«Das passt mir überhaupt nicht»
Feste in der Kritik – Schwing-Boss macht klare Ansage

Die Schwingfeste dauern immer wie länger. Nun greift Schwing-Boss Fridolin Beglinger ein und wählt deutliche Worte.
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Nicola AbtReporter Sport

Wer am Schwingfest wissen will, wann der Schlussgang beginnt, sollte sich derzeit besser nicht zu stark am Festprogramm orientieren. Dort ist der sportliche Höhepunkt meist auf 17 Uhr angesetzt. Tatsächlich wurde in den vergangenen Wochen aber regelmässig deutlich später zusammengegriffen.

Mehrere verspätete Schlussgänge nerven Schwinger-Boss Fridolin Beglinger.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Letzten Sonntag am St. Galler Kantonalen gaben sich Damian Ott und Werner Schlegel um 17.33 Uhr die Hand. Ähnliches geschah unter anderem am Oberaargauischen, Schwyzer, Luzerner und Freiburger Kantonalen. Diese Entwicklung stört den neuen Schwinger-Boss Fridolin Beglinger.

Mittelländer haben den Festakt abgeschafft

Im Gespräch mit Blick wählt der Glarner deshalb deutliche Worte: «Das passt mir überhaupt nicht. Um 17 Uhr sollte der Schlussgang spätestens stattfinden – lieber etwas früher.» Dass das in der jüngeren Vergangenheit oftmals nicht klappte, führt Beglinger auf mehrere Dinge zurück.

Beim St. Galler Kantonalen kämpften Werner Schlegel (oben) und Damian Ott (unten) erst nach halb sechs gegeneinander.
Foto: keystone-sda.ch

Ein zentraler Punkt dabei ist der Festakt. «Er geht zu lang. Nach 15 bis 20 Minuten sollte dieser abgeschlossen sein. Teilweise zieht er sich aber über eine halbe Stunde hin.» Der Festakt spaltet die Schwing-Szene seit Jahren. Die Mittelländer im Kanton Bern haben ihn bereits abgeschafft.

Sie halten ihre Reden während des Schwingbetriebs am Speakerpult. «Es hat doch keinen Sinn, ein Theater aufzuführen, bei dem keiner zuhört», erklärte einst OK-Präsident Hans Jörg Rüegsegger vom Mittelländischen 2024. Tatsächlich nutzen viele Zuschauer den Festakt für eine WC-Pause. Deshalb sprechen die Redner nicht selten vor halbleeren Tribünen.

Zeitproblem wegen zu vielen Schwingern

Was das Fest ebenfalls in die Länge ziehen kann, ist die Gangdauer. Am Freiburger Kantonalen gingen die Kämpfe am Nachmittag acht Minuten. Mehrere Gestellte zögerten den Schlussgang nach 17.30 Uhr hinaus. «Da nehme ich die Einteilung in die Verantwortung. Ein solcher Entscheid darf nur gefällt werden, wenn es zeitlich aufgeht. In diesem Fall war das ein Fehler.»

Ähnliches geschah am Oberaargauer Kantonalen in Niederbipp. Dort bodigte Michael Moser (unten) seinen Freund Fabio Hiltbrunner.
Foto: keystone-sda.ch

Problematisch können auch grosse Teilnehmerfelder sein. So wie beispielsweise am Luzerner Kantonalen in Ruswil LU, wo insgesamt 268 Schwinger angetreten sind. «Das ist für einen schnellen Festablauf nicht förderlich.» Wie es besser geht, haben unter anderem die Glarner und Thurgauer an ihren Kantonalfesten gezeigt.

Schwing-Boss Beglinger will etwas ändern

Die Schwinger absolvierten bereits vor dem Mittag vier Gänge. Dadurch blieb der Einteilung am Nachmittag genügend Spielraum, um den Zeitplan einzuhalten. «Das war sehr vorbildlich», lobt Beglinger. So kam es, dass der Schlussgang in Näfels GL am Pfingstmontag bereits um 16 Uhr stattfand.

Ein umstrittener Zeitfresser ist der Festakt. Die Mittelländer im Kanton Bern haben ihn mittlerweile abgeschafft.
Foto: Philipp Kresnik/freshfocus

Die immer länger andauernden Schwingfeste beschäftigen auch die Athleten. Mehrere Schwinger kritisierten gegenüber Blick die Entwicklung. Beglinger will nun handeln. «Ich werde das an der nächsten Sitzung der Technischen Kommission ansprechen.» Vielleicht können sich die Schwingfans schon bald wieder darauf verlassen, dass der Schlussgang dann beginnt, wenn er im Festprogramm angekündigt ist.

Beglinger will sich nun des Problems der Verspätungen bei den Schlussgängen annehmen.
Foto: BENJAMIN SOLAND
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