Verkehrte Welt beim Schweizer Radverband. Die Geschäftsstelle rund um CEO Thomas Peter scheint sich bei den Wahlen den Vorstand nach den eigenen Vorstellungen zusammenstellen zu wollen. Es könnte einem ja plötzlich auf die Finger geschaut werden.
Dabei ist in den Statuten die Rollenverteilung klar geregelt. Da steht: «Der Vorstand gestaltet die Verbandspolitik» sowie «Die Geschäftsführung ist das ausführende Organ des Vorstands».
Die Posse um die Radclubmitgliedschaft ist lächerlich
Doch in der Welt von Swiss Cycling ist es die Geschäftsführung, die Politik macht. Ein Unding. Mit Anrufen, Mails und Whatsapp-Nachrichten geht man hinter den Kulissen auf Stimmenfang für Präsidentschaftskandidatin Luana Bergamin – sie hatte bis 2021 selber auf der Geschäftsstelle gearbeitet.
Dazu kommt die lächerliche Posse um eine Radclubmitgliedschaft, die Vorstandsmitglied und Präsidentschaftskandidatin Marisa Reich kurzerhand das Amt gekostet hat. Das klingt nach sehr radikalen Methoden – wer kritische Fragen stellt, muss weg.
Schade um die beiden Top-Kandidaturen zweier Frauen
Ein Stück weit entlarvt sich Swiss Cycling gerade selbst. Nach eigener Aussage ist man total auf Erfolgskurs, wie laufende Projekte und die jüngste Medaillenbilanz in den diversen Velosparten zeigen würden. Wenn der Leistungsausweis tatsächlich so überragend ist – warum setzt man sich dann mit einem möglichen neuen Vorstand nicht entspannt an den Tisch? Wohl weil nicht die sportliche Bilanz – die ganz okay ist – der Knackpunkt ist, sondern Faktoren wie die interne Kommunikation.
Was das Kapitel besonders traurig macht: Zwischen Bergamin und Reich hätte es ein cooles Duell zweier Top-Kandidatinnen ums Präsi-Amt werden können. Doch jetzt wird durch die unwürdigen Vorgänge auf der Geschäftsstelle alles überschattet.