Dieses Schwaller-Interview sorgt für mächtig Wirbel
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SRF schnitt Aussagen raus:Dieses Schwaller-Interview sorgt für mächtig Wirbel

Heikle Aktion des TV-Senders an der SM
SRF löscht kritische Aussage von Curling-Held über Verband

Yannick Schwaller sorgt in Bern für Aufregung: Der Curling-Skip kritisiert Swiss Curling für die SM-Ansetzung, dann schneidet SRF seine Aussage nachträglich aus einem veröffentlichten Video. Was hinter dem TV-Wirbel steckt.
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Skip Yannick Schwaller: Nach dem Olympia-Turnier (Bild) gehts nahtlos an der SM in Bern um die WM-Quali.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Yannick Schwaller kritisiert Swiss Curling für WM-Qualifikationsregeln
  • SRF entfernte später Schwaller-Zitat aus Video nach Intervention vom Verband
  • Nur ein Team pro Nation darf an der Curling-WM 2026 teilnehmen
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Es ist eine bemerkenswerte Aussage, die Bronze-Held Yannick Schwaller (30) am Mittwoch in der Berner Curling-Halle tätigt. Sie wird in einem Video-Interview auf der SRF-Website publiziert und lautet so: «Ich glaube, es ist vielleicht schon das Ziel des Verbandes, dass wir dieses Jahr nicht an die WM gehen!»

Hoppla – Schwaller kritisiert die Ansetzung der Schweizermeisterschaft direkt im Anschluss an die kräfteraubenden Olympischen Spiele mit klaren Worten an die Adresse von Swiss Curling. Denn weil die SM gleichzeitig auch als WM-Quali dient, muss das Bronze-Team von Cortina in Bern unbedingt mitspielen. Für Laien: Nur wer die SM gewinnt, darf zur WM reisen, da pro Nation nur ein Team zugelassen ist.

SRF schneidet die Sätze nachträglich aus dem Video-Interview

Doch der wahre Wirbel beginnt erst nach Publikation des Video-Interviews. Der Clip mit Schwaller ist noch auf der SRF-Seite zu finden, allerdings ohne die obenstehende Aussage. Sie wurde nachträglich gelöscht. Blick erfuhr: Der Verband Swiss Curling und Schwaller stellten im Nachgang fest, dass sich der Satz des Solothurners bei wörtlicher Auslegung als Manipulationsvorwurf lesen lässt, sie wurden deshalb gemeinsam bei SRF vorstellig. 

Und siehe da: SRF schnitt nachträglich die Aussagen raus – ein heikler Vorgang. Können Sport-Vertreter in Leutschenbach tatsächlich nach Belieben den publizistischen Beitrag gestalten und nachträglich Passagen entfernen lassen? 

SRF wehrt sich auf Blick-Anfrage gegen diese Darstellung und teilt mit: «Grundsätzlich werden Hinweise von aussen entgegengenommen, aber die Entscheidung, ob eine Anpassung vorgenommen wird, trifft immer SRF – unabhängig und nach publizistischen Kriterien.»

Ist dieser sarkastische Satz wirklich ein Manipulationsvorwurf?

Es habe sich beim Curling-Fall um einen rein redaktionellen Entscheid gehandelt: «SRF hat eine entsprechende Rückmeldung geprüft und entschieden, die erwähnte Anpassung vorzunehmen.» Die Curling-Vertreter in Bern stellten sich auf den Standpunkt, dass Schwaller seine Aussage zurückziehen möchte – und fanden Gehör bei SRF. 

Wie dem auch sei: Hier wurde aus einem Curling-Stein ein Felsmassiv gemacht. Denn auch wenn der müde und genervte Schwaller in der Emotion wortwörtlich sagt, dass der Verband wohl zum Ziel habe, dass sein Team nicht zur WM fährt – der Sarkasmus sollte jedem Zuhörenden aufgefallen sein. 

Doch beim SRF zieht das Argument, dass man das Zitat als Manipulationsvorwurf betrachten könnte. Das Video wird neu zusammengeschnitten. Grundsätzlich zu nachträglichen Änderungen schreibt die Medienstelle: «Anpassungen erfolgen ausschliesslich aufgrund redaktioneller und publizistischer Erwägungen im Sinne der publizistischen Leitlinien von SRF.»

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