Darum gehts
- Das Innerschweizer Schwingfest in Arth SZ erweitert Arena auf 9500 Plätze
- Terminüberschneidung mit Berner Kantonalfest sorgt für Enttäuschung bei Organisatoren
- 26'000 Zuschauer besuchen Berner Fest, SRF überträgt Jubiläumsanlass im Wankdorf
Eigentlich war die Arena für das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest längst fertig geplant. Doch dann meldeten die Sponsoren zusätzlichen Bedarf an Tickets an. Für das Organisationskomitee war aber klar, dass darunter nicht die Schwingfans leiden dürfen.
Also wurde die Arena kurzerhand um rund 1000 Plätze erweitert. Mittlerweile sind alle 9500 Tickets verkauft. Die Vorfreude auf den Wettkampf in Arth SZ ist riesig. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings.
Ausgerechnet am selben Sonntag findet mit dem Berner Kantonalen ein zweites grosses Schwingfest statt. «Kein Mensch hat mit uns gesprochen. Das kann es einfach nicht sein», moniert OK-Präsident Fidel Schorno.
Tausch zweier Bergfeste
Besonders stört den 38-fachen Kranzgewinner, dass man seiner Meinung nach gemeinsam eine Lösung hätte finden können. Schliesslich findet das Innerschweizer Teilverbandsfest seit Jahren am ersten Juli-Wochenende statt. «Vielleicht hätten wir mit dem Rigi-Schwinget das Datum tauschen können», sagt Schorno.
Dass solche Lösungen möglich sind, zeigt sich wenige Tage später. Der Rigi-Schwinget findet traditionell am zweiten Juli-Wochenende statt. Weil der organisierende Schwingklub aber auch das Innerschweizer durchführt, wäre die Zeit für Auf- und Abbau zu knapp gewesen. Deshalb wurde kurzerhand mit dem Weissenstein-Schwinget getauscht.
Berner wehren sich
Umso grösser ist Schornos Enttäuschung, dass rund um das Berner Kantonale nie das Gespräch gesucht wurde. «Leider ist es typisch für Berner Organisatoren, dass man sich nicht um die anderen kümmert.»
Die Berner halten dagegen und erklären, dass ihnen kaum Spielraum geblieben sei. Das Wankdorf ist stark ausgelastet. Zudem sei eine Austragung am Samstag wegen des Einkaufszentrums auf dem Stadiongelände nicht möglich gewesen. Für das Jubiläumsfest kam deshalb praktisch nur der kommende Sonntag infrage.
Schwinger-Boss nimmt Stellung
Noch stärker in der Pflicht sieht Schorno allerdings den Eidgenössischen Schwingerverband. «Der Zentralvorstand müsste hier aus meiner Sicht eingreifen und solche Konstellationen besser koordinieren. Gerade wenn es um derart grosse Feste geht.»
Dem Verband ist die Problematik bewusst. «Deshalb haben wir die Verteilung der Bergfeste für die nächsten drei Jahre bestimmt. Nun liegt es an den Teil- und Kantonalverbänden, ihre Schwingfeste möglichst sinnvoll darum herum zu planen», sagt Schwinger-Boss Fridolin Beglinger.
Ganz vermeiden liessen sich Überschneidungen aber nicht. «Vor allem dann, wenn ein Fest in einem Stadion stattfindet, das nur an wenigen Daten verfügbar ist.»
Die Terminkollision hat auch sportliche Folgen. Das Teilnehmerfeld in Arth ist schwächer als in anderen Jahren. Die besten Schwinger der anderen Teilverbände messen sich vor rund 26'000 Zuschauern im Wankdorf.
SRF musste sich entscheiden
Immerhin reist mit Domenic Schneider einer der beliebtesten Schwinger der Schweiz nach Arth. Dort trifft er auf eine geschlossene Innerschweizer Spitze. Denn der grösste Teilverband schickt keine Gäste nach Bern. «Das haben wir gemeinsam mit den Schwingern entschieden. Sie möchten lieber an ihrem eigenen Teilverbandsfest antreten», erklärt der Technische Leiter Stefan Muff. Gleichzeitig stellt er klar: «Das ist kein Boykott oder Ähnliches.»
Die Überschneidung stellte auch SRF vor eine schwierige Entscheidung. Den Vorzug erhielt das Spektakel im Wankdorf, das anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums des Bernisch-Kantonalen Schwingerverbands auf SRF 1 übertragen wird. Das Innerschweizer läuft parallel im Livestream und wird bei Gelegenheit zeitweise auch im Fernsehen gezeigt.