So kannst du das Bier direkt zum Platz liefern lassen
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Schwing-Neuheit:So kannst du das Bier direkt zum Platz liefern lassen

Bier und Nussgipfel kommen direkt zum Sitzplatz
Gastro-Revolution beim Schwingen sorgt für Applaus

Seit neustem geniessen die Zuschauer an den Schwingfesten einen besonderen Luxus. Das revolutionäre System soll bald auch beim neuen Schweizer Fussballmeister getestet werden.
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Die Schwingfans im Bernbiet werden verwöhnt. Sie können sich Getränke und Snacks bequem an ihren Sitzplatz liefern lassen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schwingfeste im Bernbiet führen QR-Code-Bestellsystem für Snacks und Getränke ein
  • Zuschauer werden auf der Tribüne bedient – etwas wird aber vermisst
  • Testlauf in der Stockhorn-Arena in der neuen Saison geplant
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Nicola AbtReporter Sport

Im Bernbiet greifen die Schwingfans nicht mehr bloss in den Rucksack, um ein Stück Käse oder ein Sandwich auszupacken. Wer Hunger hat, zückt das Handy.

Ein kurzer Scan des QR-Codes an der Sitzlehne, und wenige Minuten später wird ein Nussgipfel oder ein Getränk direkt an den Platz geliefert. So geschehen am Emmentalischen, Mittelländischen und Seeländischen in den letzten Wochen. 

Ausgerechnet der sonst eher konservative Schwingsport prescht vor und will ein System etablieren, das selbst in Fussballstadien kaum verbreitet ist. Nach einem ersten Testlauf am Oberaargauischen im letzten Jahr folgt nun der nächste Schritt. 

Ein Getränk wurde schmerzlich vermisst

Im Bernbiet ist man begeistert vom neuen System. Die Funktionsweise ist simpel: Unterhalb der Tribünen stehen Kühlschränke bereit. Geht eine Bestellung ein, bringen Helfer die Ware direkt zur Sitzreihe. «Sitzt jemand weiter hinten, wird das Getränk einfach durchgereicht. Im Schwingen hilft man sich da gegenseitig», sagt Medienchef Oliver Zbinden vom Emmentaler OK.

Den Zuschauern scheint es zu gefallen. «Als der Speaker die Neuerung ankündigte, gab es spontanen Applaus.» Zbinden glaubt zu wissen, weshalb. «Man muss nicht mehr anstehen und verpasst dadurch keinen wichtigen Kampf. Es ist deutlich bequemer.»

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Und auch für die Organisatoren lohnt es sich. «Tendenziell wird mehr konsumiert.» Einziger Kritikpunkt der Zuschauer sei der fehlende Weisswein gewesen. Dieses Angebot war aus logistischen Gründen nicht möglich. «Da hätten wir Becher mitliefern müssen.»

Einsatz am ESAF in Mollis scheiterte

Hinter der revolutionären Idee steht Markus Horst. Der gelernte Multimediaelektroniker ist seit 17 Jahren im Eventbereich tätig. Die Inspiration kam ihm am Eidgenössischen in Pratteln 2022. «Ich sah diese riesigen Schlangen und dachte mir, dass es doch einfacher gehen könnte», erklärt er. Also konzipierte Horst mit seinem Team ein besseres System.

Der Vorteil liegt auf der Hand. «Früher schleppten Helfer Kisten auf die Tribüne, doch bis zur Mitte waren diese leer. Die hintersten Reihen mussten lange warten.» Jetzt kommen die Bestellungen schneller zum Kunden.

Ein erster grosser Einsatz des Systems am ESAF in Mollis GL scheiterte noch. «Es fehlte etwas der Mut. Das Handynetz ist ein kritischer Punkt.» Doch inzwischen wächst das Vertrauen. Nicht nur die Berner sind begeistert davon. Auch andere Teilverbände zeigen Interesse.

Schweizer Fussballmeister als Vorreiter

Das erklärte Ziel von Horst ist der Einsatz am ESAF in Thun 2028. Dort ist er der stellvertretende Gastrochef. «Die Arena wäre das grösste bediente Restaurant der Welt», sagt Horst und lacht. Die Voraussetzungen seien ideal – auch wegen des Publikums. «Wenn ein 70-Jähriger nicht weiss, wie es funktioniert, hilft der Nachbar. Diese Kultur im Schwingen ist ein riesiger Vorteil.»

Auch von Verbandsseite zeigt man sich dafür offen. Geschäftsführer Reto Bleiker hat das System am Emmentalischen selbst getestet. «Es hat prima funktioniert. Mir ist es lieber, wenn Getränke durchgereicht werden, als wenn jemand ständig aufsteht.»

Während sich seine Idee im Schwingen langsam etabliert, denkt Horst bereits weiter. Künftig soll das System auch im Fussball zum Einsatz kommen. Ein erster Testlauf war an Auffahrt beim Spiel zwischen Thun und YB geplant, musste kurzfristig aber abgesagt werden.

Der Grund: Wegen der Pokalübergabe strömten derart viele Zuschauer ins Stadion, dass die Organisatoren genug andere Probleme zu bewältigen hatten. Der Versuch soll jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Dass ausgerechnet der Schwingsport dem Fussball bei einer Innovation einen Schritt voraus ist, hätte wohl kaum jemand erwartet.

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