Darum gehts
- Teilverbandskranzer Lars Zaugg erreicht den Schlussgang auf der Rigi
- Als Kind kehrte er dem Nationalsport einst den Rücken
- Auf der Schwägalp will er seine Kranz-Sammlung komplettieren
Mit seinem sensationellen Schlussgang-Einzug auf der Rigi hat sich Lars Zaugg (24) ins Rampenlicht geschwungen. Dass der Berner Teilverbandskranzer einmal so weit kommen würde, war als Kind nicht absehbar. Damals kehrte er dem Nationalsport schon nach wenigen Monaten wieder den Rücken.
Als der achtjährige Zaugg zum Schwingen fand, dämpften seine Trainer sogleich die Erwartungen. «Sie sagten mir, dass es sehr schwer werde, einen Zweig zu gewinnen», erinnert sich der Emmentaler. Doch bereits an seinem zweiten Jungschwingertag gewann er die begehrte Auszeichnung.
Eidgenosse Gasser sei Dank
Für Zaugg war das Ziel damit erreicht. Er kehrte zum Unihockey zurück. Sein damaliger Trainer wollte das Talent aber nicht kampflos ziehen lassen. Verzweifelt versuchte er, Zaugg zum Bleiben zu überreden. «Er schrieb mir sogar einen Brief.» Genützt hat es nichts.
Erst mit 14 Jahren liess sich Zaugg zurück in den Schwingkeller locken. Überzeugt wurde er ausgerechnet von Eidgenosse Dominik Gasser. «Ich feierte schnell einige Erfolge. Das motivierte mich.»
Dass Gasser Jahre später auf der Rigi erneut eine Schlüsselrolle spielen würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Mit seinem Gestellten gegen Lukas Bissig im fünften Gang ebnete er Zaugg den Weg in den Schlussgang.
Ein Rekord im Kraftraum
Den Einzug in den finalen Kampf des Tages hatte sich der Emmentaler unter anderem mit einem Sieg gegen ebendiesen Bissig verdient. Im Kampf mit dem stärksten Innerschweizer demonstrierte Zaugg einmal mehr seine beeindruckende Kraft. Diese verblüfft in Magglingen BE während der Schwinger-WK jeweils auch seine Trainingskollegen.
Bei einer aussergewöhnlichen «Kraftübung» hält Zaugg sogar den Rekord. Dabei muss eine 25-Kilo-Gewichtsscheibe mit einer Hand einmal komplett gedreht und wieder gefangen werden. «Da konnte keiner mehr Wiederholungen als ich», erzählt er. «Die Kraft in den Armen kommt bestimmt auch von meinem Beruf als Metzger.»
Ein Bergkranz fehlt ihm noch
Seit letztem Jahr arbeitet Zaugg als Produktionsleiter bei der Metzgerei Lengacher. Das Handwerk liegt ihm im Blut. Schon sein Grossvater und sein Onkel waren Metzger. Da sein Chef Jonas Lengacher ein ehemaliger Schwinger ist, der dem Nationalsport nach wie vor eng verbunden ist, kann Zaugg auf seine Unterstützung zählen.
Für einen Sieg gegen Fabian Staudenmann im Rigi-Schlussgang reichte seine Kraft dennoch nicht. Auch im elften Duell musste er als Verlierer vom Platz gehen. Trotzdem reiste er zufrieden nach Hause. «Mein Ziel war der Kranzgewinn. Das hatte ich vor dem Schlussgang bereits erreicht.» Nun fehlt dem Berner nur noch ein Bergkranz. Diese Lücke will er Mitte August auf der Schwägalp schliessen.