Darum gehts
- Jolanda Neff startet 2026 mit Cyclocross-Rennen, statt USA-Wintertraining
- Sie plant acht Rennen in Belgien und Schweizermeisterschaft in Schneisingen
- Am 31. Januar fährt sie überraschend die Cyclocross-WM in Hulst
Ohne Medaille an der Heim-WM und ohne Podestplatz im Weltcup – Jolanda Neff (am Montag 33) erlebte 2025 trotz einigen Top-Ten-Auftritten erneut eine Saison, die nicht wirklich ihrem Renommee als Mountainbike-Olympiasiegerin und 68-fache Weltcup-Podestfahrerin entspricht.
Also wie zuletzt immer im Winter ab in die USA zu Freund Luca Shaw (29), um über die kalte Jahreszeit die Batterien zu laden und 2026 neu anzugreifen? Nein! Neff geht diesmal neue Wege, um ihrer Krise davon zu fahren. Respektive: Das Multitalent aus der Ostschweiz wärmt ihre alte Leidenschaft für die kultige Disziplin Radquer neu auf. Sie fährt über die Weihnachts- und Neujahrstage in Belgien wie wild diverse Rennen in der Sparte, die in Neudeutsch Cyclocross heisst und in den Benelux-Ländern enorm populär ist.
Acht Quer-Rennen über die Festtage in Belgien
«Der Mountainbike-Weltcup startet erst im Mai. Es war der ideale Winter, um Cross zu fahren. Es ist eine tolle Motivation im Winter und gibt mir eine gute Challenge. Ich kann viel lernen – im taktischen, technischen und physischen Bereich», sagt Neff zur Quer-Plattform Swiss Cyclocross.
Die Ostschweizerin pflügt sich seit dem 14. Dezember mit dem Rennvelo bei teils brutal harten Bedingungen durch den belgischen Morast. Acht Rennen spulte der Bike-Star seither ab, darunter gabs einen starken 5. Rang beim Weltcup-Event in Namur.
Nun folgt am Sonntag ein Auftritt im heimischen Schlamm. Neff fährt in Schneisingen AG die Schweizermeisterschaft. Nicht gerade unwahrscheinlich, dass sie ihren zweiten SM-Titel nach 2019 im Radquer holt.
Neff greift Ende Januar an der WM an
Doch Neff meint es mit ihrem Cyclocross-Block in der Kälte richtig ernst. «Ich werde auch die WM fahren», kündigt sie einen spektakulären Ausflug aufs höchste Niveau abseits ihres angestammten Bike-Reviers an. Neffs WM-Start am 31. Januar im holländischen Hulst kommt überraschend. Sie sagt: «Meine letzte Quer-WM liegt sieben Jahre zurück. Ich freue mich, nochmals eine WM erleben zu dürfen.»
2019, also zwei Jahre vor dem Olympiasieg, wurde Neff bei der Quer-WM Sechste. Weil diesmal in Hulst eine technisch anspruchsvolle Strecke wartet und ihr das als Mountainbikerin entgegenkommt, kann Neff in der fremden Disziplin womöglich erneut mit einem Top-Ten-Rang liebäugeln. Ob es dann auch im Bike-Weltcup (Auftakt Anfang Mai in Südkorea) bald wieder mit Spitzenrängen klappt?