Darum gehts
Was für viele Paare gerade im Winter eine lieb gewonnene Alltagsroutine am Feierabend ist, können Melanie Hasler (27) und Michael Vogt (28) nur selten zusammen geniessen: das gemütliche Kuscheln auf dem eigenen Sofa. Hasler und Vogt sind das Sportler-Traumpaar der Schweiz, beide fahren auf Weltklasseniveau Bob. Sie, die ehemalige Beachvolleyballerin, ist die schnellste Pilotin im Land, er, der ehemalige Turner, der schnellste Pilot.
So verbringen sie zwar im Winter sehr viel Zeit miteinander, denn im Bobsport finden die Frauen- und Männerrennen stets am selben Ort statt. Aber Hasler und Vogt sind im Winter kaum jemals richtig zu Hause – das eigene Sofa bleibt fast immer kalt. «Wir sind ein halbes Jahr praktisch nur unterwegs», sagt Vogt.
Haslers Leidenschaft für Kaffee
So überrascht es wenig, dass sein Weihnachtsgeschenk etwas war, das Hasler überallhin mitnehmen kann: ein neues iPad inklusive eingraviertem «Meli» auf dem dazugehörigen Pencil. Was das Geschenk für Hasler bedeutet, wird klar, als sie es hervorholt und stolz die Olympia-Designs der Schweizer Bobs zeigt, die sie kreiert hat.
Nun, vor dem grossen Saisonhöhepunkt, den Olympischen Spielen in Italien, können sie nochmals ein paar Stunden daheim durchatmen. «Am meisten vermisse ich meine Kaffeemaschine, wenn wir unterwegs sind», sagt Hasler lachend, als sie an ihrem edlen Barista-Werkzeug in der Küche zu hantieren beginnt. «Von einer solchen Maschine habe ich schon immer geträumt. Nun hat es kürzlich dank eines Sponsors geklappt», sagt sie. Eine Waage misst das Gewicht der Kaffeebohnen genau ab, bei 18 Gramm stoppt Hasler.
Ihr Freund verfolgt die Prozedur amüsiert und neckt sie für ihre Detailversessenheit beim Kaffeezubereiten. «Ich mach mal meine Lieblingstasse bereit», sagt Vogt schmunzelnd und holt eine pink-weiss gestreifte Tasse.
Der Schwyzer fühlt sich bei seiner Freundin wie daheim. Denn offiziell lebt das schnellste Paar des Schweizer Sports nicht unter einem Dach. Hasler wohnt in einer kleinen Wohnung in Widen AG. «Ich bin vor allem im Sommer oft hier», sagt Vogt, der sonst nach wie vor bei den Eltern im Kanton Schwyz lebt. Der simple Grund, dass das Bob-Duo trotz schon vierjähriger Beziehung nicht zusammenzieht, ist auch hier die monatelange Absenz während des Jahres. «Eine eigene Wohnung lohnt sich für uns schlicht nicht», sagen sie beide.
Kinder sind kein Thema
Dass sich in dieser Frage etwa durch Nachwuchs mal etwas ändert, ist nicht absehbar. Kinder sind momentan kein Thema. «Als Pilotin während der Karriere wäre es sehr kompliziert», sagt Hasler, die mit Nadja Pasternack, 29, eine Mutter als Bob-Anschieberin im Team hat und dadurch deren organisatorische Hürden hautnah mitkriegt.
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Mit ebendieser Pasternack rast Hasler bald um die olympischen Medaillen. Und zwar aller Voraussicht nach im Zweierbob ihres Freundes. Hasler und Vogt teilen sich nicht nur das Bett, sie teilen sich auch den Schlitten. «Er ist schneller als meiner», sagt sie pragmatisch, «und da wir ja nicht zur selben Zeit unsere Rennen fahren, können wir den Bob von Michi nutzen.»
Dazu muss man wissen: Der Schweizer Verband hatte zuletzt stark daran gearbeitet, dass im Bobsport ein Wir-Gefühl gelebt wird und man sich gegenseitig hilft.
Gefunkt hat es bei Olympia
Das ist bei den Teams von Vogt und Hasler aber sowieso klar, da die Pilotin und der Pilot ja eben auch privat liiert sind. Gefunkt hat es vor vier Jahren im chinesischen Yanqing nahe Peking – als beide erstmals an den Olympischen Spielen teilgenommen haben. Damals beherrschte die Corona-Pandemie die Spiele. Es fand alles ohne Zuschauer statt, die Athletinnen und Athleten durften nur unter strengen Auflagen zwischen dem Hotel und der Bobbahn pendeln. Soziale Kontakte waren nur im eigenen Team möglich. «Angefangen hat es bei Olympia. Richtig zusammengekommen sind wir aber erst nach der Saison im Frühling», sagt Vogt und schaut Hasler vertraut in die Augen.
Seither gehen die beiden Seite an Seite durchs sportliche und private Leben, haben Höhepunkte wie Vogts Bronze-Coup an der Heim-WM 2023 erlebt und Tiefpunkte wie den lebensgefährlichen Unfall von Vogts Anschieber Sandro Michel 2024 durchgemacht. Und mittlerweile küsst der Schwyzer eine Europameisterin – im Januar erlebt Hasler beim Heimrennen in St. Moritz ein traumhaftes EM-Wochenende. Die Aargauerin wird Doppel-Europameisterin.
Die Sensation wird durchaus auch in ihrer Heimat registriert. Denn als das Paar nach seinem intensiven Mario-Kart-Duell auf der Playstation auf einem Spaziergang etwas kalte Luft schnappt, ruft der Dorfpöstler beim Vorbeifahren Hasler freudig zu: «Gratulation noch zum EM-Titel!»
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