«Will um den begehrten Brünigkranz mitschwingen!»
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Bissig will Schwung mitnehmen:«Will um den begehrten Brünigkranz mitschwingen!»

Eigentlich sind die beiden Dickschädel unzertrennlich
Auf dem Brünig muss Nachwuchskönig ohne Vater klarkommen

Fast rund um die Uhr sind Luc und Stefan Bissig zusammen. Der Vater ist Chef, Chauffeur, Kameramann und wichtigster Berater des Schwingtalents. Eine ungewöhnlich enge Beziehung zwischen zwei Dickschädeln.
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Ein starkes Duo: Schwinger Luc Bissig (l.) mit seinem Vater Stefan. Die beiden arbeiten gemeinsam bei der Zeder AG.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Luc Bissig ist ein aufstrebendes Innerschweizer Schwingtalent
  • Bissig gewann 2024 den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag
  • Der Luzerner arbeitet eng mit seinem Vater zusammen – Ziel ist der Königstitel
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Nicola AbtReporter Sport

Athleten anderer Sportarten dürften neidisch auf die Brust von Schwinger Luc Bissig (19) blicken. Bereits mehrere Sponsoren haben sich dort einen Platz gesichert. Erste Manager wollten das Talent schon unter Vertrag nehmen. «Ich habe keinen Sponsor aktiv gesucht. Sie alle sind auf mich zugekommen. Es ist schön, zu sehen, dass so viele Leute Freude an mir haben», sagt Bissig.

Der Sieg am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag 2024 und der Kranzgewinn auf dem Stoos in diesem Jahr machen Bissig zu einem der grössten Innerschweizer Hoffnungsträger. Der Nachwuchskönig wird bereits mit Schwingerkönig Joel Wicki verglichen. Mit seinen 1,87 Meter ist er noch 4 Zentimeter grösser als sein Vorbild.

Im Reich der Bösen gehört er trotzdem zu den Kleineren. «Joel hat gezeigt, dass alles möglich ist.» Damit Bissig die Bodenhaftung behält, dafür sorgt unter anderem Stefan Bissig. Er ist nicht nur Vater, sondern auch Chef, Chauffeur, Kameramann, Analyst und Manager. «Wir sind ein super Team», sagt Bissig junior.

Kleinere Rückschläge nach grossen Erfolgen

Die beiden verbringen fast jeden Tag miteinander. Bei der Zeder AG arbeiten sie Seite an Seite. Das Unternehmen hat sich auf Arbeitssicherheit spezialisiert. Vor Schwingfesten ermöglicht Inhaber Stefan Bissig seinem Sohn zusätzliche Trainings. «Luc arbeitet hervorragend. Auf ihn ist immer Verlass», sagt der Vater, der selbst Schwinger war und einen Kranz gewonnen hat. 

Seinen Vater hat Bissig aber nie schwingen gesehen. Zum Nationalsport fand er durch einen Cousin. Dieser nahm ihn einmal in den Schwingkeller mit. Seitdem bringt man Bissig dort nicht mehr weg. Sein Aufstieg verlief allerdings nicht ohne Rückschläge.

Als Jungschwinger feierte Bissig mit seinem Paradeschwung, dem Kurz, einen Erfolg nach dem anderen. Doch seine Gegner stellten sich immer besser auf ihn ein. Plötzlich blieben die Siege aus. «Ich musste vielseitiger werden», erzählt der gelernte Landwirt. Diesen Weg will Bissig konsequent weitergehen.

Dank seinem Umfeld und seinem Coach fühlt er sich bestens aufgestellt. «Entscheidend ist, dass ich gesund bleibe.» Mit dem Sieg am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag gelang ihm ein erster Achtungserfolg. Das soll aber erst der Anfang sein. «Ich will Schwingerkönig werden», sagt Bissig. 

Zwei Dickschädel, ein Zuhause

Auf dem Weg dorthin werden er und sein Vater weiterhin nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. An jedem Schwingfest filmt Stefan Bissig sämtliche Gänge seines Sohnes. Am Abend werden die Kämpfe gemeinsam analysiert. «Er schaut sich die Videos bestimmt noch 50-mal an und entdeckt immer wieder etwas Neues.»

Dass Vater und Sohn fast rund um die Uhr zusammen sind, birgt auch Konfliktpotenzial. «Es ist nicht immer einfach. Wir haben beide einen dicken Kopf.» Diskussionen gehören dazu. «Aber am Ende finden wir immer einen gemeinsamen Weg.»

Aus der Ferne mitfiebern

Getrennt sind die beiden jeweils nur während eines Kranzfests im Jahr. Stefan Bissig verbringt traditionell seine Ferien über das Wochenende des Brünig-Schwingets. Das hält ihn aber nicht davon ab, seinen Sohn aus der Ferne zu unterstützen. 

Während Bissig im letzten Jahr um seinen ersten Kranz am Bergklassiker kämpfte, machte sein Vater Ferien in Dänemark. Als der entscheidende Gang begann, steuerte er kurzerhand die nächste Raststätte an und verfolgte den Kampf auf dem Handy.

Zum Kranz reichte es damals noch nicht. An diesem Wochenende bietet sich die nächste Chance. Wieder ist Stefan Bissig in den Ferien. Dass er den Auftritt seines Sohnes verpassen wird, ist trotzdem ausgeschlossen.

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