergrund dafür, dass hinter den Kulissen alles in den Bahnen bleibt, während die Schwinger im Rampenlicht um die Kränze kämpfen.

«Als ich hier angefangen habe, waren die Transporte für das Schwingfest schon noch viel körperlicher», sagt Beeler zu Blick. «Alle Getränke haben wir von Hand umgeladen. Da wusste man am Abend, was man gemacht hat.»

Diesen Sonntag wird Beeler jetzt das letzte Mal für das Rigi-Schwinget im Einsatz stehen. Danach übernehmen Janine Buholzer und Raffael Eberhard seine Aufgabe. Die Übergabe läuft – passend zur Geschichte des Rigi-Schwingets – wortwörtlich auf Schienen.

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