So startet seine Schwester Laura beim Gravel Trans Jura
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4 Jahre nach Gino Mäders Tod:So startet seine Schwester Laura beim Gravel Trans Jura

«Gino fände es sicher cool»
Drei Jahre nach Mäders Tod fährt seine Schwester besonderes Rennen

Mit Tränen in den Augen und viel Vorfreude startet Laura Jörin diese Woche beim Gravel Trans Jura. Der Radsport verbindet sie bis heute mit ihrem verstorbenen Bruder, dem Radprofi Gino Mäder.
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Laura Jörin ist die Schwester von Gino Mäder. Die zweifache Mutter ist Oberstufenlehrerin und startet beim Gravel Trans Jura.
Foto: Stefan Bohrer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Laura Jörin startet am Mittwoch beim Gravel Trans Jura in der Schweiz
  • Sie erinnert sich emotional an ihren Bruder Gino Mäder, verstorben 2023
  • Die Route umfasst bis zu sechs Etappen, mit minimalistischem Gepäck

Auf dem Brunnersberg in Solothurn auf 1120 Metern über Meer kämpft sich Laura Jörin den nächsten Anstieg hoch. Der Schweiss rinnt ihr über die Stirn, der Kies knirscht unter den Reifen. In wenigen Tagen startet die Oberstufenlehrerin aus Bützberg BE am Gravel Trans Jura – einem mehrtägigen Gravel-Abenteuer von Baden AG bis nach Nyon VD. «Ich freue mich riesig», sagt sie.

Jörin (31) hiess vor ihrer Heirat Mäder. Sie ist die Schwester von Gino Mäder (1997–2023), der nach seinem schweren Unfall an der Tour de Suisse mit nur 26 Jahren starb. Die Geschwister Mäder waren ein Herz und eine Seele, teilten die Liebe zum Radsport und standen sich sehr nahe.

Als Jörin über ihren Bruder spricht, wird ihre Stimme leiser. Immer wieder steigen ihr Tränen in die Augen. «Es tut immer noch unglaublich weh», sagt sie. «Und ich glaube auch nicht, dass diese Verarbeitung jemals fertig sein wird. Das wird mich mein ganzes Leben begleiten.»

Trotzdem spürt sie ihren Bruder bis heute auf jeder Ausfahrt. «Ich habe oft das Gefühl, dass Gino irgendwie mitfährt.» Gerade jetzt denke sie besonders oft an ihn. «Er würde es sicher cool finden, was ich hier mache. Wahrscheinlich würde er lachen und sagen: ‹Das passt genau zu dir.›»

Badelatschen fürs Restaurant

Noch fühlt sich das bevorstehende Abenteuer unwirklich an. «Es ist alles noch etwas surreal, weil es ja schon am Mittwoch losgeht.» Für das Rennen hat Jörin unbezahlte Ferien genommen. Während dieser Tage wolle sie den Kopf frei haben und einfach fahren.

Die Route führt sie in bis zu sechs Etappen quer durch die Schweiz. Viel mehr als an Bestzeiten denkt Jörin ans Ankommen. «Das wichtigste Ziel ist, gesund ins Ziel zu kommen. Wenn es nötig ist, sind auch Abkürzungen völlig okay.» Ihr Gepäck bleibt minimalistisch: Zelt, Schlafsack, Regenhose. Die Socken wäscht sie unterwegs von Hand mit einem kleinen Stück Seife. Gekocht wird nicht – gegessen wird im Restaurant. Und diesmal hat Jörin sogar Badelatschen eingepackt. Vergangenes Jahr sei sie beim gleichen Anlass nämlich in Socken ins Restaurant gelaufen, erzählt sie schmunzelnd.

Jörin fuhr einst gegen Frei und Neff

Der Radsport begleitet sie seit ihrer Kindheit. Doch neben Gino fühlte sich vieles lange klein an. Während ihr Bruder scheinbar mühelos Rennen gewann, kämpfte sie sich als 13-Jährige durch eine Welt voller Ehrgeiz und Talente – mit Fahrerinnen wie den heutigen Weltklasse-Mountainbikerinnen Sina Frei (28) oder Jolanda Neff (33) am Start. «Ich war rückblickend einfach dieses Mädchen, das Freude am Velofahren hatte und im Klassement meistens ziemlich weit hinten stand.»

Erst später fand Jörin ihren eigenen Platz. Im Radquerfahren feierte sie erste persönliche Erfolge, wirklich angekommen aber ist sie erst mit dem Gravelbike. Dort zählt weniger das Resultat als die Gemeinschaft. Ihr aktuelles Velo kaufte sie nach einem Testrennen in Bern. Der Händler machte ihr damals ein sehr entgegenkommendes Angebot – auch weil der Name Mäder im Schweizer Radsport bis heute viele Menschen bewegt.

«Danach habe ich Gino nie mehr lebend gesehen»

Besonders eingebrannt hat sich Jörin der letzte gemeinsame Moment mit ihrem Bruder. Sie wollten gerade los in die Badi, als Gino noch kurz anrief. Es ging um seinen Hund Pello. Er sagte, er komme schnell vorbei. Ein alltäglicher Satz, unscheinbar wie so viele zuvor. «Wir gingen nicht baden, sondern verbrachten den Nachmittag mit Gino.»

Dass es ihr letztes Gespräch sein würde, ahnte damals niemand. «Danach habe ich ihn nie mehr lebend gesehen», sagt Jörin leise. Sie schweigt kurz. Und strahlt dann wieder. Die Erinnerungen an ihren Bruder sind lebendig und wunderschön. Mit den Schwestern Jana und Lisa waren Gino und Laura ein Herz und eine Seele. «Vati sagt rückblickend oft, dass wir immer so gut zusammen gespielt haben und nie wirklich stritten», so Jörin.

Und das Gravel Trans Jura? Jörin: «Diese Veranstaltung hätte Gino geliebt und bestimmt teilgenommen – hätte es sein Kalender zugelassen.»

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