Darum gehts
Wann beginnt die Kranzfest-Saison?
Noch in diesem Monat steigt das erste Kranzfest in diesem Jahr. Am 26. April findet in Hergiswil NW das Ob- und Nidwaldner Kantonale (u.a. mit Marcel Bieri, Sven Schurtenberger und Adrian Odermatt) statt. Eine Woche später gibts dann den ersten vollgepackten Schwing-Sonntag. Parallel finden das Thurgauer Kantonale in Sirnach (u.a. mit Samuel Giger, Armon Orlik, Werner Schlegel und Damian Ott), das Solothurner Kantonale in Stüsslingen (u.a. mit Sinisha Lüscher, Nick Alpiger und Adrian Odermatt) sowie das Emmentalische Schwingfest in Oberdiessbach (u.a. mit Curdin Orlik, Adrian Walther, Michael Moser und Matthias Aeschbacher) statt. Den Abschluss der Kranzfest-Saison bilden das Nordwestschweizer Schwingfest in Mümliswil SO (u.a. mit Curdin Orlik, Lukas Bissig, Nick Alpiger und Sinisha Lüscher) sowie der Schwägalp-Schwinget (u.a. mit Fabian Staudenmann, Adrian Walther, Samuel Giger und Armon Orlik). Danach folgt noch das Kilchberger Schwinget.
Was ist das Saisonhighlight?
Natürlich das Kilchberger Schwinget. Schliesslich findet es nur alle sechs Jahre statt. Am 5. September kämpfen die 60 besten Schwinger des Landes um den Sieg. Wer mit den Athleten spricht, merkt aber schnell, dass der eidgenössische Anlass nur bei den wenigsten zuoberst auf ihrer Highlight-Liste steht. Der einfache Grund dafür: Weil es keine Kränze gibt, zählt nur der Sieg. Diesen werden die zehn besten Schwinger unter sich ausmachen. Die anderen können allenfalls Spielverderber spielen. Ihr Fokus gilt vielmehr den Bergfesten.
Welche Feste versprechen besonders viel Spannung?
Neben dem Kilchberger sticht das Berner Kantonale (5. Juli) heraus. Dort wo normalerweise YB seine Heimspiele austrägt, kämpfen Staudenmann und Co. um den Festsieg. Was für eine Kulisse! Es werden Zehntausende Zuschauer erwartet. Auch weil sich mit König Armon Orlik, Unspunnensieger Samuel Giger und ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel mehrere hochkarätige Gäste angemeldet haben.
Das Nordostschweizer Trio misst sich in dieser Saison gleich mehrfach mit den starken Bernern. So zum Beispiel auch auf dem Brünig (26. Juli). Nachdem er in den letzten zwei Jahren auf eine Teilnahme verzichtet hat, nimmt Fabian Staudenmann wieder an diesem Bergfest-Klassiker teil. Der Berner Teamleader wagt sich dann auch noch zweimal in die Nordostschweiz. Zum einen wird er am Teilverbandsfest starten und zum anderen auf der Schwägalp. Spektakuläre Kämpfe sind uns deshalb sicher.
Wo kann ich die Schwingfeste mitverfolgen?
Blick liefert wie gewohnt den vollen Schwing-Service und tickert alle Kranzfeste der Saison sowie das Kilchberger Schwinget. Daneben gibt es Hintergrund-Infos und alles Wichtige rund um die Schwing-Szene.
SRF überträgt wie gehabt den ganzen Sommer Schwingfeste. Ausgestrahlt werden die Berg- und Teilverbandsfeste. Zudem kann auch das Kilchberger Schwinget dort mitverfolgt werden. Daneben werden Regionalsender die Kantonalfeste übertragen.
Wer macht bei den Innerschweizern Wicki vergessen?
Anfang Jahr hat König Joel Wicki (29) seine Karriere beendet und hinterlässt eine gewaltige Lücke. Daneben haben bei den Innerschweizern mit Pirmin Reichmuth (30) und Christian Schuler (38) zwei weitere Routiniers die Zwilchhosen an den Nagel gehängt. Wer kann nebst Marcel Bieri (31) und Sven Schurtenberger (34) zum Teamleader aufsteigen? Infrage kommen etwa die beiden Neu-Eidgenossen Lukas Bissig (22), als Fünfter bestklassierter Innerschweizer am ESAF, sowie Marc Lustenberger (23), der letzte Saison beim Ob- und Nidwaldner Kantonalen seinen ersten Kranzfestsieg feierte.
Marco Reichmuth (28), der vergangenen Sommer beim Zuger Kantonalen seinen Premierensieg erkämpfte, tritt nach dem Rücktritt seines Bruders Pirmin endgültig aus dessen Schatten. Mit Noe van Messel (24) haben die Innerschweizer einen weiteren Schwinger in der Hinterhand, dem eine grosse Zukunft gehören könnte. Nur fällt dieser nach einer am ESAF erlittenen Knieverletzung wohl die ganze Saison aus.
Wer wird der Aufsteiger der Saison?
Lukas Bissig hat das Zeug dazu, in die Rolle des Teamleaders in der Innerschweiz hineinzuwachsen. Der 22-jährige Urner deutete in der vergangenen Saison an, wozu er fähig ist. Auf der Schwägalp bodigte er den Eidgenossen Domenic Schneider und beim ESAF brillierte Bissig als bester Innerschweizer. Seine bisherigen Auftritte in diesem Jahr beweisen, dass er bereit ist. Dreimal angetreten, dreimal gewonnen. Wenn nicht bereits in diesem Jahr, dann wird er spätestens bis zum ESAF 2028 in Thun ein Teamleader der Innerschweizer.
Welcher Schwinger wird alle überraschen?
Fabio Hiltbrunner. Nach seinem Sensationssieg beim Jubiläumsfest 2024 in Appenzell verschwand der Berner von der Bildfläche. Eine Schulteroperation zwang ihn zu einer längeren Pause. Sein Comeback im letzten Sommer endete bereits nach einem einzigen Wettkampf. Nun ist Hiltbrunner endlich wieder fit. Weil andere im Fokus stehen, wird kaum mehr über ihn gesprochen. Das wird sich aber bald wieder ändern. In den Trainings soll er einen starken Eindruck hinterlassen haben.
Wer ist der Gejagte?
Natürlich Schwingerkönig Armon Orlik. Jeder will gegen ihn gewinnen oder zumindest sicher nicht verlieren. Ein Gestellter gegen den aktuellen Titelträger? Für viele Mittelschwinger eine riesige Motivation. Entsprechend mühsam werden diese Kämpfe für Orlik. Der 30-jährige Bündner muss nun zeigen, dass er mit der grösseren Aufmerksamkeit und dem zusätzlichen Druck umgehen kann. Dabei hilft ihm auf jeden Fall seine grosse Erfahrung.
Welches Duell verspricht besonders viel Spannung?
Die Hierarchie im Berner Team wankt. Lange Zeit galt Fabian Staudenmann als unangefochtene Nummer eins. Doch nun erhält der Student harte Konkurrenz. Supertalent Michael Moser rüttelt an seiner Vormachtstellung. Im letzten Jahr konnte er ihn zweimal bezwingen. Staudenmann siegte einmal. Und Moser wirkt bereits wieder bärenstark. Er bodigte gleich zweimal Brünig-Sieger Adrian Walther. Zum ersten richtigen Showdown zwischen den beiden kommt es vermutlich am Mittelländischen Schwingfest am 10. Mai.