Darum gehts
- Domenic Schneider verpasst in Arth SZ den Festsieg beim Innerschweizer Schwingfest klar
- Mit 99 Kränzen steht Domenic Schneider trotzdem kurz vor der bedeutenden Marke
- Schlussgang ohne Risiko endet gestellt und sorgt für Diskussionen unter Experten und Fans
Während sich am Berner Kantonalen praktisch die ganze Schwing-Elite zu einem «Mini-ESAF» trifft, fehlen dem Innerschweizer Schwingfest die ganz grossen Namen. Mit Domenic Schneider (32) ist nur ein einziger absoluter Topgast in Arth SZ am Start. Doch ausgerechnet der hochkarätige Nordostschweizer vermag die Lücke an der Spitze neben Bissig, Bieri, Gwerder und Co. nicht zu füllen.
Bereits nach zwei Gestellten zum Auftakt in den Sonntag ist Schneiders Traum vom Festsieg nämlich schon geplatzt. Nach einem ausgeglichenen Kampf gegen Lukas Bissig (23), vor dem Schneider «etwas Respekt» verspürt, kann er auch gegen Marco Fankhauser (30) nicht gewinnen.
Eine schlüssige Erklärung für den Fehlstart findet der Thurgauer selber nicht. «Die Hitze ist allerdings nicht schuld», stellt er nach dem Wettkampf klar.
Der Jubiläumskranz winkt
Als «Dodo» im vierten Gang gegen Fabian Scherrer zum dritten Mal stellt, wird es sogar um den Kranzgewinn noch eng. Erst mit zwei Siegen zum Abschluss rettet er sich hauchdünn ins begehrte Eichenlaub. «Ich habe den Kopf nicht in den Sand gesteckt, weil ich gewusst habe, dass es doch noch für den Kranz reichen kann», sagt Schneider danach zu Blick.
So hat der Friltschener bereits 99 Kränze auf seinem Konto. Die magische Marke von 100 Auszeichnungen rückt damit in greifbare Nähe. Die erste Chance, seinen Namen in diese illustre Liste an Top-Schwingern einzutragen, bietet sich Schneider bereits nächste Woche beim Bergkranzfest auf dem Weissenstein.
Schlussgang sorgt für Ärger
Für Gesprächsstoff sorgt in Arth auch der Schlussgang zwischen Marc Lustenberger und Samuel Schwyzer. Die beiden Luzerner gehen punktgleich und mit anderthalb Zählern Vorsprung auf Lukas Bissig in die Entscheidung.
Weil die zwei Trainingskollegen wissen, dass ein Gestellter für beide zum Festsieg reicht, wird das letzte Risiko vermieden. Das Duell endet ohne Sieger, womit beide ihr erstes Teilverbandsfest gewinnen.
Der frühere Innerschweizer Spitzenschwinger Daniel von Euw hat diesen Ausgang genau wie viele Fans bereits vor dem Finale befürchtet. Gegenüber Blick findet er deshalb deutliche Worte: «Das ist extrem schade um die Spannung. Wenn ich als Kampfrichter merken würde, dass sie nicht angreifen, würde ich sie sofort ermahnen und danach einen Viertelpunkt abziehen, wenn sich nichts ändert.»