Darum gehts
- Samuel Giger gewinnt das Zürcher Kantonale Schwingfest
- Der Unspunnen-Sieger ist ein grosser Fan der Hockey-Nati
- Deshalb überlegt er, statt zu trainieren, ein Spiel zu besuchen
Samuel Giger (28) fällt der Gang ins abendliche Sägemehl-Training aktuell etwas schwerer als sonst. Der Grund dafür ist die Eishockey-WM in der Schweiz. Als grosser Sportfan möchte Giger wenn möglich alle Spiele der Nati mitverfolgen. Doch das beisst sich mit seiner Leidenschaft für den Schwingsport.
Während der Mittagspause am Zürcher Kantonalen sagte er zum Blick-Reporter: «Das 3:1 der Schweizer gegen Lettland habe ich noch gesehen, dann musste ich ins Bett.» Letztlich gewannen Josi und Co. am Samstagabend mit 4:2. Für Giger waren die paar Minuten mehr Schlaf am Sonntag dann aber Gold wert.
Giger schwärmt von der Hockey-Nati
Nach vier Siegen wurde ihm im Kampf um den Schlussgang Damian Ott zugeteilt. Beim Thurgauer Kantonalen musste sich Giger dem Kilchberger-Sieger noch geschlagen geben. Diesmal liess er sich nicht bezwingen. Giger taktierte klug. Er riskierte nichts, da ihm ein Gestellter zum Einzug in den Schlussgang reichte. «Schön anzusehen war es sicher nicht. Aber wenn ich voll angreife und dann auf dem Rücken lande, würde mich das extrem nerven», so Giger.
Im finalen Kampf des Tages traf er wie so oft zuvor auf seinen Thurgauer Kollegen Domenic Schneider. Nach drei Minuten lag der 150-Kilo-Koloss mit dem Rücken im Sägemehl. Auf dem Weg zurück in die Garderobe spricht Festsieger Giger dann noch einmal über sein WM-Fieber: «Das Hockey-Spiel an sich habe ich noch nicht voll durchschaut und begriffen, aber die Jungs in unserer Nati begeistern mich. Mit ihrer bodenständigen und authentischen Art sind sie tolle Vorbilder.»
Ott hat Giger etwas voraus
Umso ärgerlicher ist es für Giger, dass fast alle Schweizer Spiele am Abend stattfinden. «Das ist wirklich schade. Aber ich werde alles versuchen, um nach den Trainings jeweils zum letzten Drittel wieder zu Hause zu sein.» Und dann sagt er etwas, das einem Tabubruch gleichkommt.
Der sonst so disziplinierte Thurgauer meint: «Vielleicht lasse ich ein Training für die Hockey-WM ausfallen. Die wird nicht so schnell wieder in der Schweiz sein. Und diese Mannschaft einmal live zu sehen, wäre etwas ganz Spezielles.» Noch hat Giger aber kein Ticket. Diesbezüglich ist ihm Ott voraus. Er plant, das Spiel Schweiz gegen Grossbritannien am Donnerstag zu besuchen.