Giger bodigt seinen Klubkollegen
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Dritter Sieg in Zürich:Giger bodigt seinen Klubkollegen

Drei Feste – vier Sieger
Giger bejubelt in Zürich Triumph mit zwei Seiten

Drei Schwingfeste gehen am Sonntag über die Bühne, am Ende jubeln vier Eidgenossen. Während am Schwyzer und am Zürcher Kantonaler einer solo gewinnt, wird der Triumph am Basellandschaftlichen geteilt.
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Dritter Zürich-Titel für Samuel Giger. (Archivbild)
Foto: Benjamin Soland

Die Schlussgänge

Den entscheidenden Angriff lanciert Samuel Giger schon früh. Er lässt Domenic Schneider nicht mehr entwischen, nagelt ihn vehement am Boden fest und drückt minutenlang, bis der Widerstand bricht. Für Giger ist es der erste Kranzfestsieg in dieser Saison und nach 2016 und 2018 der dritte beim Zürcher Kantonalen. Gleichzeitig gewinnt der Thurgauer damit seinen 75. Kranz.

Sinisha Lüscher und Adrian Odermatt zeigen beim Basellandschaftlichen einen engagierten Schlussgang. Beide setzen Nadelstiche, beide kommen der Entscheidung nahe. Als die zwölf Minuten schon fast abgelaufen sind, landet Lüscher den entscheidenden Angriff. Er legt Odermatt aufs Kreuz und feiert seinen dritten Festsieg, den zweiten in diesem Jahr. Jubeln muss er nicht alleine, er teilt Platz 1 mit Nick Alpiger.

Lukas Bissig und Michael Gwerder schenken sich nichts. Sie liefern sich einen intensiven Schlussgang – im Wissen, dass sie für den Sieg beim Schwyzer Kantonalen den Schlussgang gewinnen müssen. Nach rund sieben Minuten fällt die Entscheidung. Bissig setzt sich durch. Und feiert seinen dritten Festsieg. Dennoch ist es eine Premiere. Denn erstmals triumphiert er ausserhalb seines Heimatkantons Uri. 

Die Siegerstimmen

Samuel Giger: «Der erste Festsieg – vor zwei Wochen stand ich im Schlussgang. Dass ich heute gewinnen konnte, bedeutet mir schon sehr viel. Gegen einen Klubkollegen zu schwingen, hat immer zwei Seiten. Zum einen will man selber gewinnen, das ist klar. Auf der anderen Seite hat Dodo auch einen super Tag eingezogen und ich würde ihm den Sieg gönnen. Am Ende schwinge ich für mich selber. Mein Formstand ist recht gut, ich fühle mich gesund. Die technischen Details, die ich versucht habe hinzuzunehmen, versuche ich umzusetzen. Das gelingt mal besser, mal schlechter.»

Lukas Bissig: «Der Schlussgang und das Duell mit Adrian Walther waren am strengsten. Ich kenne Michi sehr gut, da weiss man schon, was der andere macht. Wir sind beides Kurz-Züger, deswegen hab ich irgendwann versucht, umzustellen. Ich muss ihm aber ein grosses Kompliment machen. Nach dem Sieg am Ob- und Nidwaldner steht er wieder im Schlussgang, das ist stark.»

Die Schlussranglisten

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Schlussrangliste Zürcher Kantonales
Foto: Screenshot ESV

Die beeindruckende Statistik

Vier Schwingfeste hat Lukas Bissig vor dem Schwyzer Kantonalen in diesem Jahr schon bestritten. Und weist dabei eine eindrückliche Bilanz auf. Von den 24 Gängen hat er nur einen verloren – alle anderen hat er für sich entschieden. Darunter sind Siege gegen die Eidgenossen Silvan Appert, Michael Gwerder, Jonas Burch und Marcel Bieri. Die einzige Niederlage hat Bissig im Eidgenossen-Duell gegen Lars Voggensperger kassiert. Am Schwyzer Kantonalen findet diese eindrückliche Bilanz ihre Fortsetzung. Fünfmal gewinnt er (unter anderem gegen den Eidgenossen Michael Gwerder), und nur einmal stellt er – gegen den Berner Gast Adrian Walther.

Die Titelverteidiger

In den letzten zwei Jahren hat jeweils Armon Orlik das Zürcher Kantonale gewonnen. Zur erneuten Titelverteidigung tritt der König nicht an. Er bestreitet das nächste Kranzfest erst mit dem Glarner-Bündner am Pfingstmontag. Dafür steigt Damian Ott in Mettmenstetten in die Zwilchhosen, der seinerseits beim Basellandschaftlichen der Titelverteidiger wäre. Dieser fehlt indes auch beim Schwyzer Kantonalen. Marcel Bieri hat das Fest in diesem Jahr bei seiner Planung ebenfalls nicht berücksichtigt.

Die geteilte Halbzeit-Führung

Samuel Giger führt das Zürcher Kantonale nach drei Gängen alleine an. Nur einen Viertelpunkt bleibt der Unspunnensieger am Morgen unter dem Maximum. Bei den anderen beiden Festen hingegen wird Platz 1 geteilt. Mit Enea Grob und Damian Kehr führen zwei Nicht-Eidgenossen beim Basellandschaftlichen. Sie kommen ebenso auf 29,50 Punkte wie das Leader-Trio beim Schwyzer Kantonalen. Neben Eidgenosse Lukas Bissig gewinnen auch Urs Doppmann und Luca Müller am Morgen dreimal.

Die Überraschung

Zum ersten Mal in seiner Karriere greift Carlo von Rickenbach beim Schwyzer Kantonalen mit Adrian Walther zusammen. Der 21-Jährige, der bis anhin drei Kantonalkränze zu Hause hat, soll den Gast aus dem Kanton Bern vor der Mittagspause ausbremsen. Und meistert diese Mammutaufgabe mit Bravour. Ein ums andere Mal entwischt er dem Eidgenossen, lässt sich einfach nicht auf den Rücken drehen. Am Ende trotzt er ihm einen Gestellten ab – für den beide mit Note 9,00 belohnt werden.

Die Gestellten

Sieben Eidgenossen nehmen am Basellandschaftlichen teil. Sie starten alle gleich ins Fest: mit einem Gestellten. Nick Alpiger und Sinisha Lüscher bieten ein unterhaltsames Duell, sie werden jeweils mit Note 9,00 belohnt. Die holt sich auch Adrian Odermatt zum Auftakt ab. Er bekommt als Einziger keinen Eidgenossen vorgesetzt. In den anderen beiden Direktduellen Marius Frank gegen Sascha Streich und Tim Roth gegen Lars Voggensperger gibts jeweils die Note 8,75.

Die Abwesenden

Am Zürcher Kantonalen hätten eigentlich zwei weitere Eidgenossen teilnehmen wollen. Doch sie müssen verletzungsbedingt passen. Werner Schlegel fällt wegen einer muskulären Verletzung im Rippenbereich aus und Fabian Kindlimann hat sich eine Knieverletzung zugezogen.

Der erste Kranz

Patrik Laimbacher gilt als grosses Talent. Der Sohn von Schwing-Legende Adi Laimbacher (105 Kränze) hat erst vor Wochenfrist mit dem Zuger Kantonalen seine Kranzfest-Premiere gefeiert. Da hat er Eichenlaub noch um einen halben Punkt verpasst. Dieses Mal passiert das dem 16-Jährigen nicht. Bei seinem zweiten Fest sichert er sich den Kranz. Beeindruckend. «Ich habe im Kopf weitergeschaut und ihn nicht hängen lassen», erklärt Laimbacher bei Tele1, wieso es dieses Mal geklappt hat. 

Der anstrengende Morgen

Damian Ott muss sich am Morgen des Zürcher Kantonalen in Geduld üben. Zumindest in den ersten beiden Gängen. Denn sowohl gegen den Eidgenossen Martin Roth als auch gegen Lukas Keller kann er jeweils erst in der letzten halben Minute gewinnen. Und das nicht platt, sondern mit nachdrücken. Das brauchts auch im 3. Gang. Dort kommt Ott dann aber schneller zum Erfolg. Nach rund der Hälfte der Gangdauer liegt Christian Lanter auf dem Rücken. Trotzdem braucht dieser Morgen viel Energie.

Die Premieren

Adrian Walther trifft im 1. Gang des Schwyzer Kantonalen auf Silvan Appert. Es ist das erste Duell der beiden Eidgenossen. Der Berner Gast Walther bodigt den Einheimischen platt. Auch Samuel Giger lanciert seinen Einsatz beim Zürcher Kantonalen mit einer Premiere. Erstmals trifft er auf Lukas Döbeli. Er löst diese Aufgabe ohne Probleme, verpasst aber im Gegensatz zu Walther die Maximalnote.

Die Wiedersehen

Am Basellandschaftlichen kommts beim Anschwingen zu einem Wiedersehen. Sinisha Lüscher und Nick Alpiger greifen zusammen – so wie sie es in dieser Saison bereits im Schlussgang des Solothurner Kantonalen taten. Damals endete das Duell gestellt. Das ist auch in Oberdorf nicht anders. Weil viel läuft, gibts für beide die Note 9,00. Auch am Zürcher Kantonalen kommts zur Neuauflage eines Schlussganges. Im 5. Gang stehen sich Samuel Giger und Damian Ott gegenüber – wie bereits beim Thurgauer Kantonalen. Damals setzte sich Ott durch. In Mettmenstetten gibts in diesem Kracher keinen Sieger. Und für beide Note 9,75.

Die Enttäuschung

Als einer der Innerschweizer Eidgenossen will Jonas Burch beim Schwyzer Kantonalen natürlich um den Festsieg mitreden. Doch er legt einen veritablen Fehlstart hin. Beim Anschwingen wird er von Urs Doppmann platt aufs Kreuz gelegt. Die beiden treffen erstmals seit 2023 aufeinander. Damals haben sie gestellt. Das einzige weitere Duell hat Burch 2022 ebenfalls verloren. Auch danach läufts ihm nicht viel besser. Es folgen drei Gestellte gegen Normalkranzer sowie ein Sieg. So steht schon vor dem 6. Gang fest, dass er die Kranzränge verpassen wird. Am Ende wird er nur 15.

Die Bedingungen

Beim Zürcher und beim Schwyzer Kantonalen scheint schon beim Anschwingen die Sonne. Die Temperaturen sind zwar etwas kühler, als man es für Mitte Mai gewohnt ist, das tut der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Einzig das Basellandschaftliche geht bei mehrheitlich bewölktem Himmel über die Bühne. 

So gehts weiter

Auch kommende Woche wartet die volle Ladung Schwingen. Am Samstag gehts los mit dem Oberaargauischen, am Sonntag folgt das Fribourger Kantonale und am Pfingstmontag stehen mit dem Luzerner Kantonalen und dem Glarner-Bündner zwei Feste auf dem Programm.

Der Schwing-Sonntag im Ticker

17:33 Uhr

SZ: Bissig erlöst sich nach sieben Minuten

Schlussgang – Michael Gwerder und Lukas Bissig verlangen sich alles ab. Sie liefern sich ein enges Duell. Nach rund sieben Minuten fällt die Entscheidung. Am Boden kann Bissig seinen Gegner überdrehen und auf den Rücken legen. Er feiert den dritten Kranzfestsieg seiner Karriere.

17:26 Uhr

SZ: Schlussgänger unter Druck

6. Gang – Luca Müller bodigt Franco Föhn platt. Derweil verpasst Silvan Appert die Maximalnote bei seinem Sieg gegen Elias Lüscher. Heisst für die Schlussgang-Teilnehmer Lukas Bissig und Michael Gwerder: Nur ein Sieg reicht für den grossen Triumph. Stellen sie, ist Müller der lachende Dritte.

16:58 Uhr

BL: Lüscher bodigt Odermatt

Schlussgang – Der erste Angriff gehört Sinisha Lüscher. Er ist nicht von Erfolg gekrönt. Nach rund vier Minuten wagt Adrian Odermatt einen ganz gefährlichen Angriff. Er legt Lüscher auf den Rücken – allerdings winkt der Kampfrichter sofort ab, das Ganze passiert nämlich ausserhalb des Sägemehls. Nach der Hälfte der zwölf Minuten Gangdauer kommt erneut Lüscher gefährlich rein, doch Odermatt nutzt seine Körpergrösse aus, um sich zu befreien. Auch danach kann der Schlussgang auf die eine oder andere Seite kippen. Kurz bevor die Zeit abgelaufen ist, gelingt Lüscher der entscheidende Wurf. Er bodigt Odermatt und feiert seinen dritten Kranzfestsieg. Zu den ersten Gratulanten zählt Co-Sieger Nick Alpiger.

16:56 Uhr

ZH: Giger gewinnt den Thurgauer Gipfel

Schlussgang –Samuel Giger geht sofort in die Offensive, kann schon nach kurzer Zeit Domenic Schneider am Boden festnageln. Und dann drückt und wartet der Unspunnensieger einfach so lange, bis der Widerstand seines Klubkollegen bricht und er ihn auf den Rücken drehen kann. Er gewinnt zum dritten Mal nach 2016 und 2018 das Zürcher Kantonale.

16:32 Uhr

BL: Alpiger macht Druck

6. Gang – Nick Alpiger erfüllt die Pflicht gegen Valentin Scherz. Er legt den Normal-Kranzer platt aufs Kreuz. Damit setzt er die Schlussgang-Teilnehmer unter Druck. Denn stellen Sinisha Lüscher und Adrian Odermatt, ist Alpiger alleiniger Festsieger. Den Co-Sieg kann ihm keiner mehr nehmen.

16:01 Uhr

Die Schlussgang-Duelle

Erst beim Schwyzer Kantonalen ist klar, wer den Schlussgang bestreiten wird. Es sind dies Michael Gwerder und Lukas Bissig. Silvan Appert trifft auf Elias Lüscher und Luca Müller auf Franco Föhn. Die beiden haben ebenfalls noch Chancen auf den Festsieg oder den Co-Triumph.

Derweil ist klar, wer den Schlussgang des Basellandschaftlichen bestreiten wird. Es sind dies Sinisha Lüscher und Adrian Odermatt. Nick Alpiger, der punktgleich mit den beiden ist, trifft auf Valentin Scherz. Er hat die Chance, den Sieg zu erben oder Co-Sieger zu werden.

Nun steht auch das dritte Schlussgang-Duell fest. Beim Zürcher Kantonalen kommts zum Thurgauer Gipfel zwischen Samuel Giger und Domenic Schneider. David Forrer greift mit Janos Bachmann zusammen. Auch er hat weiter die Möglichkeit, ebenfalls noch Festsieger zu werden.

15:31 Uhr

SZ: Schlussgang-Duell steht fest

5. Gang – Lukas Bissig wird seiner Favoritenrolle gerecht. Er legt Luca Müller, den Führenden nach vier Gängen, platt auf den Rücken. Und zieht damit in den Schlussgang ein. Er erobert die Ranglistenspitze und führt neu einen Viertelpunkt vor einem Verfolger-Trio. Zu diesem zählen neben Luca Müller auch Michael Gwerder (Sieg gegen Thomas Bucher) und Silvan Appert (Sieg gegen Luc Bissig). Hätte einer von ihnen den Plattwurf geschafft, würde das Schlussgang-Duell feststehen. So hat die Einteilung die Qual der Wahl. Und entscheidet sich für das Eidgenossen-Duell Lukas Bissig gegen Michael Gwerder.

Daneben kehrt Adrian Walther nach zwei Gestellten auf die Siegerstrasse zurück. Er bodigt Michael Ulrich. Jonas Burch hingegen kommt gegen Simon Gabriel nicht über einen Gestellten hinaus.

15:10 Uhr

ZH: Schneider im Schlussgang

5. Gang – Domenic Schneider bekundet gegen Janosch Kobler keine Mühe. Er legt ihn platt aufs Kreuz. Damit steht er im Schlussgang. Von den punktgleichen Zweitplatzierten ist David Forrer der einzige, der sich die Maximalnote notieren lassen kann. Ihm gelingt der Coup gegen Gian Maria Odermatt. Bei einem Gestellten im Kracher könnte er damit punktgleich mit Samuel Giger sein. Ob die Einteilung dann allerdings Forrer den Vorzug gibt, ist fraglich. 

Als Damian Ott und Samuel Giger zur Tat schreiten, sind alle Augen in der Arena auf die beiden gerichtet. Gibts Spektakel? Und einen Sieger? Allzu viel läuft zwischen den beiden nicht. Einmal landet Ott zwar auf dem Rücken – allerdings ausserhalb des Sägemehls. So gibts einen Gestellten mit jeweils 8,75. Giger kommt nun wie Forrer auf 48,50 Punkte, einen Punkt mehr hat Schneider auf dem Konto. Die Einteilung entscheidet, wer Schneider in den Schlussgang folgt.

15:03 Uhr

BL: Drei Schlussgang-Kandidaten

5. Gang – Nick Alpiger feiert den vierten Sieg in Serie. Er setzt sich gegen Jonas Glutz durch. Weil er aber die Maximalnote verpasst, kann er das Schlussgang-Ticket nicht buchen. Er muss abwarten, was die Konkurrenz macht. Sinisha Lüscher löst die Aufgabe Tim Roth mit Bravour. Er legt den Eidgenossen platt aufs Kreuz. Und zieht punktemässig mit Alpiger gleich.

Bestreiten die beiden den Schlussgang? Das ist noch offen. Denn Adrian Odermatt holt sich gegen Marius Frank ebenfalls die 10,00 und kommt wie Lüscher und Alpiger auf 48,75 Punkte. Im Schlussgang hats aber nur für zwei Platz aus diesem Trio.

14:54 Uhr

BL: Spitzenpaarungen 5. Gang

Nick Alpiger hat den Schlussgang in den eigenen Händen. Mit einem Plattwurf gegen Jonas Glutz löst er das Ticket. Dahinter sind die Eidgenossen Sinisha Lüscher, Adrian Odermatt und Lars Voggensperger in Lauerstellung.

Kaj Hügli – David Widmer
Valentin Scherz – Samuel Schmid
Dario Christ – Lars Voggensperger
Nick Alpiger – Jonas Glutz
Sinisha Lüscher – Tim Roth
Marius Frank – Adrian Odermatt

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