«Das vielleicht Abgefuckteste»
Schweizer Radprofi klagt über Ekel-Hotel an Tour de France

Die Unterkünfte bei der Tour de France sorgen bei den Rad-Profis für Ärger. Der Schweizer Silvan Dillier gewährt einen Einblick der ekligen Sorte.
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Massiv unzufrieden mit einer Unterkunft bei der Tour de France: Silvan Dillier.
Foto: keystone-sda.ch

Neun Tour-Etappen in den Beinen, dazu noch die unangenehme Hitzewelle – und dann dies: Silvan Dillier spricht am vergangenen Montag während des ersten Ruhetags bei der Frankreich-Rundfahrt im «Besenwagen»-Podcast vom «vielleicht abgefucktesten Hotel, das ich je in meinem Leben gesehen habe». Das sei dann weniger spassig, so der Schweizer Rad-Profi.

Was genau Dillier mit seiner Mannschaft Alpecin-Premier Tech am Sonntag nach dem Etappensieg in Ussel durch den holländischen Teamleader Mathieu van der Poel vorfand, führt er im Podcast zunächst nicht weiter aus. «Das sind halt auch die Seiten der Tour de France. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt», erklärt der 35-jährige Routinier.

Gegenüber Blick holt Dillier am Dienstagabend doch noch weiter aus: «Es war sehr schmudelig. Überall, in der Dusche beispielsweise, war ein wenig Schimmel. Dazu war noch der WC-Papierrollenhalter kaputt. Also alles schwerst renovationsbedürftig.» Die Zimmerausstattung liess ebenfalls zu wünschen übrig: keine Klimaanlage, kein WLAN.

«Unterste Schublade»

Eine «reine Zumutung» sei gewesen, was die Staffmitglieder in der Unterkunft zum Essen bekommen hätten. «Drei Gürkli und zwei Scheiben Aufschnitt gab es. Und der Salat, der war unterste Schublade.» Dillier blieb davon verschont. Er und seine Teamkollegen werden während der dreiwöchigen Rundfahrt vom eigenen Koch verköstigt.

Der siebenfache Tour-Teilnehmer ärgert sich: «Wenn man bedenkt, wie viele Millionen Profit die ASO (die Veranstalterin der Frankreich-Rundfahrt, Anm. der Redaktion) mit einer Tour de France macht und zugleich uns Fahrer in solche Unterkünfte steckt, ich finde, das steht in keiner Relation.»

Ungeziefer? Norweger wurden kreativ

Dillier ist mit seiner Kritik bei Weitem nicht der einzige Teilnehmer der Grande Boucle, der mit einer von der ASO zugewiesenen Unterkunft seine liebe Mühe bekundet. Beim UAE Team Emirates XRG des slowenischen Gesamtleaders Tadej Pogacar (Etappensieger am Dienstag in Le Lioran) fehlte beispielsweise ebenfalls eine Klimaanlage.

Hygienische Mängel hielt der Norweger Anders Johannessen in einem Video fest. Darauf zu sehen: Spinnweben und Ungeziefer, die sich direkt neben seinem Bett befinden. Die Lösung hierfür? Anders und sein Zwillingsbruder Tobias Johannessen verlegten ihr Nachtlager kurzerhand nach draussen auf den Balkon. Ihr Kommentar: «Improvisieren, anpassen, meistern. Das Innere des Hotels: fragwürdig. Das Äussere: echt schön.»

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