Es geht um die Schwing-Arena
Kilchberger-OK schlägt wegen Helfer-Mangel Alarm

Da der Kilchberger Schwinget auf einem in Betrieb stehenden Bauernhof ausgetragen wird, muss der Abbau schnellstmöglich erfolgen. In diesem Jahr droht sich dieser jedoch in die Länge zu ziehen.
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Eine ganz besondere Kulisse: Der Kilchberger Schwinget findet auf einem in Betrieb stehenden Bauernhof am Zürichsee statt.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Am 5. September findet der Kilchberger Schwinget in Kilchberg ZH statt
  • Noch fehlen über 100 Helfer, besonders für den Abbau nach dem Fest
  • 100 Franken pro Ticket: Erstmals kostet der Anlass Eintritt
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Nicola AbtReporter Sport

In gut fünf Wochen blickt die Schwing-Schweiz nach Kilchberg ZH. Am 5. September kämpfen Fabian Staudenmann, Michael Moser, Armon Orlik und Co. um den prestigeträchtigen Kilchberger Sieg. Sportlich verspricht das nur alle sechs Jahre ausgetragene Traditionsfest einmal mehr, ein Höhepunkt zu werden.

Die riesige Vorfreude wird nun aber etwas getrübt. Hinter den Kulissen kämpft das OK nämlich mit einem Problem. Es fehlen noch über 100 Helfer. Besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach Freiwilligen für den Abbau nach dem Fest. «Es hat sehr gut begonnen. Die Schichten gingen schnell weg. Jetzt harzt es leider», sagt OK-Mitglied Claudia Schweizer.

Kämpfe auf einem aktiven Bauernhof

Die Gründe für die fehlenden Helfer beim Abbau liegen auf der Hand. Wer beim Aufbau mithilft, erlebt die Vorfreude hautnah. Wer am Wettkampftag im Einsatz steht, kann zumindest einen Teil des Geschehens im Sägemehl mitverfolgen. «Diese Schichten sind gefragter. Weil die Motivation dafür deutlich grösser ist als für den Abbau», erklärt Schweizer.

Dabei sei diese Arbeit genauso wichtig – oder fast noch wichtiger. Was auf eine Besonderheit des Kilchberger Schwingets zurückzuführen ist. Anders als viele Grossanlässe findet das Traditionsfest auf einem aktiven Bauernbetrieb statt. «Das macht diesen Wettkampf so besonders», sagt Schweizer.

Probleme drohen noch grösser zu werden

Ein möglichst rascher Abbau ist deshalb entscheidend. «Der Betrieb soll bald wieder in den geregelten Alltag zurückkehren können.» Schliesslich sei man den Besitzern dankbar, dass diese weiterhin ihren Hof zur Verfügung stellten. «Deshalb möchten wir ihren Platz nicht zu lange beanspruchen.» 

Durch die fehlenden Helfer droht nun aber genau das. Ohne die Unterstützung von weiteren Leuten droht ein mühsamer und langsamer Abbau. «Je länger dieser dauert, desto weniger Leute können helfen, desto grösser wird das Problem.»

Überall sind noch Plätze frei

Aktuell rechnen die Verantwortlichen damit, dass der Abbau am Montag, 14. September, abgeschlossen ist. «Verzögert sich das weiter nach hinten, haben wir ein Problem.» Für die nachfolgenden Tage sind keine Helfer gemeldet, weil man nicht dachte, dass es dann noch welche brauche. «Deshalb sind wir um jeden Menschen froh, der uns unterstützt.»

Interessierte können sich auf der Website des Schwingklubs Zürich anmelden. «Wir brauchen in allen Bereichen noch Unterstützung. Gefährdet ist der Anlass aber zum Glück nicht.» Mit dem Problem, genügend Helfer zu finden, kämpft aber nicht nur das Kilchberger OK. Auch andere Schwingfeste und Anlässe leiden darunter, dass sich immer weniger Leute zur Verfügung stellen. 

Ticket-Revolution nach Todesfall

Für das OK des Saisonhighlights wäre der diesjährige Anlass selbst ohne die fehlenden Helfer eine grössere Herausforderung als auch schon. Erstmals in der fast 100-jährigen Geschichte kostet der Besuch des Kilchberger Schwingets Eintritt.

Seit der Erstaustragung 1927 wird der eidgenössische Anlass von einer Stiftung getragen. Deren Reglement verbietet das Streben nach Profit. Weshalb in den letzten Jahrzehnten auf Millionen-Einnahmen durch Ticketverkäufe verzichtet wurde.

Eine schwarze Null garantierte jeweils ein Mäzen aus Kilchberg, ein direkter Nachfahre des Gründers Emil Huber. Mit seinem Tod fehlt diese zentrale Stütze. Deshalb bezahlen die Zuschauer dieses Jahr erstmals 100 Franken für ein Ticket. Was einen Mehraufwand für das OK bedeutet. Die Karten werden weiterhin ausschliesslich über die Schwingklubs verteilt.

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