«Letzter Strohhalm – überlegt, ob ich es ganz lassen soll»
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Ammann hört noch nicht auf:«Letzter Strohhalm – überlegt, ob ich es ganz lassen soll»

So hast du die Olympia-Legende noch nie gesehen
An diesem Event in Zug spricht mit Ammann niemand über Skispringen

Simon Ammann ist nach wie vor aktiver Skispringer. Aber an den «National Games» in Zug schlüpft er in eine ganz andere Rolle. Als Präsident von Special Olympics Switzerland kämpft der Olympia-Gigant für die Bedürfnisse von Menschen mit kognitiver Einschränkung.
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Ein Erinnerungsfoto von den National Games in Zug: Special-Olympics-Stiftungsratspräsident Simon Ammann posiert mit einem Handballer.
Foto: PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Simon Ammann engagiert sich bei National Games in Zug für Inklusion
  • Seit vier Jahren Stiftungsratspräsident von Special Olympics Switzerland
  • Über 1500 Athleten nehmen an den National Games 2026 teil
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Es ist das heimliche Highlight bei den «National Games» in Zug. Im Moment, wenn nach jeder Siegerehrung die Hymne namens «Let me win» gespielt wird, explodieren die Emotionen. Die Athletinnen und Athleten mit ihren frisch erhaltenen Medaillen und Rang-Bändeln winken von der Bühne, der Song heizt ein, alle Menschen vor dem Podest wiegen die Hände in der Luft hin und her.

Auch Simon Ammann (in drei Wochen 45) macht begeistert mit. Beim ewigen Skispringer mit den vier Olympia-Goldmedaillen ist an diesem Special-Games-Wochenende in Zug die eigene Aktivkarriere weit weg. Der Toggenburger hat noch ein anderes Leben im Schweizer Sport. Eines, von dem viele Fans nichts wissen.

Ammann ist ein Olympiasieger auf Augenhöhe

Ammann ist schon über ein Jahrzehnt Botschafter und seit vier Jahren Stiftungsratspräsident von Special Olympics Switzerland. Er setzt sich also für den Sport für Menschen mit kognitiver Einschränkung ein, das bedeutet eine eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit. 

Wie ernst es Ammann mit seinem Ehrenamt ist, zeigt sich an diesem Tag in Zug. Blick begleitet ihn beim Besuch der Wettkampfstätten rund um die Hockeyhalle des EVZ, wo während vier Tagen das Olympic Village betrieben wird. 

2029 kommen die World Winter Games in die Schweiz

Ende Mai sind neben der Eishockey-WM die «National Games» von Special Olympics Switzerland in Zug der zweite sportliche Grossanlass in der Schweiz. 1498 Athletinnen und Athleten aus dem ganzen Land plus elf ausländische Gastdelegationen (u. a. aus Usbekistan) sind während vier Tagen im Einsatz. 2500 Medaillen gabs in 14 Sportarten (u. a. Segeln, Golf, Boccia, Fussball, Tennis, Kunstturnen) zu holen. Noch deutlich grösser werden die World Winter Games 2029 mit rund 2500 Teilnehmenden mit kognitiven Beeinträchtigungen. Dieser Grossanlass gilt als Winter-WM und findet an Bündner Orten wie Chur, Arosa und Lenzerheide statt.

Ende Mai sind neben der Eishockey-WM die «National Games» von Special Olympics Switzerland in Zug der zweite sportliche Grossanlass in der Schweiz. 1498 Athletinnen und Athleten aus dem ganzen Land plus elf ausländische Gastdelegationen (u. a. aus Usbekistan) sind während vier Tagen im Einsatz. 2500 Medaillen gabs in 14 Sportarten (u. a. Segeln, Golf, Boccia, Fussball, Tennis, Kunstturnen) zu holen. Noch deutlich grösser werden die World Winter Games 2029 mit rund 2500 Teilnehmenden mit kognitiven Beeinträchtigungen. Dieser Grossanlass gilt als Winter-WM und findet an Bündner Orten wie Chur, Arosa und Lenzerheide statt.

Ein Olympiasieger auf Augenhöhe. Egal, ob in der Handballhalle, beim Tischtennis, beim Dressurreiten, im Leichtathletikstadion oder im Olympic Village. Immer wieder ein Foto mit Athleten, Zaungästen oder Eltern. Aber ums Skispringen drehen sich die Gespräche nie. Es ist Ammann, der die Fragen stellt. «Hoi, wie ist es dir gelaufen?» oder «Bist du zufrieden mit deinem Wettkampf?»

Im Nu erfährt der Präsident alle Details. Oft schwappt die Begeisterung sofort rüber. Für viele Athletinnen und Athleten sind die National Games ein riesiges Highlight im Jahr. Mal raus aus dem Alltag, der sich oft in Institutionen abspielt. Sich sportlich messen, gemeinsame Erlebnisse wie die emotionale Eröffnungsfeier mit Bundesrat Martin Pfister. In Zug am Start zu stehen, ist für die Athletinnen und Athleten ein prägendes Erlebnis, von dem man davor und danach monatelang zehrt. «Es sind echte Emotionen, das gibt auch mir viel Energie», sagt Ammann. 

Die Integration wie in Holland ist Ammanns grosses Ziel

Mittlerweile sitzt er auf der Tribüne beim Handball. «Das ist unsere Vorzeigesportart», sagt er. Auf dem Feld duellieren sich Winterthur und Deutschland. In den Teams spielen Frauen, Männer, Ältere und Jüngere. Alle geben Vollgas.

Wer nur flüchtig hinsieht, erkennt eher an den Äusserlichkeiten als am Spiel, dass hier im Rahmen der Special Games gespielt wird. Doch warum Vorzeigesportart? Ammann: «Im Handball ist man bei der Integration in die Regelklubs schon weit.» Es ist das grosse Thema: «Wir streben die Integration unserer Athletinnen und Athleten in den Regelsport an. Viele Sportvereine sind dafür noch zu wenig offen. Die Segregation (Trennung, d. Red.) findet nach wie vor statt, auch in der Gesellschaft», sagt der Toggenburger, als wir zum Reitplatz schlendern. 

Ammann identifiziert sich voll als Mitglied vom «Team Special», das in Zug durch den Verkauf von pinken Armbändern symbolisiert wird. Natürlich trägt auch der Skispringer eines. Sein Ziel: dass Special Olympics wie in Ländern wie Holland und Norwegen unter ein Dach mit Swiss Olympic und Swiss Paralympic kommt.

Ammann ist sich bewusst, dass seine offensive Aufforderung zur Integration auch irritieren kann. «Aber wir müssen forsch auftreten, sonst werden wir nicht gehört», sagt er auf dem Weg zum Zuger Leichtathletik-Stadion. «Inklusion und Diversität werden mittlerweile kontrovers diskutiert, auch zum Teil in der Politik. Es ist nicht nur ein Vorwärtsgang.»

Mut, in seinem unbekannten Zweitjob im Schweizer Sport weiterzumachen, machen Ammann die unzähligen Begegnungen wie an diesem Tag in Zug.

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