Schlegel setzt sich im Schlussgang im Bodenkampf durch
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Am St. Galler Kantonalen:Schlegel setzt sich im Schlussgang im Bodenkampf durch

«Ein unglaubliches Gefühl»
Schlegel krönt sein Comeback mit besonderer Premiere

Werner Schlegel gibt beim St. Galler Kantonalen nach einer zweiwöchigen Verletzungspause sein Comeback. Und beweist, dass er nichts verlernt hat. Nicht nur er jubelt, sondern beim Neuenburger Kantonalen überraschend auch Romain Collaud.
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Werner Schlegel überstrahlt am St. Galler Kantonalen alle.
Foto: keystone-sda.ch

Die Schlussgänge

Am Neuenburger Kantonalen kommts zum Eidgenossen-Duell Romain Collaud gegen Lario Kramer. Letzterem reicht ein Gestellter zum Triumph. Nach gut vier Minuten fällt die Entscheidung. Collaud überrascht mit einem Wyberhaken und legt Kramer platt aufs Kreuz. Er feiert den sechsten Kranzfestsieg seiner Karriere.

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Lange läuft im Schlussgang des St. Galler Kantonalen nicht viel. Werner Schlegel versucht einiges, aber Damian Ott wehrt die Angriffe ab. Denn ihm reicht ein Gestellter, Schlegel allerdings nicht. Nach gut der Hälfte der zwölfminütigen Gangdauer gelingt der entscheidende Angriff. Schlegel bezwingt seinen Kumpel und triumphiert zum zweiten Mal beim St. Galler Kantonalen. 2022 reichte ihm noch ein Gestellter im Schlussgang.

Die Schlussranglisten

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Schlussrangliste St. Galler Kantonales.
Foto: Screenshot ESV

Die Siegerstimme

Werner Schlegel: «Ott auf dem Rücken zu haben ist ein unglaublich gutes Gefühl. Ich hatte einen super Tag. Nur am Anfang wurde ich von Orlik etwas gebremst, aber das kann man verkraften. Der Schlussgang war nicht so einfach, schliesslich kennen wir uns gut. Wir sassen zusammen in der Garderobe und haben die letzten Gänge geschaut. Dass es so viele Gestellte gab und sich das Ganze hinausgezögert hat, hat man nicht so gerne. Nach der Verletzung fehlt noch etwas Schwingpraxis, aber zum Glück kann ich mich auf mein Gespür verlassen.»

Die Premiere

In vier Duellen ist es Werner Schlegel noch nie gelungen, Damian Ott zu bezwingen. Vor dem Schlussgang weiss er, für den Triumph braucht er diese Premiere. Und er schafft es tatsächlich. Nach zwei Niederlagen und zwei Gestellten legt er Ott erstmals aufs Kreuz. Und feiert nicht nur den zehnten Kranzfestsieg seiner Karriere, sondern auch noch den 40. Kranzgewinn.

Das Comeback

Mitte Mai hat sich Werner Schlegel im Training verletzt. Wegen einer kleinen Muskelverletzung im Rippenbereich musste er eine Pause einlegen. Und die Teilnahme am Zürcher und Glarner-Bündner verpasst. Nun ist Schlegel zurück. Und das in eindrücklicher Manier. Beim Comeback zieht er direkt in den Schlussgang ein und schafft auch noch den ersten Sieg gegen Damian Ott. Damit wiederholt sich eine Geschichte. Schon letztes Jahr ist Schlegel aus einer Verletzungspause zurückgekehrt und hat mit dem Nordostschweizer direkt das erste Fest gewonnen.

Die Titelverteidiger

Letztes Jahr hat Samuel Giger das St. Galler Kantonalschwingfest gewonnen. Zur Titelverteidigung tritt der Unspunnensieger nicht an. Er bestreitet sein nächstes Kranzfest erst Mitte Juni auf dem Stoos. Anders siehts beim Neuenburger Kantonalen aus. Dort steigt mit Lario Kramer auch der Vorjahressieger in die Zwilchhosen.

Der Zaungast

Die Saison von Marcel Räbsamen ist vorbei gewesen bevor sie richtig begonnen hat. Der Schwägalp-Sieger hat sich das Kreuzband gerissen. Dennoch ist er in Schmerikon – und kümmert sich als Betreuer um die Jungen. «Ich gebe ihnen Tipps und zeige ihnen, wie es läuft», erklärt er gegenüber TVO. Auch Feedback bekommen die Zukunftshoffnungen. Nicht nur nach dem Gang, sondern auch während er läuft. «Ich bin einer, der viel rein ruft, weil ich das auch gerne habe», meint Räbsamen. Und fügt an, wenn er wisse ein Schwinger habe das nicht gerne, verzichte er darauf.

Die Dernière

Für Florian Riget ist das St. Galler Kantonale ein besonderes Fest. Denn es ist seine Dernière. Neun Tage nach seinem 30. Geburtstag hängt er die Zwilchhosen an den Nagel. Ein letzter Kranz kommt nicht mehr in seine Sammlung, es bleibt bei den 16, die er schon zu Hause hatte. Seinen letzten Gang bestreitet er gegen Remo Lusti – und kann den Nicht-Kranzer platt aufs Kreuz legen. Danach wird Riget verabschiedet. Auch das obligate Nagel in ein Brett schlagen und Zwilchhose dran hängen darf nicht fehlen. 

Florian Riget (l.) beendet seine Karriere.
Foto: Screenshot TVO

Die Lücke

Domenic Schneider ist an jedem Ostschweizer Kantonalschwingfest schon mindestens einmal im Schlussgang gestanden. Nur bei einem nicht: dem St. Galler. Auch in Schmerikon zählt er zum Kreis der Favoriten, kann aber diese Lücke im Palmarès nicht füllen. Das ist nach dem zweiten Gestellten, den er im 4. Gang hinnehmen muss, klar. Nach fünf Gängen liegt Schneider auf Rang 6 und verpasst die Schlussgang-Quali deutlich. Mit einem Sieg zum Abschluss tütet er den Kranz ein – es ist Nummer 96 für ihn. Viel fehlt nicht mehr und er gehört zum 100er-Klub.

Der perfekte Sieg

Daniel Bösch hat 2019 das St. Galler Kantonale gewonnen. In allen sechs Gängen hat er dafür seinen Gegner aufs Kreuz gelegt. Seither ist keinem anderen Schwinger bei diesem Fest ein perfekter Triumph gelungen. Damian Ott hat aber die Chance, dieses Kunststück ebenfalls zu zeigen. Er zieht mit fünf Siegen in den letzten Kampf des Tages ein. Und schafft nicht, was Bösch gelang. Weil er auf dem Rücken landet, wird er am Ende Zweiter.

Das verpasste Jubiläum

Lario Kramer hat vor einer Woche das Fribourger Kantonale gewonnen. Nun möchte er den Titel am Neuenburger verteidigen. Im Schlussgang würde ihm dafür ein Gestellter reichen. Doch dazu kommts nicht. Er landet auf dem Rücken – und verpasst damit sein Jubiläum. Denn es wäre sein zehnter Festsieg gewesen.

Die Neuner-Serie

Wenn Werner Schlegel und Armon Orlik zusammen greifen, gibts oft Spektakel – aber selten einen Sieger. Beim Anschwingen am St. Galler greifen sie zum siebten Mal zusammen – zum fünften Mal in Serie gibts einen Gestellten. Und nicht nur das. Denn die beiden zeigen bei ihren Gestellten jeweils so viel, dass sie eigentlich immer Note 9,00 bekommen. So auch in Schmerikon. Nur einmal hats einen Gestellten gegeben, bei dem die Kampfrichter unterschiedlich bewertet haben. Letztes Jahr beim Nordostschweizer Schwingfest hat Schlegel Note 8,75 bekommen während es für Orlik die 9 gab.

Die Bedingungen

Am Morgen scheint an beiden Schauplätzen die Sonne. Vor allem in La Brévine ziehen je länger je mehr Wolken auf. Während des 6. Gangs beginnt es dann zu regnen. Anders siehts lange in Schmerikon, wo es zwischenzeitlich zwar bewölkt ist, aber sich die Sonne dann doch wieder durchkämpft. Bis es dann doch noch nass wird. Wie in La Brévine öffnen sich auch hier die Schleusen während des 6. Ganges. Allerdings nur kurz dafür heftig. Denn schon ein paar Minuten später hellt es auf und die Sonne zeigt sich wieder.

So geht es weiter

Kommendes Wochenende gehen drei Kantonalschwingfeste über die Bühne. Den Anfang macht das Urner am Samstag, tags darauf folgen das Walliser und das Aargauer.

Der Ticker zum Nachlesen

17:36 Uhr

SG: Schlegel triumphiert

Schlussgang – Damian Ott und Werner Schlegen haben das Sägemehl betreten, das letzte Duell des Tages läuft. Maximal zwölf Minuten wird es dauern. Schlegel startet etwas offensiver, versucht sofort Nadelstiche zu setzen. Ott hält erfolgreich dagegen. Wirklich gefährlich wirds in den ersten vier Minuten allerdings nicht.

Auch danach hält sich Ott eher zurück während Schlegel weiter versucht, etwas Gefährliches zu kreieren. Die Zeit läuft, schon sechs Minuten sind vorbei. Und dann passierts. Schlegel greift an und legt Ott aufs Kreuz. Damit feiert er das perfekte Comeback mit dem Festsieg.

17:12 Uhr

SG: Entscheidung naht

6. Gang – Die letzten Duelle vor dem Schlussgang stehen an. Armon Orlik bodigt Patrick Kurmann platt, gleiches gelingt Christian Lanter gegen Fabian Bärtsch. Auch Domenic Schneider (gegen Jan Mannhart), Martin Schönbächler (gegen Peter Tischhauser) und Roger Rychen (gegen Ramon Betschart) beenden das Fest mit einem Erfolg. Lange dauerts nicht mehr, bis sich Werner Schlegel und Damian Ott im letzten Kampf des Tages gegenüber stehen.

Die Ausgangslage ist klar: Schlegel braucht den Sieg um das Fest zu gewinnen, Ott reicht auch ein Gestellter.

16:29 Uhr

NE: Collaud triumphiert

Schlussgang – Lario Kramer reicht ein Gestellter, um das Fest zu gewinnen. Doch soweit kommts nicht. Romain Collaud landet einen Überraschungsangriff und legt seinen Gegner aufs Kreuz.

15:22 Uhr

SG: Zwischenrangliste nach 5 Gängen

15:21 Uhr

NE: Zwischenrangliste nach 5 Gängen

15:20 Uhr

SG: Ott gegen Schlegel im Schlussgang

5. Gang – Einmal mehr bekundet König Armon Orlik mehr Mühe als gedacht. Gegen Martin Schönbächler muss er bis in die Schlussminute kämpfen. 30 Sekunden vor Ablauf der Zeit holt er sich dann doch noch den Sieg. Mittels Beinschere legt er den Innerschweizer platt auf den Rücken. Schönbächler wird für seine Gegenwehr belohnt, er bekommt Note 8,75.

Werner Schlegel gibt sich gegen Josias Müller keine Blösse. Er lässt sich nach nicht ganz zwei Minuten die Maximalnote notieren. Damit steht er bei seinem Comeback im Schlussgang. Und greift in diesem mit Damian Ott zusammen. Denn dieser setzt sich im Bodenkampf gegen Andrin Habegger durch. 

15:07 Uhr

SG: Kurmann bleibt im Schlussgang-Rennen

5. Gang – Martin Roth (gegen Edi Bernold), Marco Good (gegen Mario Tschudi), Andy Signer (gegen Raphael Kiener) und Domenic Schneider (gegen Tobias Schönenberger) gestalten ihren fünften Kampf siegreich. Janos Bachmann kommt hingegen gegen Fabian Bärtsch nicht über einen Gestellten hinaus.

Derweil bleibt Patrick Kurmann im Rennen um den Schlussgang. Er legt Marcel Mösli platt aufs Kreuz. Sollte Werner Schlegel nicht platt gewinnen, würde er mit ihm gleichziehen. Den anderen Drittplatzierten, die ihren 5. Gang schon hinter sich haben, ist das nicht gelungen.

15:00 Uhr

SG: Spitzenpaarungen 5. Gang

Domenic Schneider – Tobias Schönenberger
Janos Bachmann – Fabian Bärtsch
Patrick Kurmann – Marcel Mösli
Armon Orlik – Martin Schönbächler
Josias Müller – Werner Schlegel
Andrin Habegger – Damian Ott

14:53 Uhr

NE: Schlussgang steht fest

5. Gang – Steve Duplan wird seiner Favoritenrolle gerecht und legt Luc Varone auf den Rücken. Auch Philipp Roth lässt sich einen Sieg notieren. Er siegt gegen Branighan Monney mit Plattwurf. Einen solchen zeigen auch Lario Kramer (gegen Ivan Mollet) und Romain Collaud (gegen Janis Wieland), während Johann Borcard zwar gegen Fabio Portmann gewinnt, allerdings nicht platt. Damit zieht Kramer (48,75) in den Schlussgang ein und trifft dort auf Romain Collaud (48,50). Er bindet im Direktduell den einen punktgleichen Schwinger zurück während Hugo Schläfli aus dem Schlussgang-Rennen fällt, weil er gegen Raphael Wolf nicht über einen Gestellten hinaus kommt.

14:42 Uhr

NE: Spitzenpaarungen 5. Gang

Steve Duplan – Luc Varone
Branighan Monney – Philipp Roth
Johann Borcard – Fabio Portmann
Lario Kramer – Ivan Mollet
Romain Collaud – Janis Wieland

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