Darum gehts
Es ist knapp sieben Jahre her, als Franjo von Allmen (24) von ernsthaften Geldsorgen geplagt wurde. Nach dem tödlichen Verlust seines Vaters war das Mega-Talent aus Boltigen BE auf das Geld aus einem Crowdfunding und der finanziellen Unterstützung der Stiftung Passion Schneesport angewiesen.
Doch nachdem der Speed-Gigant in zwölf Monaten drei Olympia- und zwei WM-Goldmedaillen eingefahren hat, wird von Allmen in seinem Leben wohl nie mehr finanzielle Sorgen haben. Sein gewiefter Manager Luca Röösli wird die Zahlen in den Ausrüsterverträgen selbstverständlich niemals öffentlich machen.
Kopfsponsor schenkt ein
Dafür redet ein italienischer Rennfahrer-Kollege ziemlich offen über die Summen, die in der Ski-Welt an solche Ausnahmeathleten bezahlt werden. Sein Name? Christof Innerhofer (41). Der nach wie vor aktive Südtiroler hatte, ähnlich wie von Allmen jetzt, zwischen 2010 und 2014 eine äussert glorreiche Phase in seiner Karriere. 2011 wurde Innerhofer in Garmisch Super-G-Weltmeister und gewann Silber in der Kombi sowie Bronze in der Abfahrt.
2013 triumphierte er bei der Lauberhornabfahrt, bei den Olympischen Spielen 2014 erkämpfte sich der Rossignol-Pilot Abfahrts-Silber und Kombi-Bronze. Die meisten seiner Sponsoren-und Ausrüsterverträge hat der mittlerweile 41-Jährige persönlich ausgehandelt. «Ein Top-Skirennfahrer wie Franjo dürfte im Moment von seinem Kopfsponsor zwischen 400'000 und 500'000 Euro erhalten», schildert Innerhofer und ergänzt, dass in von Allmens Sphären auch einzelne Rennen mächtig einschenken.
Der Italiener sagt: «Hinzu kommen Weltcup-Prämien von 50'000 Euro für den Sieg, 40'000 für den zweiten Rang und 30'000 für den dritten Platz. Sieg- und Podestprämien gibt es natürlich auch vom Ausrüster, zudem sollte ein Athlet in Franjos Liga um die 300'000 Euro Fixum erhalten.»
Ähnliche Sphären wie einst Hirscher
Innerhofer geht davon aus, dass von Allmen nach seinen drei Olympiasiegen bei den Erneuerungen seiner Verträge wesentlich mehr herausholen kann. «Mit dem, was Franjo hier alles gewonnen hat, wird alles explosionsartig in die Höhe steigen. So wie einst beim achtfachen Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher. Ich habe gehört, dass Hischer in der Vergangenheit alleine vom Kopfsponsor 3,5 Millionen Euro erhalten hat.»
Stellt sich noch eine Frage: Wie viel springt heraus, wenn Franjo seine Olympiagoldmedaille versilbert? «Ein Olympiasieg hat durchschnittlich einen Wert von einer halben Million», glaubt Innerhofer. Da gehts um Deals aller Art – wer mit einem Olympiasieger Werbung machen oder eine Partnerschaft eingehen will, greift tiefer in die Tasche als bei einem herkömmlichen Weltcup-Athleten.
Das sind mehr als glänzende Aussichten für den grossen Schweizer Olympia-Helden.
