Pogacar über Vuelta-Sturz
«Bin einfach froh, noch am Leben zu sein»

Radsport-Dominator Tadej Pogacar spricht erstmals über das wahre Ausmass seines schweren Vuelta-Sturzes. Neben einem Schlüsselbeinbruch zog sich der Slowene gleich drei Wirbelbrüche zu und blickt auf dramatische Wochen zurück.
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Nach den Horror-Verletzungen trainiert Tadej Pogacar bereits wieder.
Foto: IMAGO/Sirotti
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Joël HahnRedaktor Sport

Es war der Schockmoment der diesjährigen Spanien-Rundfahrt: Auf der 8. Etappe crashte Tadej Pogacar im roten Leadertrikot mit voller Wucht und musste das Rennen aufgeben. Zunächst war bloss von einem gebrochenen Schlüsselbein die Rede. Doch nun offenbart der Ausnahmekönner im Interview mit «The Athletic», wie knapp er einer echten Katastrophe entkam.

Erst bei einer späteren CT-Untersuchung in Slowenien entdeckten die Ärzte die ganze Tragweite: ein Wirbelbruch im Halsbereich und zwei weitere an der oberen Brustwirbelsäule. «Als ich gesehen habe, dass ich drei gebrochene Wirbel habe? Ich bin einfach froh, am Leben zu sein – oder einfach nur stehen zu können», gesteht der Superstar schonungslos offen.

Die Wochen danach wurden zum Albtraum. Sein Gleichgewichtssinn spielte komplett verrückt: «Ich konnte nicht duschen. Mir wurde schwindelig, sobald ich aufstand oder den Kopf senkte. Ich war völlig erledigt, es war so hart.» Auch mental litt der Dominator schwer, fühlte sich zeitweise «wie depressiv».

«Diese Unfälle häufen sich»

Zugleich übte der Slowene deutliche Kritik an den Sicherheitsbedingungen im Radsport. «Diese Unfälle häufen sich», warnte Pogacar und forderte die Rennveranstalter zum Handeln auf. Gefährliche Abschnitte und Schikanen müssten vor allem im Finale konsequenter vermieden werden. «Wir müssen schlechte Strassenbeläge und Kurven auf den letzten 500 Metern, Schlaglöcher, Bremsschwellen und Kreisverkehre eliminieren», appellierte der Radstar.

Inzwischen sitzt Pogacar wieder auf dem Velo und spürt keine Schmerzen mehr. Vor allem bergab fuhr die Angst aber lange mit – zu tief sass der Schock des Horror-Abflugs.

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