Darum gehts
- Tour-Etappe im Zentralmassiv wegen 40 Grad auf 154,6 Kilometer verkürzt
- Tadej Pogacar fordert Kalenderänderung und frühere Startzeiten
- Nächste Bergetappe: Aurillac–Super Lioran, Temperaturen bis 31 Grad erwartet
Die Tour de France ist traditionell ein Sportanlass der Superlative. In diesem Jahr sind auch die äusseren Bedingungen wieder ein besonderer Faktor. Und er bringt die Athleten immer mehr an ihre Grenzen.
Die neunte Tour-Etappe im französischen Zentralmassiv von Malemort nach Ussel musste zuletzt gar wegen der enormen Hitze mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius von 185,5 Kilometern auf 154,6 Kilometer verkürzt werden. Ginge es nach Superstar Tadej Pogacar (27), bräuchte es aber noch viel weitreichendere Massnahmen.
Laut dem Slowenen sollte es die Tour de France zur traditionellen Zeit im Juli gar nicht mehr geben. «Wenn ich die Macht hätte, würde ich den gesamten Kalender umstellen und im Juli und August nicht an heissen Orten fahren.» Klare Worte von jenem Fahrer, der auch in diesem Jahr die Tour wieder dominiert und offensichtlich noch am besten mit den aktuellen klimatischen Gegebenheiten klarkommt.
Etappenstarts schon in den frühen Morgenstunden?
Als erste Massnahme würde Pogacar auch die Änderungen der Startzeiten begrüssen – jedoch mit Vorbehalten. Die Profifahrervereinigung CPA (Cyclistes Professionnels Associés) forderte am Sonntag die Anpassung der Startzeiten bei Sommerrennen. Statt wie gewohnt am frühen Nachmittag soll bereits am Vormittag gefahren werden. Das an der Tour gebotene Spektakel müsse «Hand in Hand mit der Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten» gehen, erklärte die Radgewerkschaft in einer Medienmitteilung. Sie verlangt Gespräche, damit vor der kommenden Saison eine Lösung gefunden werden kann.
«Vielleicht besteht der nächste Schritt darin, die Etappen früher zu starten. Gestern gab es einen Vorschlag, um 10 Uhr zu starten, aber das ändert nichts, denn dann kommt man immer noch in der Hitze ins Ziel», so Pogacar. «Man muss um 8 oder 9 Uhr starten, oder sogar noch früher. Das ist zwar ein bisschen beschissen, aber ich glaube, der Körper kann sich daran gewöhnen, um 5 Uhr morgens aufzustehen und um 8 Uhr eine Etappe zu fahren.»
Bei der diesjährigen Tour wird sich an den Startzeiten noch nichts ändern. Weiter gehts nach dem ersten Ruhetag am Dienstag mit der Bergetappe von Aurillac nach Super Lioran. Gestartet wird um 13.10 Uhr. Es sind Höchsttemperaturen von «nur» 31 Grad angesagt.