Nach der verkorksten Heim-WM flogen die Fetzen
Was hinter dem olympischen Curling-Traumlauf steckt

Das Schweizer Curling-Team um Yannick Schwaller steht in Cortina bereits zwei Spiele vor Ende der Vorrunde im Halbfinal. Nach einem holprigen Start hat sich die «Allstars»-Mannschaft zu einem Goldfavoriten dieser Winterspiele entwickelt.
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Das dominante Team der Round Robin: Die Schweizer Curling-Männer um Yannick Schwaller (r.) stehen vorzeitig im Halbfinal.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Curling-Team steht schon im Halbfinal bei Olympia
  • Nach Enttäuschung 2024 stärkten Diskussionen den Teamzusammenhalt deutlich
  • Seit 1998 gab es kein Schweizer Olympia-Gold im Curling
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Was für eine Bilanz! Das Schweizer Curling-Team um Skip Yannick Schwaller (30) spaziert in Cortina scheinbar mühelos durch die Round Robin, die Männer-Equipe ist dank lauter Siegen schon zwei Spiele vor Vorrundenende sicher im Halbfinal. Seit Donnerstagmorgen und dem 9:5-Sieg gegen Gastgeber Italien ist sogar klar: Die Schweiz schliesst die Round Robin mit neun Siegen in neun Spielen ab.

Dass Schwaller, Benoît Schwarz-van Berkel (34), Sven Michel (37) und Pablo Lachat-Couchepin (25) eine der drei Medaillen holen und dass diese durchaus auch golden sein könnte, bezweifelt in der Curlinghalle kaum jemand. Auch die Statistik spricht für die Schweizer: Erst einmal hat ein Männer-Team an einem Olympia-Turnier eine makellose Round Robin hingelegt – und Kanada stürmte an den Spielen in Vancouver danach auch zu Olympia-Gold.

Doch der Weg zum heissen Goldanwärter bei Olympia war weit. Als 2022 die aktuelle Aufstellung entstand, war es die Fusion der damals aktuell besten Schweizer Teams. Es war eine regelrechte Allstar-Mannschaft, die sich beim CC Genève neu formierte. Aus Erzrivalen wurden Teamkollegen. Mit natürlich hohen Zielen: Bei den Männern wartet die Schweiz seit 1992 auf den WM-Titel, seit 1998 auf Olympia-Gold.

Die missratene Heim-WM wird zum Neustart

Doch dann das: Die Heim-WM 2024 in Schaffhausen ist zwar ein Curling-Fest, aber ohne Schweizer Hauptdarsteller. Schwaller und Co. enttäuschen mit nur Rang 7. Schaffhausen ist der Nullpunkt im Projekt – ist das Allstar-Unterfangen schon gescheitert, oder ist es ein ungeplanter Neustart? Schwarz-van Berkel sagt: «Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass ein Turnier wie Schaffhausen ein Team auseinanderbringen kann. Doch uns hat es stärker gemacht.»

Denn nach der verkorksten Heim-WM kommts unter den vier Spielern, jeder Einzelne auf seiner Position Weltklasse, zur grossen Aussprache. Es fliegen die Fetzen, alles kommt auf den Tisch.

Die vorher betont flache Hierarchie wird etwas angepasst, die Rollenverteilung klarer strukturiert. Es wirkt. Es brauchte den Umweg über die missratene Heim-WM, um durchzustarten. Schwaller sagte vor der Saison: «Es wurde immer gesagt, wir seien ein Team aus lauter Leadern. Doch jetzt sind wir ein echtes Team geworden.»

Wer soll diese Super-Schweizer jetzt noch stoppen?

Sven Michel ergänzt: «Nach Schaffhausen haben wir angeschaut, was wir in den nächsten Jahren besser machen wollen. Wir gehen respektvoll, aber ehrlich miteinander um. Dieses Gefühl haben wir perfektioniert. Wir spielen nun viel gefestigter.»

Die Massnahmen beinhalten mittlerweile fast eine Final-Garantie. Die Genfer werden 2025 Vize-Europa- und Vize-Weltmeister, gewinnen diesen Winter erstmals eines der prestigeträchtigen Grand-Slam-Turniere in Kanada. Und nun zur Krönung die Winterspiele? Dass Curling-Gigant Niklas Edin (40) ein Olympia-Fiasko erlebt und mit seinen Schweden bereits out ist, ist jedenfalls nicht gerade ein Nachteil.

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