«Das ist ein absolutes No-Go»
Machtkampf im Radverband verärgert Aargauer Velo-Präsi

Der Machtkampf bei Swiss Cycling spitzt sich zu: Am Samstag in Bern steht die Vorstandswahl an. Funktionär Rolf Hollinger kritisiert Ausschlüsse und Wahlkampfeinmischungen – und fordert mehr Transparenz und Ruhe im Verband.
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Auf die Velo-Schweiz (im Bild Jasmin Liechti, Marlen Reusser, Noemi Rüegg, v.l. beim WM-Zeitfahren) wartet am Samstag eine denkwürdige Delegiertenversammlung bei Swiss Cycling.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss Cycling steht vor brisanter Vorstandswahl am Samstag in Bern
  • Funktionär Hollinger kritisiert Ausschlüsse und Wahlkampf der Geschäftsstelle
  • Swiss Cycling Aargau ist ein grosser Kantonalverband in der Schweiz
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Der Machtkampf bei Swiss Cycling vor den Präsidentschaftswahlen bewegt die Velo-Schweiz. Die grosse Glaubensfrage: Wird mit der Vorstandswahl am Samstag in Bern dem mächtigen Verbands-CEO Thomas Peter die Absolution für die Zukunft erteilt oder nicht? Bisher haben sich die beiden Lager – Pro und Kontra der aktuellen Geschäftsführung – nicht öffentlich zum riesigen Wirbel geäussert.

Bis jetzt. Mit Rolf Hollinger ist erstmals seit Ausbruch des Machtkampfs ein Velo-Funktionär bereit, sich offen zu positionieren. Hollinger ist Präsident von Swiss Cycling Aargau, das ist der Aargauer Dachverband und einer der wichtigsten Kantonalverbände in der Schweiz.

«Diese Ausschlüsse sind befremdlich»

Hollinger macht im Gespräch mit Blick klar, dass er seine persönliche Meinung wiedergibt und nicht zwingend diejenige seines Verbands. «Wie wir als Kantonalverband abstimmen und wählen werden, bestimme nicht ich. Sondern unsere Vereine, die Swiss-Cycling-Mitglieder sind.»

Die Vorgänge rund um den Schweizer Veloverband haben den Aargauer aber mächtig ins Grübeln gebracht. Es begann damit, dass die beiden Vorstandsmitglieder Ariane Previtali und Marisa Reich, die eigentlich auch neue Präsidentin werden will, wegen der fehlenden Aktivmitgliedschaft in einem Radverein per sofort ausgeschlossen wurden. «Das ist für mich befremdlich und es stellen sich mir Fragen. Wer vom Vorstand oder der Geschäftsstelle hat dies in die Wege geleitet, was sind die Hintergründe?», sagt Velo-Funktionär Hollinger.

Es sei ihm nicht klar, wann die Vereinsmitgliedschaft tatsächlich gemeldet sein muss. «Beim Eingang der Kandidatur oder beim Wahltermin?», fragt Hollinger, «sollte es bei der Einreichung der Kandidatur sein, frage ich mich, ob hier jahrelang der komplette Vorstand und die Geschäftsstelle versagt haben.» Seine Begründung dazu: Es seien im Laufe der Jahre ja immer wieder Personen neu in den Vorstand gewählt worden – offenbar ohne Prüfung der nun so wichtigen Radklubmitgliedschaft.

Aargauer Präsident schüttelt über Wahlkampfeinmischung den Kopf

Aargau-Präsident Hollinger: «Dass man nun alle Mittel einsetzt, um einige Personen zu verhindern, zeigt mir, dass es Leute gibt, die Angst vor Neuem oder vor Veränderungen haben.»

Die Blick-Enthüllung vom Dienstag, dass Mitglieder der Verbandsgeschäftsstelle aktiv Wahlkampf für die ihnen genehme Präsidentschaftskandidatin Luana Bergamin machen, löst bei Hollinger Kopfschütteln aus. «Das ist für mich ein absolutes No-Go. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle haben sich um das Geschäft von Swiss Cycling zu kümmern und sollen sich nicht in den Wahlkampf ihres Arbeitgebers einmischen.»

Der Präsident von Swiss Cycling Aargau blickt aufgrund der Ereignisse mit gemischten Gefühlen auf die Delegiertenversammlung vom Samstag. Hollingers Wunsch für die Zukunft des nationalen Verbands? «Dass die Kommunikation besser wird, dass Aufgaben richtig verteilt und auch für die Geschäftsleitung vorgegeben werden. Dann hoffe ich, dass der eigentlich erfolgreiche Verband endlich wieder von potenziellen Sponsoren unterstützt wird und einfach Ruhe einkehrt.»

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