Kann Giger das Stucki-Märchen vom ESAF 2019 nachmachen?
«So wie Sämi würde ich nicht antreten wollen»

Titelverteidiger Samuel Giger kehrt am Kilchberger zurück. Macht er es wie Christian Stucki bei seinem Königstitel in Zug?
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Die Krönung seiner Karriere: Christian Stucki gewann in Zug 2019 den Königstitel.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Samuel Giger tritt am Kilchberger Schwinget nach Verletzungspause an
  • Es gibt Parallelen zu Stuckis Königstriumph 2019 nach Knieverletzung
  • Der Berner macht dem Thurgauer Hoffnung, dass auch er siegen kann
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Nicola AbtReporter Sport

Auf Samuel Giger warten am Kilchberger reihenweise Hochkaräter. Allen voran die starken Berner um Fabian Staudenmann. Der Titelverteidiger trifft nach einer monatelangen Verletzungspause und ohne einen einzigen Ernstkampf auf sie. Ausgerechnet ein Berner macht dem Thurgauer vor dem Saisonhöhepunkt nun aber Hoffnung.

Christian Stucki weiss, wie es ist, nach einer verkorksten Vorbereitung alle zu überraschen. 2019 reiste der damals 34-Jährige nach einer langen Verletzungspause ans Eidgenössische nach Zug. Kaum jemand traute ihm den Sieg zu. Zwei Tage später war Stucki Schwingerkönig.

Klartext nach verpatzter Hauptprobe

Stucki erinnert sich gut an die schwierigen Monate vor dem Triumph. «Das war keine einfache Phase. Ich konnte zwar trainieren, aber kaum Wettkampfpraxis sammeln.» Im Mai hatte er sich am Emmentalischen das Innenband im linken Knie gerissen. Fast drei Monate fiel er aus.

Rückblickend hatte die Zwangspause für Stucki aber auch etwas Positives. Während der Reha arbeitete er gezielt an Kraft und Kondition und plante zugleich genügend Erholungsphasen ein. An den Wochenenden blieb zudem mehr Zeit für die Familie. «Wenn die anderen am Sonntag auf dem Schwingplatz waren, konnte ich mit meiner Familie etwas unternehmen, zum Beispiel in die Badi gehen.»

Das zahlte sich aus. «So konnte ich topfit ans ESAF in Zug reisen.» Vor dem Saisonhöhepunkt kehrte Stucki noch zweimal wettkampfmässig ins Sägemehl zurück. Auf den Sieg beim Bözingenberg-Schwinget folgte am Berner Kantonalen ein Dämpfer. Athletiktrainer Tommy Herzog fand danach deutliche Worte. «Er sagte mir: ‹Wenn du am ESAF so schwingst, dann gewinnst du keinen Blumentopf.› Das war ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt.»

Stucki warnt Gegner vor Giger

Stucki sieht neben der zusätzlichen Erholungszeit noch einen weiteren Vorteil seiner schwierigen Vorbereitung. Die Erwartungen an ihn waren deutlich geringer. «Ich machte mir selbst weniger Druck. Sollte es nicht klappen, konnte ich es auf die Verletzung zurückführen.» Seine damalige Situation ist in weiten Teilen mit jener von Giger zu vergleichen – aber nicht ganz.

Stucki absolvierte vor dem Saisonhöhepunkt immerhin zwei Schwingfeste unter Wettkampfbedingungen. «Ich konnte mich wieder an das Drumherum gewöhnen. Ich hätte nicht wie Sämi ohne Schwingfesterfahrung antreten wollen.» Gigers letzter Ernstkampf liegt Monate zurück.

Schwächere Einteilung als damals Stucki

Wie gut er nach seiner langen Pause tatsächlich ist, wird sich bereits im ersten Gang zeigen. Der Vollprofi bekommt mit Matthias Aeschbacher einen routinierten Berner Eidgenossen vorgesetzt. Das letzte Duell der beiden liegt eine Weile zurück. 2024 am Schwarzsee legte Giger ihn auf den Rücken.

Auch Aeschbachers Vorbereitung auf den Kilchberger verlief alles andere als reibungslos. Der Emmentaler fehlte zuletzt mehrere Wochen verletzt und verpasste unter anderem das Kräftemessen auf der Schwägalp.

Bei der Einteilung zeigt sich der zweite Unterschied zu Stuckis Königsmärchen vor sieben Jahren. Der Berner griff am ESAF in Zug zum Auftakt mit Pirmin Reichmuth zusammen. Der Innerschweizer gehörte damals zu den absoluten Topfavoriten auf die Krone. Stucki gewann und setzte damit bereits im ersten Gang ein fettes Ausrufezeichen.

Stucki traut Giger viel zu

Ähnliches wird Giger nicht gelingen. Dafür ist Aeschbacher eine Nummer zu klein. Das sieht auch Blick-Experte Nöldi Forrer so. Er hätte Giger einen grösseren Brocken vorgesetzt. «Diese Paarung verstehe ich nicht. Giger gehört als Titelverteidiger, ESAF-Schlussgänger und Unspunnensieger in eine der vier absoluten Spitzenpaarungen», sagt der Schwingerkönig. 

Nach dem ersten Gang dürfte die Schonfrist vorbei sein. Will Giger seinen Titel verteidigen, muss er gegen die ganz Bösen bestehen. Allen voran die zwei Berner Fabian Staudenmann und Michael Moser werden sich ihm in den Weg stellen. 

Stucki würde den Titelverteidiger trotz fehlender Wettkampfpraxis keinesfalls abschreiben. Im Gegenteil. «Sämi ist eine Ausnahmeerscheinung. Wenn er fit ist, traue ich ihm sehr viel zu. Er ist für jeden Gegner gefährlich.»

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