«Das gefällt mir gar nicht»
Schlegels «Provokationen» machen Kilchberger-Sieger Kopp hässig

Hans Kopp freut sich auf den Brünig-Kracher. Mit Werner Schlegels Mätzchen kann der Kilchberger-Sieger aber nichts anfangen.
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Hans Kopp durfte auf dem Brünig einiges erleben. Am Sonntag wird der Kilchberger-Sieger Staudenmann und Co. ganz genau beobachten.
Foto: ROMINA AMATO

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hans Kopp feiert am Sonntag seinen 77. Geburtstag am Brünig-Schwinget
  • Der Kilchberger-Sieger verbindet viele Erinnerungen mit dem Bergklassiker
  • Den Oberaargauer stört das Verhalten von ESAF-Schlussgänger Schlegel
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Nicola AbtReporter Sport

Am Sonntag wird beim Bergklassiker auf dem Brünig ein ganz besonderer Gast in der Naturarena sitzen und gleichzeitig seinen 77. Geburtstag feiern. Hans Kopp, der älteste noch lebende Kilchberger-Sieger, gibt sich die Ehre. «Ich bin nach wie vor ein grosser Schwingfan», sagt er.

Mit dem Brünig verbindet Kopp unzählige Erinnerungen. Zwischen 1972 und 1979 gewann er sieben Kränze. Auf den ersten musste der Oberaargauer allerdings lange warten. Dreimal reiste er ohne Auszeichnung nach Hause. «Ich wurde jeweils hart eingeteilt.»

Nach dem dritten Anlauf fragte er den Einteilungschef, wie oft man auf den Brünig kommen müsse, um endlich einen Kranz zu gewinnen. Dessen Antwort ist ihm bis heute geblieben: «Die meisten schaffen es beim dritten Mal. Es gibt aber auch solche, die ihn nie holen.»

Dusche unter freiem Himmel

Während Kopp letztlich reihenweise Brünig-Kränze sammelte, blieb ihm der Sieg verwehrt. «Den hätte ich sehr gerne geholt.» Denkt Kopp an früher, erinnert er sich auch an die Zustände neben dem Sägemehl. «Es war primitiv», beginnt der dreifache Eidgenosse zu erzählen. 

Unvergessen bleibt für ihn die improvisierte Waschgelegenheit für die Schwinger. Wer heute vom Bahnhof Richtung Festplatz läuft, kommt noch immer an der kleinen Hütte vorbei. Dort, wo sich am Sonntag das Pissoir der Männer befindet, machten sich die Schwinger früher frisch.

An einer angenagelten Dachrinne war ein Wasserrohr mit kleinen Löchern befestigt. Daraus rieselte das Wasser auf die Athleten. «Das war unsere Dusche unter freiem Himmel.» Mittlerweile haben die Schwinger etwas modernere Waschmöglichkeiten. 

Alle Schichten treffen sich am Bergfest

Der einfache Charakter des Brünigs ist aber geblieben. In bester Erinnerung bleiben Kopp auch die Bilder zur Mittagszeit. «Da sassen der Bankdirektor und der Strassenputzer im Wald nebeneinander.»

Jeder öffnete seinen Rucksack, holte Schinken oder Käse hervor und ass zu Mittag. «Es war unglaublich urchig.» Vier Ringe gab es damals noch nicht. Der ganze Platz war mit Sägemehl bedeckt. Die Kampfrichter mussten deshalb genug früh «Halt» sagen, um mögliche Kollisionen zu verhindern. 

Staudenmann wieder frei im Kopf

Die engen Platzverhältnisse sorgen auch heute noch für die besondere Atmosphäre auf dem Brünig. Am Sonntag könnte dort ein weiteres Kapitel Schwinggeschichte geschrieben werden. Triumphiert Fabian Staudenmann, wäre er erst der zweite Schwinger nach Martin Grab, der alle Bergfeste mindestens einmal gewonnen hat.

Kopp traut dem Berner Studenten diesen Meilenstein zu. «Er hat die Prüfungen hinter sich und den Kopf wieder frei. Dass das in dieser Saison nicht immer der Fall war, hat man gemerkt.» Damit spricht Kopp unter anderem Staudenmanns Auftritt am Nordostschweizer Teilverbandsfest an. Seither konnte der Kilchberger-Sieger das Berner Kantonale und das Rigi-Schwinget gewinnen. 

Provokationen? «Gab es bei uns nicht.»

Für Kopp ist Werner Schlegel der grösste Herausforderer des Berners. Mit dessen Auftreten vor den Gängen kann er überhaupt nichts anfangen. «Gewisse Mätzchen gefallen mir gar nicht. Er lässt seine Gegner vor den Kämpfen zu lange warten. Das geht nicht», poltert er. 

Schlegel ist jeweils der Letzte, der den Sägemehlring betritt, und springt zuvor noch leicht auf und ab. «Das ist eine unnötige Provokation. So etwas gab es bei uns nicht.» Für Schlegels Leistungen findet Kopp hingegen nur lobende Worte. «Er ist ein hervorragender Schwinger.» Das will der Toggenburger am Sonntag vor den Augen von Kopp einmal mehr demonstrieren.

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