Marionettenvorwurf steht im Raum
Nun kommts doch noch zur Kampfwahl beim Radverband

Swiss Cycling wählt am Samstag die erste Präsidentin der Verbandsgeschichte. Nach einem Rekurs treten Marisa Reich und Luana Bergamin gegeneinander an. Bergamin äussert sich erstmals vor der Kampfwahl.
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Die Entscheidung vom Swiss-Cycling-Rekursgericht macht es möglich: Es gibt am Samstag in Bern doch noch ein spannendes Rennen um die Swiss-Cycling-Präsidentschaft. Kandidatin Marisa Reich (42) kehrt nach der Posse um den Ausschluss wegen der an einem gewissen Stichtag fehlenden Radclubmitgliedschaft wieder in den Vorstand zurück. Und kann sich nun wie ursprünglich geplant auch zur Präsi-Wahl stellen.

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Luana Bergamin (2. v. l.) will Präsidentin von Swiss Cycling werden: Hier tritt sie als Geschäftsführerin von SwissTopSport auf, am Samstag wartet der Wahlkampf an der DV des Radverbands.
Foto: Keystone

Bis zum Rekursentscheid sah es während Reichs zweiwöchiger Hängepartie für Luana Bergamin (40) nach einem Sololauf ins präsidiale Amt aus. Doch die Bündnerin versichert, dass sie die Rückkehr von Reich in den Kandidatinnenzirkel begrüsse. «Es ist schön, dass die Stimmberechtigten nun eine Auswahl haben. Ich habe mit Marisa überhaupt kein Problem, wir kennen und schätzen uns sehr», sagt Bergamin zu Blick.

Beide Kandidatinnen bringen viel Sport-Know-how mit

Die Delegierten haben jetzt doch die Qual der Wahl. Welche Frau wird erste Präsidentin in der Geschichte von Swiss Cycling? Sowohl Reich als auch Bergamin bringen viel Erfahrung im Sport-Business mit, dazu kennen auch beide Swiss Cycling gut. Reich sitzt seit fünf Jahren im Vorstand, Bergamin arbeitete bis 2021 auf der Geschäftsstelle als «Leiterin Dienste».

Von dort bekam die Bündnerin zuletzt viel Support. Auch reichlich umstrittener, wie die Blick-Enthüllung über brisante Wahlwerbe-Mails und Whatsapp-Nachrichten aus der Geschäftsstelle zeigte. Die Verbandsangestellten um CEO Thomas Peter gingen für Bergamin auf Stimmenfang.

Befürwortet das Peter-Lager die frühere Kollegin als neue Präsidentin, weil sie nur eine Marionette des mächtigen Geschäftsführers wäre? Die selbständige Sport-Unternehmerin mit OK-Mandaten beim Mountainbike- und Ski-Alpin-Weltcup in Lenzerheide GR widerspricht vehement und sagt: «Ich wurde im Wahlkampf in diese Rolle hineingedrängt. Ich bin aber unabhängig von der Geschäftsstelle, anderen Personen im Vorstand und den bisherigen Entscheiden. Ich sehe das grosse Ganze.»

Bergamin reizt die Rolle zwischen Politik und Sport

Bergamin kann zwar in ihrer Wahlwerbung auch prominente Namen wie Mountainbike-Legende Nino Schurter oder Rad-Olympiasieger Fabio Cancellara als Unterstützer ausweisen. Die Werbeaktionen der Verbandsangestellten hätten aber mit ihr nichts zu tun gehabt. «In diesen Prozess war ich nicht involviert, deshalb kann ich das nicht kommentieren.»

Ihre Kandidatur habe sie eingereicht, weil sie um die Wichtigkeit der Ehrenämter im Schweizer Sportsystem wisse. Und auch, «weil mich die Rolle als Präsidentin zwischen Politik und Sport sehr reizt und ich dort für den gesamten Radsport einen Mehrwert bieten kann.»

Dennoch: Bergamin würde Swiss Cycling im Vergleich zur Konkurrentin Reich bei weitem nicht derart umkrempeln wollen wie die gebürtige Deutsche aus dem Kanton Zug. Aus simplem Grund, wie sie sagt: «Swiss Cycling ist ein erfolgreicher Verband. Auch ein erfolgreicher Verband braucht Weiterentwicklung. Ich stehe aber wohl mehr für Evolution als Revolution. Sicher ist, dass die Vorgänge der letzten Wochen aufgearbeitet werden müssen und der Verband eine breit abgestützte Strategie braucht.»

Welche Frau kriegt von den Delegierten den Auftrag dazu? Der Samstag wirds zeigen.

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