Wie der Glaube Rad-Ass Noemi Rüegg im Profisport hilft
«Gott hat einen Plan für mich»

Anfang Mai stürzte Noemi Rüegg im Leadertrikot bei der Vuelta Femenina schwer. Gerade rechtzeitig zur Tour de France kämpft sich die Schweizerin zurück. Mit Blick spricht sie jetzt darüber, wie sie sich nach dem Sturz fühlte und welche Rolle ihr Glaube an Gott spielt.
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Anfang Mai gewann Noemi Rüegg die erste Etappe der Vuelta Femenina.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Noemi Rüegg stürzt im Mai bei der Vuelta und muss verletzungsbedingt aufgeben
  • Ihr Glaube half ihr, Schicksalsschlag zu akzeptieren und Kraft zu finden: «Gott hat einen Plan für mich»
  • Tour de France startet am 1. August, grosse Vorfreude bei Rüegg
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Davide MalinconicoRedaktor Sport

Vom Höhepunkt zum Tiefpunkt – dies erlebte Rad-Ass Noemi Rüegg (25) Anfang Mai bei der Vuelta Femenina binnen weniger Stunden. Am 3. Mai feiert sie mit dem Sieg auf der ersten Etappe der Spanien-Rundfahrt den bisher grössten Erfolg ihrer Karriere. Doch nur einen Tag später folgt das Drama: Auf der 2. Etappe stürzt sie im Leadertrikot in einen Strassengraben, bricht sich den rechten Oberarmknochen und muss aufgeben.

«Es war eine Achterbahn der Gefühle», blickt Rüegg im Gespräch mit Blick zurück. Die überwältigenden Emotionen des Vortages habe sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig verarbeiten können. Nach einer wochenlangen Pause inklusive intensiver Reha steht sie nun vor ihrem Comeback – und spricht im Vorfeld der Tour de France (1. bis 9. August) offen darüber, wie sie den Schock verarbeitet hat.

Zwischen Enttäuschung und Akzeptanz

Die Fahrerin des Teams EF Education-Oatly bezeichnet das Geschehene als eine der härtesten Prüfungen ihrer bisherigen Karriere: «Es war eine riesige Enttäuschung, und ich wollte einfach nicht wahrhaben, was da gerade passiert ist. Im ersten Moment hatte ich extrem viele Fragezeichen im Kopf.»

Doch anstatt in Selbstmitleid zu versinken, fand sie schnell zur Akzeptanz. Kraft gab ihr dabei ihr stabiles Umfeld aus Familie, Freunden und dem Team. Um das Schicksal so rasch anzunehmen, half ihr aber vor allem auch ihr tiefer Glaube an Gott.

«Gott hat einen Plan für mich»

«Als gläubige Person weiss ich, dass Gott einen Plan für mich hat. Und ich vertraue darauf, dass dieser Plan etwas Gutes für mich bereithält – selbst wenn ich in diesem Moment nicht verstehen konnte, warum das passiert ist», so die gebürtige Zürcherin.

Ihr Glaube half ihr, die quälenden Fragen nach dem Warum hinter sich zu lassen: «Wenn das jetzt der Weg ist, der für mich vorgesehen ist, dann akzeptiere ich das. Ich hinterfrage es nicht mehr, lasse die Zweifel los und gehe diesen Weg. In dieser Phase war mir mein Glaube eine riesige Stütze.»

Glaube gibt ihr im Sport Lockerheit

Doch der Glaube ist für sie nicht nur ein Rettungsanker in schweren Zeiten, sondern auch ihr täglicher Kompass im harten Profizirkus. Er schenke ihr eine Art Gelassenheit: «Klar hat der Radsport für mich einen riesigen Stellenwert. Aber er ist eben nicht alles im Leben. Meine Identität und mein Wert als Mensch hängen nicht von irgendwelchen Resultaten ab.»

Diese Gewissheit nimmt ihr vor den Rennen den Druck von den Schultern: «Ich kann an den Start gehen und weiss: Ich habe in der Vorbereitung alles gegeben. Aber am Start lasse ich los und gebe das Ganze an Gott ab.» In einer Sportwelt, in der häufig nur Platzierungen zählen, schenke ihr diese Einstellung eine befreiende Lockerheit: «Egal auf welchem Platz ich ins Ziel komme, an meinem Wert ändert sich nichts.»

Diese Haltung bewahrt sie vor einer weit verbreiteten Verbissenheit: «Ich sehe das oft bei anderen Fahrerinnen, die einfach um jeden Preis gewinnen möchten und ihr Leben so von dem Sport abhängig machen.»

Grosse Vorfreude auf Tour de France

Im Hinblick auf die bevorstehende Tour de France ist die Vorfreude bei der Schweizerin riesig: «Das ist natürlich ein sehr grosses Highlight. Seit wir wussten, dass der Start in der Schweiz ist, ist das Datum im Kalender markiert», so die 25-Jährige. «Ich freue mich mega, wieder Rennen fahren zu können, zurück in dieser Bubble zu sein und mit dem Team unterwegs zu sein.»

Trotz der erzwungenen Zwangspause blickt sie dem prestigeträchtigen Rennen positiv entgegen: «Ich habe zwar meine Zweifel, weil ich verletzungsbedingt nicht so trainieren konnte wie gewünscht, aber ich bin zuversichtlich.» Sie habe bereits wieder ein «gutes Niveau» und stimmt die Fans optimistisch: «Ich bin voll auf Kurs.»

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