Darum gehts
- Andri Ragettli strebt bei den Olympischen Spielen seine erste Medaille an
- Mit 23 Weltcup-Podestplätzen ist er der erfolgreichste Ski-Freestyler
- Er hat 2 Millionen TikTok-Follower und 662'000 auf Instagram
Eigentlich ist Andri Ragettli (27) schon längst eine so grosse Nummer als Ski-Freestyler und Internet-Phänomen, dass die noch immer fehlende Olympia-Medaille des Bündners gar keine Rolle spielt.
Mit 23 Podestplätzen der erfolgreichste Weltcupfahrer der Geschichte, Weltmeister, Gesamtweltcupsieger, Titel bei den Freestyle-Spielen X-Games. Dazu fast eine Million Fans auf Youtube, fast 2 Millionen Follower auf Tiktok, mit 662’000 auf Instagram mehr als Marco Odermatt und als die meisten Fussball-Nati-Spieler.
Mit dem Olympia-Run von 2022 gäbe es keinen Blumentopf mehr zu gewinnen
Doch für Ragettli ist das in diesen Tagen alles zweitrangig. Er will seine erste Olympia-Medaille unbedingt. Sein Ehrgeiz ist riesig, bei der dritten Teilnahme und nach den Rängen 7 und 4 jetzt auch endlich aufs Podest zu fliegen. «Ich habe härter trainiert denn je», sagt die Freestyle-Legende aus Flims GR. «Ich bin noch immer in meiner Prime und habe viel Erfahrung. Das Gefühl stimmt.»
Ragettli ist auch trotz eigentlich noch immer jungem Alter eine Legende, weil er seit Jahren mit der unfassbar schnellen Entwicklung im Freestyle Schritt hält. Der Akrobatikfaktor ist verrückt hoch geworden, die Sprünge weiter und höher, die Drehungen zahlreicher, das Risiko grösser. «Ich musste kürzlich schmunzeln, als ich meinen Run von Olympia 2022 gesehen habe», sagt Ragettli.
Damals reichte es zum bitteren Rang 4. Diesmal gäbe es nicht mal mehr einen Blumentopf zu gewinnen. «Da ist unser Sport gnadenlos, weil du alles schwarz auf weiss kriegst. Du hast über den Sommer nicht eine halbe Drehung mehr drauf? Sorry, das reicht nicht mehr. Es macht mich stolz, dass ich mich immer steigern konnte. Die Entwicklung ist krass», schildert Ragettli.
Das zwiespältige Verhältnis zu den Judges
Die ganzen Tricks werden von einer Jury bewertet. Es sind die sogenannten Judges (dt. Punktrichter), die für die Rangliste verantwortlich sind. Keine Zeitmessung, kein Zielfilm entscheidet – ein menschliches Gremium entscheidet, wie gut Ausführung, Abwechslung und Schwierigkeit des Runs war.
Das sorgt im eigentlich coolen Sport immer wieder auch für Ärger – bei Ragettli zum Beispiel an der WM 2025, als er um läppische 0,93 Punkte Bronze verpasste. «Vielleicht übernimmt das eines Tages die KI. Aber bis dahin muss man sich nichts vormachen: Wenn man von Menschen benotet wird, ist es manchmal schwierig zu akzeptieren. Aber das ist auch im Kunstturnen, Skispringen und sogar im Schwingen so», sagt Ragettli, «auch wenn ich überzeugt bin, dass es sich über die Karriere gesehen ausgleicht.»
Natürlich ist genau definiert, wie viele Punkte ein gewisser Trick gibt. Aber die Judges haben auch Spielraum. Wie stylisch war die Fahrt? War einer kreativer als der andere? Oder wie es Ragettli sagt: «Auch ich bin manchmal zu sehr 0815. Zum Beispiel war an der WM an meinem Run nichts falsch, aber fürs Podest hat einfach leicht der Funke gefehlt.»
Der Bündner ist überzeugt, dass er in Livigno die Judges zufriedenstellen kann. In der Quali hats schon mal gut geklappt. Eine Inspiration für seine erhoffte erste Olympia-Medaille hat er sich im Tennis geholt. Von Novak Djokovic, der vor Paris 2024 längst alles gewonnen hatte – bis auf Olympia-Gold. Ragettli: «Ich habe das Spiel live gesehen. Es war enorm beeindruckend, wie Novak für dieses grosse Ziel nochmals alles reinwarf.» Dann ergänzt der Freestyler schmunzelnd auf seinen bisher medaillenlosen Weg an Winterspielen: «Wenn ich es jetzt schaffe, dann ist die Story noch viel cooler.»
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